Friedrich und Edith Tutsch krönen ihre lebenslange Liebe am Samstag mit der Diamanthochzeit. Foto: Franke

Ein ganzes Leben lang haben sich Friedrich und Erich Tutsch geliebt. Am Samstag krönen sie diese Liebe mit dem Fest der Diamantenen Hochzeit.

Meßstetten - Zwischen den Eheleuten Edith und Friedrich Tutsch knistert die Liebe immer noch. Schon im Sandkastenalter versprachen sie sich und heirateten einander tatsächlich – stark zehn Jahre später. Am Samstag feiern sie nach 60 Ehejahren ihre Diamantene Hochzeit.

Das Paar erzählt von seiner ganz besonderen, wahren Lebensgeschichte, die in einem Roman kaum interessanter erzählt werden könnte. Friedrich Tutsch – Fritz nennen ihn alle – wurde in Mährisch Trübau geboren. Im heutigen Tschechien heißt das Städchen Moravská Tebová. Als junger Bub erlebten er, seine beiden Geschwister und die Mutter die Vertreibung aus der Heimat unter großen Ängsten, aber körperlich unversehrt. Die Familie landete in einem Auffanglager in Karlsruhe und wurde in Waldbronn-Etzenrot angesiedelt.

Die Trauung war schon beschlossene Sache

Dort lebte Edith Kleinsorge. Beide landeten als Jugendliche in der Firma Argus. Edith Kleinsorge arbeitete mit großer Freude in der Werkzeugausgabe und Friedrich Tutsch wurde zum Werkzeugmacher ausgebildet. Als die beiden heirateten, war er knapp 21 und seine Braut drei Jahre jünger. Christine, die Tochter war zu dieser Zeit zwar schon unterwegs, doch die Trauung war ohnehin schon beschlossen, wurde wegen eines Todesfalls aber noch um zwei Wochen vertagt.

Anderthalb Jahre nach der Tochter kam Sohn Dieter zur Welt. Inzwischen gehören auch die Enkel Eva und Stephan und die Urenkel Maja und Louis zur Familie.

Mit dem Bundeswehr kam eine neue Heimat

Kaum war sein Sohn geboren, wurde Friedrich Tutsch zur Bundeswehr einberufen und nutzte diesen Schritt zur beruflichen Neuorientierung. Als Soldat wurde er nach Meßstetten beordert, was schließlich eine neue Wohnung und eine neue Heimat bedeutete.

Edith Tutsch war 30 Jahre lang Mitarbeiterin der Firma Sanetta. Nach 28 Jahren Dienst in Uniform machte das Paar ein zuvor schon gepflegtes Hobby zum Beruf, förderte und verkaufte Mineralien. Sie waren vertreten auf den angesagtesten Messen – auch auf der Mineralien- und Fossilienbörse in der Zollernalbhalle in Truchtelfingen. Einige kleinere Anschauungsstücke haben sie noch zur Erinnerung aufbewahrt, inzwischen aber auch diesen Beruf an den Nagel gehängt, zumal Edith Tutsch damals oft bis Mitternacht arbeitete und Schmuckstücke zum Verkauf aus Mineralien fertigte. Doch das ist Vergangenheit.

Kälte und Pollen sind Anlass für kleine Fluchten

Die Gegenwart des Jubelpaares ist im Sommer geprägt von Gartenarbeit und dem sehr gepflegten Haushalt. Kalte Monate und die Pollenzeit verbringen sie an einem entfernten zweiten Wohnsitz. Zu reisen ist den Tutschs vertraut, haben sie doch bis dato mehr als die halbe Welt gesehen: Hawaii zur Goldenen Hochzeit, ansonsten Neuseeland, Afrika, Amerika, Kanada und in der näheren Umgebung alle erreichbaren Länder, darunter Spanien und Frankreich.