Alois und Helga Köder verbindet auch nach so langer Zeit eine innige Liebe.Foto: Kirschbaum Foto: Schwarzwälder Bote

Ehejubiläum: Alois und Helga Köder aus Hartheim feiern Diamantene Hochzeit / Viele Umzüge

Meßstetten-Hartheim. Ein besonders gutes und inniges Verhältnis haben Alois und Helga Köder auch nach 60 Ehejahren. Am heutigen Mittwoch feiern sie ihre Diamanthochzeit.

Geheiratet hatten die beiden am 14. Juli 1961 standesamtlich und tags darauf kirchlich in Langenau. Kennengelernt hatten sie sich allerdings in einem Ulmer Tanzlokal: Alois Köder forderte seine spätere Frau zum letzten Tanz auf, bevor das Lokal schloss, begleitete sie dann zum Zug und konnte dabei ihre Adresse in Erfahrung bringen.

Nur kurze Zeit später besuchte er sie überraschend – mit zwei Blumensträußen im Gepäck. Einer war rosa, für die Mutter seiner Angebeteten, der andere rot – für sie. Damit hatte er beider Herz gewonnen. Nicht so einfach lief es hingegen beim Vater: Erst als sich der Bräutigam für dessen Plattensammlung interessierte, war das Eis gebrochen.

Alois Köder wurde 1935 in Stuttgart-Degerloch als ältestes von vier Kindern geboren und musste schon in jungen Jahren einen harten Schicksalsschlag ertragen: Die Wehrmacht teilte der Familie mit, dass der Vater in Russland gefallen sei. Tatsächlich lebte er noch, war zwar vom Hals ab gelähmt, erholte sich aber wieder gut und wurde über 80 Jahre alt – dank der Hilfe seiner Frau und seines Sohnes Alois.

Nach der Schule hatte Alois Köder eine Schneiderlehre und eine Ausbildung zum Piloten bei der Bundeswehr in Pinneberg absolviert, ehe er in die Nähe von Ulm versetzt wurde. Im Oktober 1965 zog die inzwischen vierköpfige Familie dann nach Meßstetten an Köders neuen Dienstort. 1962 war Sohn Ralph zur Welt gekommen, 1965 Thomas und 1975 schließlich Thorsten, der beim Umzug 1977 nach Hossingen und 1982 wieder zurück nach Meßstetten dabei war. In Hartheim zog die Familie 1990 schließlich in ein neues Haus ein.

Helga Köder wurde 1938 in Berlin-Karlshorst geboren und hatte im Zweiten Weltkrieg die Bombenangriffe auf die Hauptstadt miterlebt. Oft mussten sie im Luftschutzbunker Schutz suchen. Einmal hatte ein russischer Soldat gar das Gewehr auf ihre Mutter und die beiden an sie angeschmiegten Kinder Helga und Hans-Jürgen gerichtet. Die beiden Kinder stellten sich aber schützend vor ihre Mutter – und retteten ihr damals das Leben.

Nach der Schule absolvierte Helga Köder eine Lehre zur Bürokauffrau, arbeitete aber von 1991 bis 2000 als Verkäuferin im "Military Shop".

Nach seiner Pensionierung dachte Alois Köder noch lange nicht an den Ruhestand und arbeitete für ein Veranstaltungsunternehmen. Glücklich sind beide über ihre hilfsbereiten Nachbarn, von denen sie sehr viel Unterstützung erhalten – und über ihre Liebe, die seit 60 Jahren so innig ist.

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