„Wir sind zufrieden miteinander“: Gerlinde und Helmut Diller gehen seit nunmehr 60 Jahren als Eheleute durchs Leben. Foto: Maja Dick

Gerlinde und Helmut Diller sind unglaubliche 60 Jahre verheiratet. Wie es den beiden Frommernen geht, womit sie sich fit halten und was sie sich für die Zukunft wünschen – ein Redaktionsbesuch im Zuhause der Dillers.

Warum die Zeitung am 11. Oktober 2013 über die Eheleute Gerlinde und Helmut Diller berichtet hat? Das Paar hatte Goldene Hochzeit. Aus den schon damals fast unvorstellbaren 50 Ehejahren sind am heutigen Tage sogar 60 geworden: Gerlinde (80) und Helmut Diller (85) feiern Diamantene Hochzeit.

 

Beiden gehe es gut, versichert Gerlinde Diller, der Helmut gern das Wort überlässt. „Das kann sie besser als ich“, sagt er schmunzelnd. Zum Haushalt der beiden Frommerner gehören auch der sprechende Graupapagei Boris (38) und eine weiße Perserkatze. Als Boris damals in die Familie kam, hatte Gerlinde Diller gerade angefangen Tennis zu spielen. „Und Boris Becker war damals aktuell“, erklärt Helmut Diller augenzwinkernd.

Leise läuft Musik der Beatles, und Boris ist ungewöhnlich still

Doch zurück ins Hier und Jetzt. Im Wohnzimmer läuft leise Musik der Beatles, Boris ist ungewöhnlich still. „Er ist schüchtern, wenn Besuch da ist“, meint Gerlinde Diller. Sie und ihr Mann sind recht fit: „Natürlich plagen einen hin und wieder irgendwelche Kleinigkeiten, aber die gehen auch wieder weg“, versichert Gerlinde Diller. Sie treibe viel Sport, neben Tennis sei auch Golf eine ihre Leidenschaften. „Außerdem male ich“, fügt sie voller Tatendrang hinzu. Und tatsächlich, im Haus der Beiden hängt viel eigene Kunst, die die Dame des Hauses auch gerne zeigt. Ehemann Helmut sei nicht mehr so gut zu Fuß, deshalb beschäftige er sich viel mit dem Computer und lese viel.

Wie fühlt sich Liebe nach 60 gemeinsamen Jahren denn an? Gerlinde Diller muss nicht lange nachdenken: „Wir vertrauen einander, wir freuen uns, wenn wir uns sehen. Wir sind zufrieden miteinander“, erklärt sie.

Beide wünschen sich, dass nichts Schlimmes kommt

Ihr Mann habe im Laufe des Lebens so viel für sie getan, sie versuche, ihm das zurückzugeben. Das Rezept für eine langes und glückliches Beisammensein stamme von ihrem Ehemann: „Jeder lässt jeden, sagt er immer.“ Beide wünschen sich für die Zukunft vor allem, „dass nichts Schlimmes kommt“.

Stolz seien sie auf Sohn und Tochter, und ganz besonders auf ihre beiden Enkeltöchter. Eine studiere noch, und die andere trete in die familiären Fußstapfen bei „Händel & Diller“ in Frommern. Diller Maschenstoffe war 1962 von Helmut Diller gegründet worden.

Wie sich die Beiden kennengelernt haben? Gerlinde Diller, gegen Ende des Zweiten Weltkriegs geboren, musste damals mit fünf Schwestern das Elternhaus im Böhmerwald verlassen, und es verschlug sie nach Balingen. Jahre später, beim gemeinsamen Arbeitgeber Balisana, lernte sie Helmut Diller kennen. Sie gingen zusammen tanzen – der Rest ist Geschichte.

Ihren 60. Hochzeitstag verbringen die Dillers gemütlich zu zweit, da Gelinde Diller wenige Tage zuvor am Auge operiert wurde. Mit der Familie will das Paar dann am Freitag schön essen gehen.

Helmut Diller, 1939 in Frommern geboren, schlug als Stricker den Weg in die Textilbranche ein, eine Weiterbildung zum Textiltechniker legte den fachlichen Grundstein seiner weiteren Laufbahn, bis hin zur Gründung einer Lohn-Spulerei und -Strickerei in der Garage seines Elternhauses. Die stand direkt neben dem Standort des heutigen Firmensitzes von „Händel&Diller“. Gerlinde Diller stieg selbstverständlich in den Betrieb ein. 1972 wurde mit dem Kaufmann Heinz Händel die Partnerschaft zur Herstellung und zum eigenständigen Vertrieb von Textilien gegründet, aus der die heute international tätige „Händel&Diller Knitting Company“ entstand. Bis zur Übergabe an den Sohn blieb Helmut Diller darin als Geschäftsführer tätig.