Georgia und Walter Lorenz feiern 60 Jahre Eheglück – und würden einander wieder heiraten, betonen sie. Foto: Horst Schweizer

Walter und Georgia Lorenz aus Ebingen feiern am Donnerstag ihre Diamantene Hochzeit.

Kennengelernt haben sich Walter und Georgia Lorenz 1960 bei einem der Jugendtreffen, welche die pommersche Landsmannschaft seinerzeit in der Ebinger Bahnhofsgaststätte zu veranstalten pflegte. Von ungefähr kam das nicht: Walter Lorenz stammt aus Vorpommern; er wurde am 26. Mai 1938 in Sassnitz auf Rügen geboren, wuchs dort mit drei Brüdern auf und war zwölf, als seine Familie auf dem Seeweg nach Schweden flüchtete.

 

Von dort zog sie zu Verwandten in Ebingen, wo der junge Walter die Schule abschloss, sich als Isolierer anlernen ließ und mit 21 als Fernfahrer bei der Spedition Alber anfing. Georgia Grube wurde am 9. Januar 1944 in Posen geboren; sie war drei, als ihre Mutter mit ihr nach Westdeutschland flüchtete – auf dem Umweg über die Nordseeinsel Baltrum gelangten die beiden nach Ebingen, wo Georgia zur Schule ging und anschließend eine Friseurlehre im Salon Schneider am Bürgerturm absolvierte.

„Diese Frau muss ich heiraten“

Nach der ersten Begegnung im Bahnhof dauerte es nicht lange, bis der Funke übersprang. Für ihn stand sehr bald fest: „Diese Frau muss ich heiraten“ – und genau das tat er auch: Am 6. Juni 1964 gaben sich Walter und Georgia Lorenz in Ebingen das Jawort. Drei Jahre danach kam Tochter Claudia, 1971 Sohn Markus zur Welt.

Er war in dieser Zeit beim Werksfernverkehr von Bizerba und später bei der Spedition Vögele beschäftigt, bei der er bis zum Ruhestand blieb; sie kümmerte sich, während er im In- und Ausland unterwegs war, um die Kinder. Als diese dann flügge waren, nahm sie eine Stelle als Reinigungskraft im Ebinger Krankenhaus an und arbeitete dort bis zur Berentung.

Er singt gerne im Shanty-Chor, sie liest gerne Krimis

Besonders gern erinnern sich die Eheleute Lorenz an ihre Urlaube – Walter Lorenz kam nicht nur von Berufs wegen in der Welt herum, sondern auch in den Ferien: Die Ziele im Süden hießen Südtirol, Spanien und Griechenland; das Paar fuhr aber auch gerne nach Norddeutschland und nach Rügen, Walter Lorenz alter Heimat. Er hatte seine ersten zwölf Lebensjahre am Meer verbracht; wen wundert es, dass es ihn ans Wasser zog, sei es zum Angeln, sei es zum Segeln oder zum Motorbootfahren auf dem Bodensee, für den er das Schifferpatent besaß.

Der Hang zum Maritimen äußerte sich zudem gesanglich; 15 Jahre gehörte Walter Lorenz dem Shanty-Chor der Marinekameradschaft Ebingen an, deren Mitglied er seit über einem halben Jahrhundert ist. Und seine Frau? „Mein Hobby waren immer die Kinder und die fünf Enkel. Außerdem lese ich gern, vor allem Krimis.“ Ihren Jubeltag werden sie mit der Familie und Freunden feiern – und versichern, dass sie einander jederzeit wieder heiraten würden.