Das Ehepaar Heidemarie und Albert Rexer in Emmingen feierte jetzt diamantene Hochzeit. Foto: Barbara Rennig

Emmingens ehemaliger Ortsvorsteher Albert Rexer und seine Frau Heidemarie sind seit 60 Jahren verheiratet. Ihren besonderen Hochzeitstag feierten die beiden mit Familie und einem Festgottesdienst.

Nagold-Emmingen - "Uns gibt’s nur im Doppelpack!" lacht Albert Rexer, der vor kurzem mit seiner Frau Heidemarie das Fest der diamantenen Hochzeit begehen konnte. Doch erst am vergangenen Wochenende traf sich die Familie nochmals mit allen, die von der Organisation des besonderen Hochzeitstages bis hin zur Gestaltung des Festgottesdienstes mitgewirkt hatten.

Der 1941 in Stuttgart gebürtige Albert Rexer, zweitältestes von insgesamt acht Kindern, verlor seine Mutter schon früh und übernahm damals große Verantwortung, indem er vieles für die Familie regelte. Wegen der Bombardierung Stuttgarts wurde die große Familie während des Krieges zu den Großeltern nach Emmingen ausgelagert. Albert Rexer machte zunächst eine Ausbildung zum kaufmännischen Angestellten in Calw, war dann 17 Jahre lang bei der Möbelfirma Begana beschäftigt und später, bis zu seiner Rente 2003, als Versicherungsberater bei der R&V-Versicherung tätig.

17 Jahre Ortsvorsteher von Emmingen

Mit 27 Jahren wurde er - als damals Jüngster im Gremium - Mitglied des Emminger Ortschaftsrates und hatte später 17 Jahre das Amt des Ortsvorstehers inne, wobei er in jener Zeit maßgeblich die Sanierung des Ortskerns anstieß und begleitete. Parallel dazu war Albert Rexer, der von Jugend an insgesamt 45 Jahre lang Posaune spielte, Mitglied der Emminger Trachtenkapelle e.V., und übernahm von seinem Vater das Amt des ersten Vorsitzenden, das er dann 22 Jahre lang innehatte. Noch heute ist Albert Rexer Ehrenvorsitzender der Kapelle. Zahlreiche Urkunden und Ehrungen, darunter die Bürgermedaille der Stadt Nagold und die goldene Ehrennadel des Gemeindetages Baden-Württemberg, zeugen vom vielfältigen Engagement des 81-Jährigen.

Treffpunkt „Milchhäusle“

Seine spätere Frau Heidemarie (Heide), 1943 in Emmingen gebürtig, fiel dem jungen Mann am "Milchhäusle" auf, das damals auch Treffpunkt der Dorfjugend war. Ebenso charmant wie mutig bot er der damals 18-Jährigen seine Begleitung für den Heimweg an, und das akzeptierte sie gerne, lag doch ihr Elternhaus etwas abseits an einer nachts unbeleuchteten Straße.

Ursprünglich hatte Heide Binder Kindergärtnerin werden wollen, doch ihre Mutter drängte darauf, dass sie sich auf ihre späteren Aufgaben als Ehefrau und Mutter vorbereiten solle. Die beiden jungen Leute waren sich bald einig, den weiteren Lebensweg gemeinsam zu gehen, aber bis 1962 die Hochzeitsglocken läuten konnten, hatten sie noch eine schwere Zeit: Denn Albert Rexer musste erst seinen Wehrdienst ableisten, war im Allgäu stationiert, und so konnten die beiden nur durch Briefe Kontakt halten.

Vier Generationen unter einem Dach

Zwei Söhne und eine Tochter wurden dem Paar geschenkt, und man lebte mit vier Generationen gemeinsam im elterlichen Haus von Heide Rexer. Sie hatte eh eine innige Bindung zu ihren Großeltern, weil sie ihren Vater schon früh im Krieg verloren hatte. Das Mehrgenerationenhaus ermöglichte Heide Rexer, neben ihren häuslichen Aufgaben tageweise in der Schmuck- und Uhrenbranche zu arbeiten. Noch heute lebt das Jubelpaar in dem mehrfach aus- und umgebauten Haus von damals.

Gerne reiste die Familie gemeinsam immer wieder ins Allgäu, an den Schluchsee oder zum Wandern und Skifahren ins Lechtal. Am Motto vom "Doppelpack", also Entscheidungen immer zusammen zu treffen, hält das Jubelpaar bis heute fest. Beide Söhne traten musikalisch in die Fußstapfen des Vaters: Uwe Rexer war von 2005 bis 2016 erster Vorsitzender der Trachtenkapelle und "beerbte" danach seinen Bruder Benjamin im Vorstand. Das Jubelpaar freut sich, dass die Familien der Kinder, zu denen drei Enkel gehören, am Ort oder in der Nähe wohnen, und der außergewöhnliche Familienzusammenhalt ist bis heute lebendig.