Sigurd Friedrich und Brigitte Veronika Schoen hat vor über 60 Jahren der Zufall zusammen geführt. Aufgewachsen sind beide im damaligen Schlesien, doch kennengelernt haben sie sich hier.
Zucker, Perlen, Silber und Gold– und nun folgen die Diamanten. Das Ehepaar Sigurd Friedrich und Brigitte Veronika Schoen feiert heute 60. Hochzeitstag.
Sigurd Friedrich Ulrich wurde 1940 in Oberschlesien geboren. In dem damalig ostdeutschen Gebiet wuchs er zusammen mit drei Geschwistern auf. Seine Frau, Brigitte Veronika Schoen, wurde 1944 ebenfalls im ehemaligen Schlesien geboren. Jedoch wuchsen sie in zwei unterschiedlichen Teilen des Gebietes auf.
Während des Krieges waren beide Familien gezwungen ihre Heimat zu verlassen. Sie flüchteten nach Deutschland. „Damals war im Norden von Deutschland nichts los, deswegen haben sich wohl unsere Familien für den Süden entschieden“, erklärt Brigitte Schoen.
Sigurd Schoen fing daraufhin an, bei der Bundeswehr zu arbeiten, beim Bund in Meßstetten. Brigitte wiederum arbeitete nach ihrer Flucht in Albstadt.
Von Schlesien geflüchtet, in Albstadt gefunden
Dort begegneten sie sich zum ersten Mal beim Faschingsball im Januar 1964. „Dass wir uns dort in Albstadt trafen, war reiner Zufall, wie das halt so ist, mit der Liebe“, sagt der 84-Jährige grinsend. Danach sei alles ganz schnell gegangen, denn die Hochzeit folgte noch im Oktober desselben Jahres. Die Geburt ihres Sohnes war bereits ein Jahr nach ihrer Hochzeit. Ihre Tochter bekamen sie 1966, im darauffolgenden Jahr.
Ohne gegenseitiges Verständnis funktioniert es nicht
„Das Geheimnis hinter 60 Jahren Ehe? – Ich würde sagen Toleranz, Toleranz und noch einmal Toleranz. Man muss die Meinung des anderen einfach absolut würdigen“ , erklärt der Balinger. Die ersten Jahre als wir zusammen gelebt haben war es nicht einfach, da mein Mann viel unterwegs war. Deswegen würde ich sagen gegenseitiges Verständnis ist das oberste Gesetz“, erklärt die 80-Jährige bei einem Gespräch mit unserer Redaktion.
Das Ehepaar lebte nach seiner Hochzeit einige Jahre in Albstadt und weitere zwei Jahre in Stuttgart, bis sie schließlich 1972 fest nach Balingen zogen. Grund dafür war Sigurd Schoens neue Arbeitsstelle. Dieser wechselte in die Heizungs- und Klimabranche und der Buchhaltung bei der Firma Edeka und ging 1999 in den Ruhestand. Brigitte Schoen hat bei Bizerba gelernt und war danach 34 Jahre lang bei der Firma Seeger tätig. Danach ging sie 2009 in Rente.
Die Geburt ihrer Enkel sei für sie ein ganz besonderer Moment gewesen. „Mein schönstes Erlebnis? Unsere Ehe natürlich, die würden wir direkt wiederholen“, sagt ihr Mann sofort.