Zahlreiche Zuschauer finden sich zum Bürgerdialog in den Schramberger Bärensaal ein. Es handelt sich um die fünfte Veranstaltung eines Bürgerdialogs in einem der Stadtteile. Foto: Jambrek

Am Bürgerdialog von Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr gab es reichlich Interesse: Rund 150 Menschen fanden sich zum Abend ein und tauschten sich über kommunalpolitische Themen der Schramberger Talstadt aus.

Der Abend begann mit einem rund einstündigen Vortrag von Eisenlohr und mehreren Fachbereichsleitern und Führungskräften der Stadt.

 

Eisenlohr erinnerte an die Bewerbung für die Landesgartenschau 2017 und 2018 und die Ideensammlung ihrer Vorgänger unter dem Titel „Step 2020+“. Viele Ideen von damals würden weiter auf ihre Umsetzung warten.

Fachbereichsleiter Bent Liebrich erläuterte darauf hin, wie das Konzept für die Stadtplanung und Stadtentwicklung aussehe. Dabei ginge es längst nicht nur um Bebauungspläne, sondern auch um Themen wie Mobilität, Tourismus und Bildung und wie diese in den kommenden fünf, zehn und 20 Jahren sinnvoll gestaltet werden könnten. Außerdem gelte für die Stadtplanung als Handlungsmaxime, dass immer Lösungen für alle Menschen und die Allgemeinheit anstatt einzelner Gruppen gefunden werden müssten, was die Kompromissbereitschaft aller Beteiligten erfordere.

Für die Ideen, die damals als Vorbereitung für eine mögliche Landesgartenschau zusammengetragen worden seien, gelte, dass sie weiter überarbeitet und umgesetzt würden.

Drei Sanierungsgebiete

Liebrich schilderte, dass die Stadt derzeit drei Sanierungsgebiete habe. Das Sanierungsgebiet „Talstadt West“ sei derzeit allerdings bereits in der Abrechnung und habe etwa eine finanzielle Förderung privater Umbauten von 2007 bis 2023 ermöglicht. Im Sanierungsgebiet „Brestenberg/Sängerstraße“ habe man nun vom Regierungspräsidium noch bis Ende 2026 Zeit erhalten, das Ziel dort sei die Aufwertung entlang der Schiltach.

Das dritte Sanierungsgebiet“Bühlepark“ mit dem ehemaligen Krankenhaus, dem Personalwohnheim und dem Pfaff- und Schlaudergelände beschäftige die Planer ebenfalls intensiv, führte Liebrich aus. Das Förderprogramm dort laufe noch bis 2028.

Ziel des Sanierungsgebiets Bühlepark sei die Schaffung eines attraktiven Wohnumfelds, die Beseitigung von Leerständen und die Verbesserung der Verkehrswege. Dazu passe auch die weiter angestrebte Talumfahrung gut.

Zum ehemaligen Krankenhaus sagte Eisenlohr, dass es im vergangenen Jahr einen Investoren-Wettbewerb gegeben habe. Daraus sei ein Sieger hervorgegangen, der den hinteren Bettentrakt zu Sozialwohnungen und den vorderen in ein Hotel mit 60 Betten habe umbauen wollen. Der Op-Trakt hätte abgerissen werden sollen und mehrere Häuser mit kleinen Eigentumswohnungen hätten rund ums Krankenhaus gebaut werden sollen.

Daraus hätten sich aus Sicht Eisenlohrs zahlreiche Chancen ergeben, da sie bei den Gesprächen mit Schramberger Unternehmen immer wieder auf den Wunsch treffe, etwa bei Tagungen von Unternehmen Gruppen in der im Vergleich zu anderen Stadtteilen recht lebendigen Talstadt unterzubringen. Diese biete nämlich auch ein gutes gastronomisches Angebot und Plätze zum Verweilen. Leider sei der Investor jedoch wieder abgesprungen und habe gestiegene Baukosten und Zinsen als Grund hierfür angegeben, so dass nun ein neuer Investor mit einer neuen Idee gesucht werden müsse.

Liebrich führte zudem an, dass die Klimaanpassung für die Stadt Schramberg immer wichtiger werde. Der Rückbau von Häuser wie den abgerissenen am Rathaus werde zwar kontrovers diskutiert, sei aber notwendig. In Zukunft sollen in der Talstadt beschattete Plätze für den Aufenthalt geschaffen werden und auch Flächen wieder entsiegelt werden.

Neue Wohnmobilstellplätze

Außerdem gelte für private Bauten, dass künftig stärker Mehrfamilienhäuser in der Talstadt angesagt sein dürften, die eben kleinere Flächen als Einfamilienhäuser benötigten.

Was den Tourismus angeht berichtete Liebrich, dass es Pläne für Wohnmobilstellplätze auf dem H.A.U.-Gelände gebe, wozu auch eine Förderung möglich sei. Demnächst werde der Gemeinderat darüber entscheiden.

In die Wirtschaftsförderung gab Ralf Heinzelmann einen Einblick und berichtete über die Pop-up-Stores. Die Stadt übernehme bis zu drei Monate lang die Miete für private leerstehende Immobilien.

Themen der Fragerunde

In der an den Vortrag anschließenden eineinhalbstündigen Fragerunde, kam das Thema Vandalismus und Müllablagerungen in der Stadt, Windkraftprojekte, die Abdeckung mit Ärzten sowie das Pfaff- und Schlauderareal auf. Die Bürger, die Stellung nahmen, lehnen den Vandalismus und Müllablagerungen ab, machen sich Sorgen aufgrund der geplanten Windkraftprojekte und sorgen sich, ob die Stadt ausreichend Ärzte hat. Außerdem wünschte sich einer der Teilnehmer des Bürgerdialogs künftig auch digitale Partizipationsmöglichkeiten am Bürgerdialog.