Das Doppelhaus Zienestraße 6/7 soll weiter zum Personalwohnheim umgebaut werden. Foto: Lupfer

Seit mehr als zwei Jahren plant Wolfachs Diakonische Gemeinschaft Johannes Brenz das Projekt. Bislang scheiterte es an der Finanzierung. Jetzt gibt es neue Hoffnung.

Personalgewinnung ist in der stationären Pflege eins der größten und herausforderndsten Projekte der nächsten Jahre, wie Brenz-Heim-Geschäftsführer Markus Harter bei der Hauptversammlung der Diakonischen Gemeinschaft Johannes Brenz erläuterte. Ein Schlüssel für den Erfolg in Wolfach soll ein Personalwohnheim sein. Ein neues Förderprogramm könnte das seit Jahren geplante Vorhaben möglich machen.

 

„Es ist ein Thema, dem wir uns auch schon eine Weile widmen“, kommentierte Harter das Projekt Personalwohnen, das erneut zu den anstehenden Aufgaben zählt. Bereits 2023 hatte die Diakonische Gemeinschaft Johannes Brenz dafür ein Doppelhaus in der Zienestraße 6/7 gekauft (wir berichteten). Das Ziel: Mehrere Wohneinheiten für Mitarbeiter des Seniorenheims schaffen. Doch, so betonte Harter: „Bei den Konditionen, die herrschen, können wir das finanziell nicht leisten.“

Inzwischen aber seien „verschiedene Hilferufe bei der Landesregierung auf fruchtbaren Boden gefallen“. Seit dem Frühjahr gebe es neue Fördermöglichkeiten, speziell fürs Thema Wohnen und Auszubildenden-Wohnheime. Erste Gespräche mit der L-Bank seien bereits geführt. Es handle sich um reine Fördermittel, die nicht zurückgezahlt werden müssten. Jedoch müsse man die Planung dafür anpassen.

Ursprünglich war die Idee, acht Wohnungen im Doppelhaus zu schaffen. Für die Förderung sollen 16 bis 20 Wohneinheiten projektiert werden. Pro Wohneinheit könne es eine Förderung von rund 40 000 Euro geben, stellte Harter in Aussicht. „Das müssen wir dann entsprechend rechnen.“ „Wie immer wäre ich an der Stelle gern ein bisschen weiter“, betonte Harter. Doch sei man optimistisch, „dass wir das in der Größenordnung belegen können, mit Auszubildenden oder jungen Leuten im FSJ“. Derzeit gebe es im Brenz-Heim neun Auszubildende in der Pflege und vier in der Hauswirtschaft. Blieben am Ende Plätze übrig, seien auch Kooperationen mit dem Krankenhaus oder anderen Einrichtungen denkbar. Noch bleibt das Personalwohnheim ein Wunsch ohne konkreten Zeitplan. Doch, so betonte Harter am Dienstag optimistisch: „Wir haben eine Idee. Sobald die Finanzierung steht, zumindest grob abzusehen ist, werden wir im Verwaltungsrat das Thema angehen und entsprechende Entscheidungen treffen. Es ist mir eine Herzensangelegenheit, uns als Arbeitgeber da entsprechend positionieren zu können.“

Personalsuche

Bei der Suche nach neuem Personal sei man in der Pflege auf neue Kräfte aus dem Ausland angewiesen, erklärte Markus Harter bei der Hauptversammlung. Die vier neuen Pflege-Auszubildenden stammten aus Nepal und Madagaskar. Dabei sei Nepal noch vergleichsweise nah am Arbeitsort Wolfach. Die weiteste Herkunft im Brenz-Team habe eine Mitarbeiterin von den Philippinen. „Auch da sind wir kein Einzelfall. Auch wir werden weltumspannender.“ Personalgewinnung sei „das große Thema, das uns alle beschäftigen wird“, so Harter: „Da müssen wir die Flucht nach vorne antreten, mit neuen Ideen.“