Abschied von Angela Kreutter in der Sitzung des Arbeitskreises Asyl Schwenningen (von links): Sara Löhe, Angela Kreutter, Hans-Ulrich Hofmann und Reinhold Hummel. Foto: Cornelia Hellweg

Eine Veränderung wird es geben bei der Leitung der diakonischen Beratungsstelle in Schwenningen. Informationen dazu gab es bei der Sitzung des Arbeitskreises Asyl.

Die Themen beim Treffen der Arbeitskreises (AK) Asyl in der Schwenninger Friedenskirche waren breit gefächert. Und es gab einen von allen bedauerten Abschied zu vermelden.

 

Angela Kreutter, seit Oktober 2022 Leiterin der diakonischen Beratungsstelle im Alten Pfarrhaus in Schwenningen, hat zum Jahresende gekündigt und verlegt ihren beruflichen Wirkungskreis nach Singen. Das teilte sie bei dem Treffen mit. Hans-Ulrich Hofmann und Reinhold Hummel (selber Jahrzehnte lang Leiter der Diakonie in Schwenningen bis zu seinem Ruhestand) bedauerten diesen Schritt und würdigten ihr Engagement auch im Bereich der Flüchtlingshilfe. Kreutter berichtete, ihr sei es ein Anliegen, für das zunächst bis zum 30. September befristete Frauenprojekt ein Anschlussprojekt zu generieren. Der Diakonie-Förderverein habe über eine Förderung eine Weiterführung ermöglicht. Inzwischen sei die Finanzierung bis Ende des Jahres 2026 gesichert.

Da die Flüchtlingszuweisungen auf für den Schwarzwald-Baar-Kreis rückläufig sind, gehe die inhaltliche Ausrichtung von Projekten zunehmend in Richtung Integration und Quartiersarbeit. In diesen Projekten beschäftigt sind Sara Löhe und Andrea Thies. Eines läuft unter der Überschrift „Starke Frauen durch Empowerment“.

Arbeit verändert sich

Die Arbeit in diesem Bereich habe sich verändert. Die Frauen vernetzten sich zunehmend und unterstützten sich untereinander. Mit Blick auf das Frauencafé berichtete Sara Löhe: „Die Besucherinnen wollen Deutsch lernen und vor allem ihre Sprachkenntnisse anwenden, damit das Erlernte nicht wieder verloren geht“. Auch sie bestätigte: „Inhaltlich entwickelt sich vieles in Richtung Sozialraumorientierung“. Die Arbeit in befristeten Projekten ist aus beruflicher Sicht nicht einfach, weil die Entscheidung, ob man eine Anschlussbeschäftigung erhält, sich oft erst kurzfristig klärt.

Mit Herzblut dabei

Die Arbeit, die in der Flüchtlingshilfe ehrenamtlich geleistet werde, sei herausragend, sagte Angela Kreutter. „Die Betroffenen brauchen das unbedingt.“ Für den Arbeitskreis dankte ihr Hans-Ulrich Hofmann. „Man hat von Anfang an gespürt, dass Sie mit Herzblut dabei sind, das ist nicht selbstverständlich.“ Wer die Nachfolge von Angela Kreutter übernimmt, ist noch offen. In der Interimszeit vertritt Elke Armbruster als Leiterin des Diakonischen Werkes Schwarzwald-Baar-Kreis die Stelle. Vor ihrem Wechsel in diese Position hat sie die Ortsstelle in Schwenningen geführt. Sie war damals die Nachfolgerin von Reinhold Hummel.

Einen Überblick über den aktuellen Stand bei den Deutsch-Integrationskursen gab Catherine Müller, Sachgebietsleiterin für diesen Bereich bei der Volkshochschule (VHS) in Villingen-Schwenningen. Seit Oktober diesen Jahres gibt es die so genannten „Geli“-Kurse für geflüchtete Personen mit geringen Niveau beim Lesen und Schreiben. Zielgruppe sind Menschen mit Deutsch als Zweitsprache, die die Schule nur kurz besuchen konnten und daher auch das Lernen wieder lernen müssen.

Unterschiedliches Lerntempo

„Ich erhoffe mir, dass dadurch die regulären Integrationskurse nicht mehr so heterogen sind“, sagte sie. Denn hier lernen Menschen mit Universitätsabschluss neben so genannten „Lernungewohnten“. Insgesamt besuchen aktuell 400 Personen die Integrationskurse, 200 befinden sich auf der Warteliste. Seit Oktober gebe es außerdem ein neues Einstufungssystem, an das sich jeder Kursträger halten müsse.

Die Unterkunft Lupfenstraße

Stephanie Chisseu Dongmo ist in der Flüchtlingssozialarbeit in der Gemeinschaftsunterkunft in der Schwenninger Lupfenstraße tätig. Das Hochhaus gegenüber vom Neckarbad ist erst im Juli diesen Jahres nach einer Sanierung in Betrieb gegangen. Rund 100 Flüchtlingen finden dort Platz, belegt ist bisher die Hälfte der Kapazität wegen der rückläufigen Flüchtlingszahlen in Deutschland. Dort leben aktuell sechs Familien mit insgesamt 15 Kindern, 27 Alleinstehende und drei unbegleitete minderjährige Ausländer (UMA). „Momentan stammt die Mehrheit der hier lebenden 58 Flüchtlingen aus Syrien“, berichtete die Sozialarbeiterin.

Wegen des sinkenden Bedarfes, würden die Stellen für die Migrationsberatung reduziert, so Hofmann. Das nächste Treffen des Arbeitskreises ist am 11. März 2026.