Seit rund vier Jahren arbeitet Sina Behnke bei der Diakonie Nagold. Tätig im Bereich Hauswirtschaft hält sie regelmäßig die Wohnungen ihrer Klienten sauber.
Ordnung ist das halbe Leben - so lautet jedenfalls das bekannte Sprichwort. Aber was, wenn man selbst nicht mehr in der Lage ist, die Sauberkeit und Ordnung in seiner Wohnung zu wahren? Für solche Situationen ist Sina Behncke im Bereich Hauswirtschaft unter anderem zuständig. Seit rund vier Jahren ist die 34-Jährige bei der Diakonie Nagold angestellt.
Dabei war ihr jetziger Berufsweg bei weitem nicht vorgezeichnet; ursprünglich ist die Schietingerin nämlich ausgebildete Bäckereifachverkäuferin. „Nach meiner Ausbildung habe ich dann aber gemerkt, dass das gar nicht meins ist“, erzählt Behncke.
Aus der Bäckerei zur Diakonie
Ein Jahr nach ihrer Ausbildung fasste sie dann den Entschluss: etwas Neues musste her. „Ich rede nicht gern um den heißen Brei, das ist als Verkäuferin etwas ungünstig“, sagt Behncke mit einem Lächeln.
Und so ging es in den sozialen Bereich, zunächst als Aushilfe in einem Kindergarten. Als ihr Sohn auf die Welt kam, ging es weiter zur Diakonie. Nach einem Jahr in der Nachbarschaftshilfe wechselte die junge Mama in die Abteilung Hauswirtschaft.
Dort ist sie jetzt hauptsächlich dafür zuständig, alles rund um den Haushalt ihrer Klienten zu regeln und kleinere Pflege-Aufgaben zu erfüllen. Darüber hinaus ist sie für "Essen auf Rädern" zuständig. Das ist ein Angebot, bei dem älteren Menschen eine Mahlzeit ins Haus geliefert wird.
Post checken, Strümpfe anziehen und putzen
Wenn Behncke morgens auf der Diakoniestation ankommt, checkt sie erst einmal die Postfächer ihrer Klienten. Dort hin werden Briefe und Unterlagen wie zum Beispiel Leistungsnachweise gesendet, die Behncke dem jeweiligen Empfänger bei ihrem Besuch mitbringt.
Bei ihrem Klienten zuhause angekommen variieren die Aufgaben: „Bei manchen muss ich nur kurz fünf Minuten die Kompressionsstrümpfe anziehen“, erklärt Behncke. „Bei anderen Klienten muss ich zwei bis drei Stunden die Wohnung durchputzen oder für sie einkaufen gehen.“
Ihre Klienten medizinisch behandeln darf Behncke allerdings nicht und auch beim Duschen muss der Intimbereich ausgelassen werden. Ihr Aufgabenbereich liege überwiegend im Instandhalten der Wohnungen, klärt Behncke auf.
„Meistens sagen mir die Hausbesitzer, wo ich putzen soll, manchmal muss man sich aber auch nochmal selbst einen Überblick machen“, sagt sie. „Wenn ich sehe, dass da Flecken auf der Herdplatte sind, dann putze ich die gleich auch mit weg.“
Erfolgsmomente werden geteilt
Das wichtigste an ihrer Tätigkeit ist der 35-Jährigen jedoch, mit ihren Klienten ins Gespräch zu kommen. Da sie regelmäßig dieselben Menschen besucht, habe sie zu einigen schon eine persönliche Bindung, berichtet Behncke.
„Die Menschlichkeit ist mir sehr wichtig, wir sind alle keine Roboter“, findet sie. Nach dem Aufräumen unterhält sich Behncke gerne noch mit den Bewohnern. Dabei teilen diese regelmäßig ihre Erfolgsmomente mit ihr. „Oft berichten sie stolz, dass sie ihre Küche heute alleine geputzt haben oder dass ihre Kinder ihnen einen Kuchen gebacken haben“, freut sich Behncke.
Viele ihrer Klienten seien oft einsam und bräuchten jemanden, der ihnen ein Ohr schenkt. „Man merkt einfach, dass sie froh sind dass ich da bin“, sagt sie entzückt. „Manchmal schenken sie mir aus Dankbarkeit Schokolade.“