Mit viel Herzblut wurde die gemeinnützige Firma Afa mit Projekten für Frauen in der Arbeitswelt in Weil am Rhein ins Leben gerufen. Nun steht ihr Ende bevor.
AfA – das Kürzel stand im Weiler Stadtteil Friedlingen lange Jahre für eine Reihe von Projekten, die im weitesten Sinne mit Frauen, Migration und Arbeitswelt zusammenhingen. Die gemeinnützige Gesellschaft mit dem gleichen Namen soll demnächst aufgelöst werden.
Noch laufende Projekte sollen unter dem Dach des Diakonischen Werks im Landkreis Lörrach (DW) zusammengeführt werden.
Erfolgreich ausgegliedert aus der AfA wurde vor einigen Jahren die Kita Sonnenschein, die heute unter der Trägerschaft des DW steht. Sie war unter dem Namen „O.M.A.-Kinderhaus“ zuvor das größte Projekt der gemeinnützigen GmbH.
Bei der Gründung der AfA im Jahr 2003 ging es darum, Unterstützung in Form von Nachbarschaftshilfe sowie Dienstleistungen anzubieten, um Frauen in Friedlingen von der Familienarbeit zu entlasten und die Integration in die Arbeitswelt zu erleichtern.
Kurz zuvor hatte das Diakonische Werk das ehemalige Gemeindehaus der evangelischen Friedensgemeinde in der Riedlistraße gekauft, das später zu einem der ersten Mehrgenerationenhäuser in Deutschland werden sollte.
Von Hilfe für Spätaussiedler bis zum Mehrgenerationenhaus
Die Fäden für die Umstrukturierung laufen bei Volker Hentschel zusammen. Er ist AfA-Geschäftsführer und darüber hinaus seit 2021 stellvertretender Geschäftsführer des DW, wo er die Fachbereiche Schulsozialarbeit und Mehrgenerationenhaus verantwortet.
Ihre Wurzeln hatte die AfA in der Arbeit ihres Mitgründers und langjährigen Geschäftsführers Manfred Grupp mit Spätaussiedlern, zunächst beim Umbau des Pfarrhauses in Bad Bellingen, berichtet Hentschel. Es gab eine Bügelstube und einen Kindermittagstisch, bei dem Eltern mit ihren Kindern nach Kindergarten oder Schule ein gesundes Mittagessen einnehmen konnten. Hinzu kamen bald Hausaufgaben- und Nachmittagsbetreuung.
Angeboten wurden auch hauswirtschaftliches Training und Coaching für arbeitslose Frauen mit dem Ziel, Frauen langfristig in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse zu vermitteln, mit einigem Erfolg. Letztere gibt es noch heute, wenn auch die entsprechenden Projekte – Gelder zur Finanzierung immer wieder neu beantragt werden – heute andere Namen tragen.
Arbeitsförderungsmaßnahmen unter einem Dach
Für eines davon, die Förderungs-Maßnahme „Erfolgswege“, ist Sandrine Özcatal zuständig, die vor einigen Jahren zum AfA-Team stieß. Darin geht es um die Aktivierung langzeitarbeitsloser Frauen. Unter dem Titel „Aktiv und fit“ bietet sie in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Lörrach und dem EU-Sozialfonds auch Vermittlungscoaching für Einzelpersonen an.
Um solche Programme unter dem Dach des DW laufen zu lassen, müsse sich dieses zunächst als Träger für Arbeitsförderungsmaßnahmen qualifizieren, erklärt Hentschel. Bis es so weit ist, wollen die AfA-Verantwortlichen – neben Hentschel ist das Kita-Leiterin Svenja Kuhn als zweite Vorsitzende – nichts überstürzen. Alles soll gut beim DW verankert werden, bevor dann die AfA als Trägerverein aufgelöst werden kann.
Der Förderbedarf ist anhaltend hoch
Insgesamt acht Personen sind mit verschiedenen Stellenanteilen in diesem Bereich am Standort Weil am Rhein tätig und sollen dies auch bleiben, unterstreicht Hentschel. Der Bedarf sei da. „Wir sehen, dass es immer mehr Frauen mit Migrationshintergrund gibt, die Unterstützung brauchen.“
Dass viele in Weil und Friedlingen angesichts der vielen Projektnamen und Abkürzungen manchmal verwirrt sind, versteht Hentschel. Seine Ursache hat das in der Vielfalt von Anträgen, die im Bereich der Sozialarbeit stets an verschiedene Empfänger adressiert und den Kriterien von Fördertöpfen angepasst werden müssen und immer zeitlich befristet sind.
Ginge es nach ihm, könnte er sich das auch anders vorstellen. „Für uns wäre es ein Riesenwunsch, wenn wir mit einem System arbeiten und die Anträge über ein Portal stellen könnten“, hält er fest.