48 Wohnungen, Gewerbe im Erdgeschoss, grüner Innenhof: Ein Investor will das letzte freie Wohnbau-Grundstück im Neubaugebiet Dätzweg bebauen.
Noch vor ein paar Jahren hätten sich die Bewerber um das Grundstück gerissen. 37 Ar am westlichen Rand des ehemaligen DHL-Geländes, in schalldämpfenden Abstand zur Bahnlinie.
Das Grundstück gehört der Stadt Rottenburg und ist für eine möglichst nachhaltige und sozialverträgliche Wohnbebauung vorgesehen.Es ist der letzte freie Bauplatz im Quartier.
Das Areal Gleich daneben steht seit vier Jahren der Neubau der städtischen WBR (Wohnbau Rottenburg), drumherum hat der Investor Instone Real Estate seine Wohnblöcke hochgezogen. Noch weiter östlich, rund um das ehemalige DHL-Hochhaus, sind noch etliche Grundstücke frei, doch die sind für Gewerbe und für ein Parkhaus vorgesehen.
Schon im Jahr 2022 hatte die Stadt Rottenburg das Baufeld öffentlich ausgeschrieben. Doch die private Baugruppe, die damals den Zuschlag erhalten hatte, löste sich wieder auf: Baupreise und Zinsen waren zu sehr angestiegen, und die KfW hatte ihr Förderprogramm eingestellt.
Nur zwei Bewerber Im vergangenen Sommer folgte eine weitere Vergaberunde, mit Jury-Entscheid am 30. September. Diesmal allerdings reichten nur noch zwei Investoren ihre Vorschläge ein. In seiner jüngsten erteilte der Gemeinderat den Zuschlag in nicht-öffentlicher Sitzung. Der Name des „siegreichen“ Bauherrn wurde noch nicht bekanntgegeben. Baubürgermeister Annette Schwieren schrieb auf Anfrage, „leider“ hätten sich diesmal keine Baugruppen mehr beworben. „Dafür ist Rottenburg noch nicht das richtige Pflaster.“
Der Kaufvertrag soll Anfang 2026 unterschriftsreif sein und eine Bauverpflichtung (Fertigstellung innerhalb von drei Jahren) enthalten. Vorgeschrieben sind eine gemeinsame Tiefgarage und mindestens 15 Prozent Sozialwohnungen.
In öffentlicher Sitzung stellte Natalie Maierhofer vom Stuttgarter Planungsbüro Schreiberplan den Ablauf des Auswahlverfahrens vor. Es gab es ein ausgeklügeltes Punktesystem. Der angebotene Kaufpreis war nur eines von mehreren Kriterien. Bewertet wurden auch die architektonische Qualität, die Nachhaltigkeit, die Nutzungsmischung und die Freiraumgestaltung.
Platz für Büros und Arztpraxen Der Investor plant zwei große Baukörper mit drei und mit vier Geschossen für zusammen 48 Wohnungen, sowie einen großzügigen Innenhof mit Durchgang. An der Yalovastraße sind im Erdgeschoss Räume für Büros oder Arztpraxen vorgesehen, konkrete Interessenten gibt es aber dafür offenbar noch nicht.
Nördlich davon ist ein weiteres (kleineres) Baufeld, für das die Baugruppe „Wir im Quartier“ den Zuschlag erhalten hatte. Vor zwei Monaten war dort Richtfest. Die 15 Wohnungen sollen im Spätsommer 2026 bezugsfertig sein.
Das gesamte Neubaugebiet „Dätzweg II“ (also das ehemalige DHL-Gelände) ist ungefähr 7 Hektar groß und soll am Ende etwa 500 Wohnungen enthalten. Westlich davon (in Richtung Klausenfriedhof) ist schon das nächste Baugebiet „Ob den Ziegelhüttegärten“ in Planung.