Das Innovations-Labor der DHBW in VS bündelt moderne Technologien wie Virtual Reality, Eye-Tracking und Robotik und macht sie für Lehre, Forschung und Praxis nutzbar.
Das Innovations-Labor (Innolab) der DHBW Villingen-Schwenningen ist die zentrale Anlaufstelle für innovative Technologien und moderne Methodenkompetenz. Verantwortlich ist das Education Support Center (ESC), das als Dienstleister für Lehrende, Studierende und perspektivisch auch für Duale Partner agiert. Mit Technologien wie Virtual-Reality-Brillen, Robotik-Systemen und Eye-Tracking-Geräten schafft das ESC eine Infrastruktur, die Lehre, Forschung und Transfer gleichermaßen stärkt, schreibt die DHBW Villingen-Schwenningen in einer Mitteilung.
„Studierende und Dozierende können die Leistungen des ESC in Anspruch nehmen – wir wollen das aber auch für Projekte mit unseren Dualen Partnern öffnen“, erklärt Aaron Leander Haußmann, wissenschaftlicher Leiter des ESC. Ziel sei es, moderne Technologien nicht nur bereitzustellen, sondern sie systematisch in wissenschaftliche Arbeiten, praxisorientierte Projekte sowie in Lehre und Studium zu integrieren.
Auch der Rektor der DHBW Villingen-Schwenningen, Lars Meierling, unterstreicht die Bedeutung des Innovations-Labors: „Mit dem Innolab stärken wir gezielt die Zukunftsfähigkeit unserer Hochschule. Die Verbindung von technologischer Exzellenz, didaktischer Qualität und praxisnaher Anwendung ist ein zentrales Element unseres Profils als Duale Hochschule.“
Wie dieser Transfer konkret aussehen kann, zeigen verschiedene Anwendungsfelder im Innolab. So kommt beispielsweise Eye-Tracking in Forschungs- und Praxisprojekten zum Einsatz. Die videobasierte Technologie zeichnet Augenbewegungen und Blickrichtungen in Echtzeit auf. Dadurch lassen sich Erkenntnisse darüber gewinnen, wie Menschen Informationen aufnehmen, Texte lesen oder welche Bereiche von Webseiten und Werbekommunikation besondere Aufmerksamkeit erhalten. Lehrende, Studierende und Duale Partner können diese Technologie gezielt für empirische Untersuchungen und praxisnahe Fragestellungen nutzen.
Einsatz von humanoiden Robotern
Auch im Bereich Robotik verbindet das Innolab technologische Innovation mit didaktischem Mehrwert. Zum Einsatz kommen unter anderem humanoide Roboter wie „Pepper“. Er wird beispielsweise bei Einführungsveranstaltungen eingesetzt, dient aber zugleich als Lehr- und Forschungsgegenstand. Studierende setzen sich mit Programmierung, Interaktionsdesign und Anwendungsfeldern sozialer Robotik auseinander und entwickeln eigene Konzepte für den praktischen Einsatz.
Doch modernste Technik allein genügt nicht: „Wichtig ist, dass wir nicht nur die Geräte bieten, sondern besonderen Wert auf die Didaktik dahinter legen“, betont Haußmann. Technik sei die Grundlage – entscheidend sei jedoch der methodisch-didaktische Transfer in Lehre, Forschung und Praxis.
Künstliche Intelligenz als Schlüsselkompetenz
Eine wichtige Rolle spielt dabei das Thema Künstliche Intelligenz (KI). ESC-Mitarbeiterin Chrysanthi Melanou, Expertin für KI, koordiniert für die gesamte DHBW ein Projekt mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT). „Dort werden konkrete Szenarien für KI im wissenschaftlichen Arbeiten entworfen, die empirisch untersucht werden“, erklärt sie.
An der DHBW Villingen-Schwenningen ist KI bereits fest in den Studiengängen verankert und wird ab dem ersten Semester systematisch vermittelt. Die Lehrveranstaltungen erfreuen sich großer Beliebtheit, zudem betreut Melanou eine wachsende Zahl KI-bezogener Bachelorarbeiten, was das steigende Interesse von Studierenden und Dualen Partnern widerspiegelt. Auch Partnerschaften zu großen europäischen AI-Factories wurden bereits aufgebaut.
Angesichts der rasanten technologischen Entwicklungen gewinne die nachhaltige und curriculare Verankerung von KI-Kompetenzen weiter an Bedeutung. Die Entwicklungen am Arbeitsmarkt unterstreichen diesen Handlungsbedarf deutlich: „KI-Kompetenz ist heute Entscheidungskompetenz“, betont Chrysanthi Melanou. Für eine Duale Hochschule sei es daher konsequent, KI strukturell und praxisnah in die Curricula zu integrieren. Eine zentrale Rolle übernimmt dabei das ESC.