Die Mannschaft des HBW und Trainer Matthias Flohr (li.) feiern mit ihren nach Coburg mitgereisten Fans den Einzug ins Final Four nach Köln. Foto: IMAGO/Eibner/IMAGO/Eibner-Pressefoto/Martin Herbst

Der Handball-Zweitligist HBW Balingen-Weilstetten steht im Final Four um den DHB-Pokal. Das Ticket nach Köln bringt Image und Geld.

Nach dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte fuhr die Mannschaft des HBW Balingen-Weilstetten ohne Trainer und Geschäftsführer im Mannschaftsbus nach Hause. Matthias Flohr und Felix König übernachteten nach dem 38:33 n. V. im DHB-Pokal-Viertelfinale beim HSC 2000 Coburg im Hotel Oberfranken und reisten am Donnerstag weiter nach Kassel. Der Grund: Es war der Wunsch der Handball-Bundesliga (HBL), dass der Gewinner des Zweitliga-Pokalduells bei der Auslosung in der Rothenbach-Halle vor Ort vertreten ist.

 

„Hexer“ Thiel zieht Lose

Nach der Partie MT Melsungen gegen SG Flensburg-Handewitt an diesem Donnerstagabend (Anwurf 20 Uhr) wird das Halbfinale für das Final Four am 12./13. April 2025 in der Kölner Lanxess-Arena ausgelost. Die Paarungen zieht Torwart-Legende Andreas „Hexer“ Thiel, der erst vor Kurzem in die Hall of Fame der Europäischen Handball-Föderation (EHF) aufgenommen wurde.

„So entspannt habe ich noch nie einer Auslosung entgegengeblickt“, sagte Felix König. Denn krasser Außenseiter ist sein Team, vollkommen egal gegen welchen Bundesligisten es geht. „Diese Teilnahme ist für uns ein riesiger Imagegewinn, die Strahlkraft dieses Events, die bundesweite Reichweite ist enorm“, betonte der HBW-Geschäftsführer.

1170 Tickets für HBW

Nach dem Einzug ins Endturnier stand sein Telefon nicht mehr still. Alle wollten Informationen, alle löcherten ihn in Sachen Tickets. Der Vorverkauf startet am 23. Dezember. 1170 Karten stehen dem HBW zur Verfügung. Insgesamt fasst die Lanxess-Arena 19 250 Zuschauer.

Neben der Aufwertung der Marke HBW lohnt sich der größte Erfolg der Vereinsgeschichte auch finanziell. Mindestens 90  000 Euro fließen in die Kasse der Gallier von der Alb. Diese Prämie wird für Platz vier ausgeschüttet. Der Dritte erhält 120 000 Euro, der Zweite 150 000 Euro und der Sieger 200 000 Euro.

Sonntag gegen HSG Konstanz

Priorität genießt aber erst einmal der Zweitliga-Alltag. Am kommenden Sonntag (18.30 Uhr) kommt die HSG Konstanz in die Sparkassen-Arena, am 26. Dezember (16 Uhr) geht es zum TV Großwallstadt. „Der emotionale Switch ist sicher nicht ganz einfach, aber die Liga ist nun einmal unser tägliches Brot“, erklärt König, der bei der Kabinenansprache des Trainers nach dem Triumph in Coburg mit dabei war. Tenor: Jetzt dürfen und sollen alle feiern und genießen, weil es wahrscheinlich etwas Einzigartiges in der Karriere ist, aber dann muss der Fokus ganz schnell auf die Liga gerichtet werden.

Um die Chancen im Aufstiegsrennen zu erhöhen, kann es gut sein, dass der HBW bis zum Ende des Transferfensters im Februar 2025 personell nachlegt. Denn Spielmacher Jannis Schneibel fällt wegen eines erneuten Kreuzbandrisses seit Anfang Dezember aus. Für potenzielle Neuzugänge hat der HBW durch das Ticket fürs Final Four garantiert an Attraktivität gewonnen. König: „Das Ganze muss aber auch perspektivisch Sinn machen, und der Spieler muss in unsere fantastische Teamchemie passen.“

DHB-Pokal 2024/25

Viertelfinale
HSC 2000 Coburg – HBW Balingen-Weilstetten 33:38 n. V., Rhein-Neckar Löwen – ThSV Eisenach, THW Kiel – VfL Gummersbach (beide Donnerstag, 19 Uhr), MT Melsungen – SG Flensburg-Handewitt (Donnerstag, 20 Uhr).

Final Four
12./13 April 2025 in der Lanxess-Arena in Köln. (jüf)