Nichts zu erben gab es für die Regionalliga-Fußballer der TSG Balingen in ihrem „Spiel des Jahres“: Mit 4:0 (3:0) gewann der Bundesligist das Erstrundenspiel im DFB-Pokal für 13400 Zuschauern im Stadion „Kreuzeiche“ in Reutlingen. Doch der Viertligist schlug sich sehr achtbar.
TSG-Cheftrainer Martin Braun hatte in der Startelf neben Torhüter Marcel Binanzer und Kapitän Matthias Schmitz in der Abwehr Tim Wöhrle, Jonas Vogler und Adrian Müller das Vertrauen geschenkt: Im Mittelfeld sollten es Moritz Kuhn, Lukas Ramser, Leander Vochatzer und Kaan Akkaya richten, und im Sturm sollten Jan Ferdinand und Jonas Meiser auf ihre Chance lauern.
Schrecksekunde in der ersten Minute
Doch zunächst musste sein Team erst einmal eine Schrecksekunde zu überstehen: Gerade Mal eine Minute war gespielt, als der Ball schon im Balinger Netz zappelte; Enzo Millot hatte sich gegen Ramser durchgesetzt und zu Sehou Guirassy gepasst, der den Ball über die Linie drückte. Aber die Fahne des Schiedsrichterassistenten ging hoch – Abseits!
VfB ist spielbestimmend – aber Balingen kämpft aufopferungsvoll
Der Bundesligist blieb in der Folge spielbestimmend, doch die TSG-Spieler fanden immer besser in die Partie und gewannen auch viele Zweikämpfe. Balingen präsentierte sich in der Defensive aufmerksam, und so dauerte es bis zur 18. Minute, ehe der Bundesligist zur ersten richtig guten Chance kam. Chris Führich vernaschte auf der rechten Seite Wöhrle und zog aus spitzem Winkel ab, der Ball strich knapp am langen Pfosten vorbei. Wenig später setzte Guirassy zum Drehschuss an; aber kein Problem für TSG-Torhüter Binanzer.
Enzo Millot bringt den Favoriten mit 1:0 in Führung
Nach 23 Minuten trat der Regionalligist erstmals offensiv in Erscheinung; Dan-Axel Zagadou klärte eine Hereingabe zur Ecke für die TSG. Ramser brachte den Eckstoß in den Strafraum, der geklärt wurde; das Leder landete bei Akkaya, dessen Schuss für kurzzeitige Verwirrung im VfB-Strafraum sorgte. Doch letztlich klärte der Bundesligist und ging im Gegenzug mit 1:0 in Führung: Silas spielte in den Strafraum auf Millot, der mit der Fußspitze einen Schritt eher am Ball war als TSG-Kapitän Schmitz und das Leder an Keeper Binanzer vorbei ins Netz spitzelte.
Stuttgart blieb auch in der Folge das dominante Team; wenngleich der neue VfB-Torhüter Alexander Nübel nach einem Rückpass kurzzeitig in Schwierigkeiten gegen dei heran geeilten Ferdinand und Meiser geriet (32.), die Situation dann aber souverän löste.
Silas erhöht mit feinem Schlenzer auf 2:0
Auf der anderen Seite nutzten die Kicker einen Fehlpass von Wöhrle im Spielaufbau eiskalt: Silas schlenzte aus 22 Metern den Ball sehenswert über Binanzer hinweg zum 2:0 für den Favoriten ins Netz. Stuttgart nahm nun weiter Fahrt auf und stellte die TSG in der Abwehr vor Schwerstarbeit. Immer wieder waren Kapitän Schmitz, Vogler und Müller gefordert, der in der 42. Minute mit einer Monstergrätsche gegen Guirassy zunächst das 0:3 verhinderte; aber Millot brachte den Ball erneut vor das Balinger Tor zu Guirassy, der zum 3:0-Halbzeitstand für den VfB einschoss.
VfB Stuttgart legt kurz nach der Pause das 4:0 nach
Zu Pause brachte Balingens Trainer Braun seinen spielenden Co-Trainer Lukas Foelsch für Ramser. Stuttgart übernahm gleich wieder die Initiative und drängte auf den vierten Treffer. Und der fiel ausgerechnet wieder nach einem Balinger Fehler im Spielaufbau nach Ballgewinn. Guirassy reagierte blitzschnell, spielte in den Lauf VfB-Kapitän Wataru Endo, der in den Strafraum eindrang und Binanzer zum 4:0 (54.) tunnelte. Wenig später hatte Führich das 5:0 auf dem Fuß, jagte das Leder aber aus fünf Metern drüber.
Almeida-Morais verpasst den Balinger Ehrentreffer
Stuttgart ließ auch in der Folge nicht nach; Vochatzer klärte gegen den eingewechselten Wooyeong Jeong im letzten Augenblick (69.). In der Folge nutzten beide Trainer ihr Wechselkontingent und Balingen kam zu einigen guten Vorstößen, so wie in der 83. Minute als der eingewechselte Nyamekye Awortie-Grant Richtung Stuttgarter Tor marschierte, dann aber den richtigen Abspielzeitpunkt verpasste. Die größte Möglichkeit hatte „Joker“ Pedro Almeida-Morais, der von Foelsch schön freigespielt worden war und alleine Richtung Tor marschierte, dann aber im 1:1-Duell gegen VfB-Keeper Nübel scheiterte (85.). So blieb es am Ende beim 4:0 für den VfB Stuttgart; einem achtbaren Ergebnis für die Viertliga-Kicker aus Balingen. TSG Balingen: Binanzer; Kuhn (70. Vegelin), Vogler, Schmitz (C), Müller, Ramser (46. Foelsch), Wöhrle, Vochatzer, Akkaya (62. Seeger), Meiser (75. Awortwie-Grant), Ferdinand (70. Almeida-Morais).
VfB Stuttgart: Nübel; Stenzel (75. Milosevic), Anton, Zagadou, Ito, Silas (62. Leweling), Karazor, Endo (C), Führich Millot (62. Jeong), Guirassy (75. Egloff).
Tore: 0:1 Millot (24.), 0:2 Silas (33.), 0:3 Guirassy (42.), 0:4 Endo (54.).
S chiedsrichter: Dr. Robert Kampka.
Zuschauer: 13400.