Menschen trauern um ihre Angehörigen, vor einer Masseneinäscherung von verstorbenen Corona-Infizierten in einem Krematorium. Die sechs Beatmungsgeräte sollen Corona-Erkrankte vor dem Tod bewahren. (Symbolfoto) Foto: Gaur

Auch in schwierigen Zeiten nicht in Tatenlosigkeit zu verfallen, sondern an andere zu denken, denen es noch schlechter geht: Das ist die Intention des Vereins Allianz für Entwicklungsinitiativen. Mit Hilfe der Stadt Rottenburg spendet der Verein lebensrettende Beatmungsgeräte nach Indien.

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Rottenburg - "Zwar ist es ein trauriger Anlass, dass solche Aktionen notwendig sind, aber es freut mich, dass etwas getan wird", leitet Stephan Neher, Oberbürgermeister der Stadt Rottenburg, die Pressekonferenz ein, die aus der aktuellen Situation als Teams-Konferenz stattfindet. Er kam erst zu dem gemeinnützigen Projekt dazu, als "bereits konkrete Lösungen auf dem Tisch lagen". Die Lösungen entwickelt haben in Zusammenarbeit das in Rottenburg bekannte Ehepaar Elke und Volker Seelmann, welches gambische Flüchtlinge unterstützt, Wolfgang Jüngling, Flüchtlingskoordinator, Nfally Jorju, erster Vorsitzender des Vereins Allianz für Entwicklungsinitiativen (AEI) sowie Saikou Suwareh, Mitglied des Vereins und im Bereich Medizintechnik zuständig.

Der Vereinsvorsitzende, dem die Teilnahme an der Konferenz so wichtig ist, dass er sich vom Auto aus zugeschaltet hat, erzählt etwas über die Geschichte des Vereins: "Uns ist aufgefallen, dass es schöne Projekte in Gambia gibt, allerdings werden viele nicht zu Ende gedacht." Die AEI begleitet Entwicklungsprojekte zwischen Gambia und Deutschland – und möchte auch nachhaltig die Armut dort bekämpfen. Suwareh ergänzt: "Als ich von Gambia nach Deutschland geflüchtet bin, habe ich gemerkt, was für eine schlechte Situation in Gambia herrscht und wie gut die Lage in Deutschland ist. Da war mein Gedanke: Deutschland kann etwas tun." Gemeinsam mit Seelmann habe er ein Konzept für das Projekt erworben. Die mangelnde Medizinversorgung in Gambia sei "kein Einzelfall", so Suwareh. "Sondern ein Problem in ganz Indien." Die Stadt Rottenburg habe ihnen die Möglichkeit gegeben, die sechs Beatmungsgeräte zu lagern, sodass diese voraussichtlich am 25. Mai nach Indien versendet werden können, wo sie corona-erkrankten Menschen das Leben retten sollen.

Kontakt mit der Botschaft

Vor allem die Suche nach der Transportmöglichkeit stellte uns vor eine große Herausforderung, sagt Jüngling. "Bei drei Organisationen habe ich angefragt, bis ich mich an die indische Botschaft gewendet habe. Die waren die Ersten, die gesagt haben ›danke für das Angebot‹". Zwar gebe es noch "Kleinigkeiten zu organisieren, aber das bekommen wir in den Griff", so Jüngling.

"Uns ist es wichtig, dass Menschen das Projekt begleiten, die sich in Indien auskennen", sagt Seelmann. Auch Neher lobt das Engagement der Geflüchteten: "Menschen aus anderen Kulturkreisen sind eine Bereicherung für unsere Zivilgesellschaft – vor allem, wenn sie sich so für andere einsetzen." Suawereh: "Ich bin glücklich, dass ich ein Teil der Stadt Rottenburg bin."

Allerdings sei der Verein auf die Hilfe von neuen Mitgliedern angewiesen, sagt Jorju. "Noch sind wir wenige, die die Idee des Vereins schultern, deshalb hat die Umsetzung des Projektes sehr lange gedauert."

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