Karl Dürr (rechts) ist das, was man einen "alten Hasen" in Sachen Sportabzeichen nennt – er steht den Teilnehmern immer mit guten Tipps zur Seite. Foto: Priestersbach

Bereits seit 1977 wird das Deutsche Sportabzeichen in Mötzingen unter der Regie der Breitensportler abgenommen. Unterm Strich wurden in dieser Zeit rund 8400 Teilnehmer gezählt. Und im vergangenen Jahr konnte trotz Corona die 5000er-Marke bei den erfolgreichen Teilnahmen geknackt werden.

Mötzingen - Nach der monatelangen Lockdown-Zwangspause fiel bei den Mötzinger Breitensportlern der Startschuss für die neue Sportabzeichen-Saison. "Wir sind voller Erwartung, wie es dieses Jahr wird", betont Angela Wagner mit einem guten Schuss Optimismus. Gleichzeitig weiß die Sportabzeichen-Prüferin aber auch, dass "viele Leute von den Corona-Regeln genervt sind". So müssen sich die Teilnehmer an den Übungsabenden zuvor anmelden – und es gelten die drei "G". Also: getestet, geimpft oder genesen. Hinzu kommen die vorgegebenen Hygienemaßnahmen.

Entsprechend verhalten fiel nun die erste Übungseinheit auf dem Mötzinger Sportplatz aus. Angela Wagner hofft, dass "die Teilnehmerzahlen wieder steigen, wenn die Testpflicht entfällt". Etwas Positives kann die Sportabzeichen-Prüferin immerhin der Pflicht zur vorherigen Anmeldung abgewinnen, denn so wisse man, wie viele Leute kommen und wie viele Übungsleiter erforderlich sind.

Riesenspaß auf dem Sportplatz

Quasi von Anfang ab besteht in Sachen Sportabzeichen eine erfolgreiche Kooperation mit der Mötzinger Grundschule. Dabei richten die Breitensportler nicht nur die Bundesjugendspiele für die dritte und vierte Klasse aus, sondern auch einen Sporttag für die erste und zweite Klasse. "Die Kooperation ist für uns selbstverständlich, und das ist immer eine Initial-Zündung für das Sportabzeichen", merkt Prüfer Karl Dürr an. Doch mache es eben "immer auch einen Riesenspaß mit den Kindern auf dem Sportplatz", so Dürr. Im vergangenen Jahr fehlten die Grundschüler allerdings coronabedingt – und auch im aktuellen Schuljahr sind die Bundesjugendspiele und der Sporttag der Pandemie zum Opfer gefallen.

Schon seit 1968 ist Karl Dürr als Prüfer in Sachen Sportabzeichen unterwegs. Nach einer Pause wurde er 2005 von den Mötzinger Breitensportlern quasi reaktiviert. "Das hält einen jung, und es treffen sich alle Generationen beim Sportabzeichen", erklärt der 75-jährige frühere Handballer.

Das Schöne am Deutschen Sportabzeichen ist für ihn der Umstand, dass es für alle Altersklasse und jedes Geschlecht unterschiedliche Disziplinen und Anforderungen gibt. Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination sind dabei seit mehr als 100 Jahren die gefragten Fähigkeiten, wobei die geprüften Disziplinen in den vergangenen Jahrzehnten immer vielfältiger wurden. Einzige Disziplin, die von allen Teilnehmern zwingend nachgewiesen werden muss, ist die Schwimmbefähigung – und genau da liegt der Hase oft im Pfeffer. Denn Karl Dürr stellt fest, dass es immer mehr Jugendliche gibt, die nicht schwimmen können – eine Situation, die sich durch den ausgefallenen Schwimmunterricht während der Corona-Pandemie noch verschärft haben dürfte. "Das tut schon oft weh, wenn die Kinder bei den Bundesjugendspielen oder beim Sporttag das Sportabzeichen nicht erhalten, weil sie nicht schwimmen können", macht der Prüfer deutlich.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: