Martin Lenz ist zum zweiten Mal mit dem Deutschen Rock- und Pop-Preis ausgezeichnet worden – diesmal sogar in drei Kategorien. Foto: Karina Eyrich

Zum zweiten Mal in Folge hat Singer-Songwriter Martin Lenz den Deutschen Rock- und Pop-Preis erhalten – diesmal gar in drei Kategorien, darunter einer „ganz wichtigen“.

In der Kategorie „Singer/Songwriter“ hatte Martin Lenz vor einem Jahr zwei der begehrten Deutschen Rock- und Pop-Preise geholt, einen davon zusammen mit seinem musikalischen Partner Rafael Schöllhorn als „Lenz & Friends“.

 

Auf den drei Urkunden, die ihm dieser Tage der Postbote ins Haus gebracht hat, steht nur sein Name: Martin Lenz ist als bester Mundart-Interpret, erneut mit dem Singer-Songwriter-Preis und für das beste Kinderlieder-Album mit dem renommierten Preis ausgezeichnet worden.

Das Sommer-Kind besingt die Jahreszeiten

Der 54-Jährige Vater ist im Juli geboren, selbst ein „Sommer-Kind“, und hatte deshalb besonders viel Spaß daran, die Kinderlieder wie „Sommer“ zu schreiben und zu komponieren – aus dem Kinderlieder-Album soll nun noch ein Jahreszeiten-Buch entstehen, das Lenz dann bei seinen vielen Auftritten in Schulen, die ihm sehr wichtig sind, präsentieren will.

„Das geht doch nicht mit rechten Dingen zu!“

Dass er unter rund 10 000 Bewerbern gleich drei Preise geholt hat, freut ihn riesig, zumal er sich mit nur drei Liedern beworben hatte. „Hemmungslos“ heißt sein Sieger-Lied in der Kategorie Singer-Songwriter, und es beschreibt Martin Lenz so, wie er ist: „Ich kann hemmungslos lachen, weinen, lieben und leben“, sagt Lenz, und die Zeilen im Song erzählen davon, wie es ist, die Ketten zu sprechen, ohne Maske zu leben, sich ganz zu vergessen und nichts aufzuschieben, wie es darin heißt.

„Schnauze voll“ ist ein Ausflug in die Mundart

Ungewöhnlich: Bei seinen Konzerten – auch jenen mit seinem Bruder Uwe als „Lenz Brothers“ – singt der Wahl-Benzinger in der Regel englisch. Mit „Schnauze voll“ hat der Schwabe, der aus Winnenden stammt, aber nun auch als Mundart-Interpret bei der hochkarätig besetzten Jury gepunktet.

„Geht das mit rechten Dingen zu?“ habe er sich gefragt, als er die Nachricht erhielt, für alle drei eingereichten Songs prämiert zu werden, berichtet Lenz, selbst überrascht durch seinen Erfolg. „Kollegen hatten mir erzählt, sie hätten sich oft beworben und nicht einmal eine Antwort bekommen.“ Aber ein Freund und Kollege habe ihm dann gesagt: „Mach’ Dir keinen Kopf – Deine Lieder sind einfach gut!“ Das Stiftungskuratorium, in dem Größen wie Heinz Rudolf Kunze, Rudolf Schenker von den „Scorpions“ und Ralph Siegel sitzen, war offenkundig der selben Meinung.

Immer mehr Auftritte – immer öfter unterwegs

Sein Erfolg vor einem Jahr hat indes schon Wirkung gezeitigt: „Ich spiele immer mehr Konzerte, habe diesen Monat alleine 17 Auftritte, bin nur noch unterwegs“, berichtet Lenz. Mit seinem Wohnmobil tourt er inzwischen bis nach Norddeutschland, auch für zwei Auftritte – ob es nun Konzerte oder Lesungen sind: „Weil ich denke, wenn die Leute wollen, dass ich komme, dann sollte ich sie nicht enttäuschen.“

Die Liedmanufaktur steht nie still

Im nächsten Jahr will Martin Lenz sich dann zum dritten Mal um den Deutschen Rock- und Pop-Preis bewerben, zumal seine Liedmanufaktur nie stillsteht: Wo immer er gerade ist, sammelt er Ideen für Melodien, speichert sie im Smartphone, kann aber auch einfach am Küchentisch sitzen und schreiben.

Dasselbe gilt für seine literarischen Geschichten wie das Kinderbuch „Freunde fürs Leben“ über die Freundschaft zwischen einem Igel und einem Eichhörnchen. „Schon wenn ich den Anfang lese, sitzen alle da und sind mucksmäuschenstill“ – das macht Lenz besonders glücklich, sind Kinder doch bekanntlich ein kritisches Publikum. Der Preis für sein Kinderlieder-Album ist für Martin Lenz daher das schönste Weihnachtsgeschenk.