Vom 23. bis 25. Juni findet in Bad Dürrheim und Donaueschingen die Deutsche Straßen-Radmeisterschaft statt. Ermöglicht wird das auch durch die Hilfe zahlreicher Helfer, Mitarbeiter und Streckenposten. Wir haben mit einem von ihnen gesprochen.
Der Riderman ist eines der bekanntesten und ältesten Jedermann-Rennen in Deutschland. Zum Erfolg des Rennens leisten zahlreiche Helfer ihren Beitrag. Denn so ein Rennen braucht jede Menge davon, beispielsweise beim Aufbau, als Streckenposten oder Sicherheitspersonal.
Und auch die Deutsche Straßen Radmeisterschaft 2023, die vom 23. bis 25. Juni in Bad Dürrheim und Donaueschingen stattfindet, wäre ohne zahlreiche helfende Hände nicht zu realisieren – und viele von diesen haben reichlich Erfahrung durch den Riderman. Zwei dieser Hände gehören dem Bad Dürrheimer Marian Nann.
Der 25-Jährige ist gerade dabei die Ziellinie abzukleben, damit er sie hinterher in Weiß auf den Asphalt malen kann. „Das Zielstück ist eine Kunst für sich“, erzählt er. Zwei schnurgerade Linien, jeweils 34 Zentimeter breit, dazwischen vier Zentimeter Freiraum sind die Vorgabe, die später erreicht werden muss. Dies sei nötig, damit im Fall eines Fotofinish der Sieger korrekt ermittelt werden kann.
Seit acht Jahren ist er Teil des Teams
Vor acht Jahren hat er erstmals bei der Organisation eines Riderman mitgewirkt. Dazu gekommen ist er, weil er die Veranstalter – die Sauser-Brüder – privat ein wenig gekannt habe und sich auch für den Sport interessiert, erinnert er sich. Damals fuhr er in der Sicherheitsstaffel mit und das habe ihm gut gefallen. „Seitdem bin ich Teil des Teams.“
Bei sechs bis sieben Veranstaltungen der Sausers sei er jedes Jahr im Schnitt dabei. Und zwar nicht nur beim Event selber, sondern auch bei Aufbau und Organisation. Dort kann der gelernte Zimmermann, der hauptberuflich als Bautechniker arbeitet, alle seine Stärken ausspielen. Zusätzlich zugute komme ihm, dass er einen Lkw-Führerschein hat, erzählt er.
Organisatorisch ist er bei der nun stattfindenden Deutschen Meisterschaft verantwortlich für alle Streckenposten, inklusive der Anwerbung und Ausbildung von neuen Helfern in dem Bereich. Da die Deutsche Meisterschaft auf einem Rundkurs stattfindet, sind es insgesamt zwar weniger Streckenposten als beim Riderman, aber immerhin mehr als 450 Personen.
Streckenposten müssen konzentriert sein
Unter ihnen sind viele Mitglieder von Vereinen aus der Region, die sich mit der Mitarbeit die Kasse ein wenig aufbessern und teilweise jahrelange Riderman-Erfahrung mitbringen. „Aber“, so sagt er, „auch wenn wir viele erfahrene Streckenposten haben, müssen alle geschult und eingewiesen werden. Die Wochen vor einer Veranstaltung verlangen schon viel Zeit und Aufmerksamkeit.“
Die Arbeit als Streckenposten an sich sei nicht sonderlich schwer. Aber dennoch tragen die einzelnen Posten ein hohes Maß an Verantwortung. Schließlich stehen sie teils stundenlang in der Hitze und müssen die ganze Zeit aufmerksam sein, damit die Sicherheit der Rennteilnehmer und Zuschauer gewährleistet ist. Und ein dickes Fell müssen sie manchmal haben. Denn immer wieder gebe es Unbeteiligte, die kein Verständnis haben, wenn eine Straße für ein Rennen gesperrt ist und die ihren Frust über die Straßensperrung an den Posten auslassen. Im Gegenzug sei man aber auch Teil des Ereignisses, was gerade für Radsportbegeisterte eine besondere Ehre sei.
Marian Nann ist der Blaulicht-Kontakt
Bei den Rennen sitzt Marian Nann im Führungsfahrzeug, das hinter der Sicherheitsstaffel fährt. Dann habe er zwei Funkgeräte und das Handy in der Hand und fungiert als „Schnittstelle zwischen Streckenposten, Rennteilnehmern und allem, was ein Blaulicht auf dem Dach hat“.
Wer am Ende gewinnt, sei ihm nicht so wichtig, solange alle sicher ankommen. Verschmitzt meint er dazu: „Ganz egal, wie schnell oder langsam die fahren, der erste wird Deutscher Meister.“
Rad-DM im Fernsehen und Livestream
Elite Frauen
TV-Übertragung der Rad DM im SWR TV und im Stream auf www.sportschau.de am Samstag, 24. Juni, ab 16.15 Uhr.
Elite Männer
TV-Übertragung der Rad DM im SWR TV und im Stream auf www.sportschau.de am Sonntag, 25. Juni, ab 15.15 Uhr.