Mehr als 100 Para-Bogenschützen traten bei den deutschen Meisterschaften in Schömberg an. Foto: Kraushaar

Der BSC Schömberg richtet die deutsche Meisterschaft der Para-Bogenschützen aus – und zeichnet sich mit guter Organisation aus.

Die Paralympics in Paris zeigen es aktuell: Sportler mit Behinderungen, unabhängig ob angeboren oder durch äußere Einflüsse hervorgerufen, können Ziele erreichen, die von Bewegung, Therapie bis Motivation, neue Lebenskraft und Teilhabe an der Gesellschaft reicht. „Das gilt auch für den Bogensport, der in vielfacher Weise für Menschen mit Behinderung wie geschaffen ist und bei jedem Training oder Wettkampf eine besondere Herausforderung darstellt“, erklärte Matthias Meudt, leitender Kampfrichter bei der deutschen Para-Meisterschaft der Bogenschützen in Schömberg.

 

Rote T-Shirts helfen

Bei den nationalen Titelkämpfen des Deutschen Behindertensportverbandes präsentierte sich der BSC Schömberg als ein im Umgang mit Behinderungen vorbildlicher Gastgeber. „Sie sehen unsere Helfer in roten T-Shirts. Bitte wenden sie sich an sie, wenn Sie Hilfe brauchen. Wir sind für sie da“, versprach Andreas Böhm bei der Begrüßung. Dabei machte der Oberschützenmeister von der Hitze an der Schießlinie über Rückholung von Pfeilen, der Auswertung bis zur Hilfe bei der Verpflegung oder dem Toilettengang auf ein breites Spektrum aufmerksam.

Der BSC Schömberg verfügt dank Martin Wurster über Erfahrung auf diesem Gebiet. Der stellvertretende Vorsitzende des Vereins ist an den Rollstuhl gefesselt. Seine Bogenschützenkollegen haben über Jahre mit ihm zusammen den Umgang mit Behinderungen gelernt und konnten sich schon mehrfach an Erfolgen von Wurster bis hin zu deutschen Meistertitel mitfreuen.

Großartiges Bild

Viele von ihnen haben mitgeholfen, dass die Anlage auf dem Langenbrander Sportplatz den über 100 Teilnehmern an zwei Schießtagen ein großartiges Bild inmitten von einem landschaftlich tollen Ambiente geboten hat. Dazu hatten die BSC-Helfer hinter der Schießlinie eine lange Zeltstadt aufgebaut, die wenigstens etwas Schatten spendete. Zwischen Vereinsheim und Schießlinie hatte Bogensport Walter einen Stand aufgebaut und für die technische Betreuung der Schützen gesorgt.

Der ehemalige Kreisbogenreferent Christian Walter, der aktuell zweiter Mann für den Bogensport in der Region hinter Andreas Böhm ist, hatte mit der Übernahme der Service-Einrichtung von Roland Lörcher einen wertvollen Schritt für die Bogenschützen aus der Region vollzogen. Der Magstädter war ebenfalls an den Rollstuhl gefesselt und hatte als Tischtennisspieler und später als Bogenschütze sowie fachkundiger Servicemann viele wertvolle Impulse auch bei seinem Heimatverein BSC Magstadt gegeben.

Titel nach Sindelfingen

Auf der rein sportlichen Seite standen am Ende der zwei Schießtage für die Lokalmatadore der achte Platz für Jörg Tannenberg vom VfL Sindelfingen (Senioren A/AB) mit 515 Ringen, die Bronzemedaille für Cornelia Leistner (Seniorinnen AB) mit 400 Ringen vom BSC Schömberg und deutsche Meister-Titel für die beiden Sindelfinger Manuel Herrmann (Herren AB) mit 583 Ringen und Uwe Härter. Härter war bei seinen 617 Ringen mit dem Compoundbogen zwar konkurrenzlos, bei seinem zweiten Start wurde er mit einer Steigerung auf 648 Ringen aber Vizemeister hinter Gerhard Schwab (663) von BS Laichingen Alb.

Der deutsche Meister von 2023, Martin Wurster vom BSC Schömberg, wäre auf dem undankbaren vierten Rang fast leer ausgegangen, wenn da nicht noch die Länderpokalwertung Compound gewesen wäre, in der er sich zusammen mit Uwe Härter und Gerhard Schwab doch noch über eine Bronzemedaille freuen durfte.