Der Bundestrainer Julian Nagelsmann gibt beim DFB über die Heim-EM hinaus die Richtung vor. Foto: dpa/Arne Dedert

Der Bundestrainer bleibt bis zum Abschluss der WM 2026. Das ist gut für den deutschen Fußball – und eine Watschn für den FC Bayern, meint unser Sportredakteur Carlos Ubina.

Man kann davon ausgehen, dass sich Julian Nagelsmann und sein Berater Volker Struth über diesen Coup freuen. Da hat Struth einem Fernsehsender noch schnell erzählt, dass er mit dem FC Bayern über eine Rückholaktion des 36-Jährigen spricht – und wie nach einem perfekten Konter präsentiert der Deutsche Fußball-Bund (DFB) kurz darauf die Vertragsverlängerung mit dem Bundestrainer. Bis zum Abschluss der WM 2026.

 

Damit hat der DFB seinen Wunschkandidaten gebunden, noch ehe die Heim-EM für die Nationalmannschaft am 14. Juni beginnt. Das ist einerseits schlau, weil Nagelsmann aktuell die beste Wahl auf dem Trainermarkt ist (Jürgen Klopp ist ja nicht zu haben). Zudem werden die Diskussionen über ein weiteres Engagement nicht in das Turnier hineingetragen. Andererseits wollte der klamme Verband doch eigentlich aus Fehlern der Vergangenheit lernen. Denn im Fall Joachim Löw kam den DFB eine vorzeitige Vertragsverlängerung schon einmal teuer zu stehen.

Die Nachwehen einer verpassten Entwicklung unter den Vorgängern Joachim Löw und Hansi Flick spürt die Nationalelf noch immer. Doch Nagelsmann hat sich daran gemacht, sie mit dem erfahrenen Sportdirektor Rudi Völler neu aufzustellen. Nagelsmann und Völler bilden so das Duo für die DFB-Zukunft – was einer Watschn für den FC Bayern gleichkommt. Nach Xabi Alonso, der in Leverkusen bleibt, ist der nächste Trainer den Münchner Avancen nicht erlegen.