Tobias Dahm hat es in Braunschweig nicht in die Medaillenränge geschafft. Foto: Görlitz

Die Chance auf eine Medaille war da, doch am Ende fehlten Kugelstoßer Tobias Dahm aus Neuhengstett bei der deutschen Meisterschaft in Braunschweig als Fünftplatzierter mit 19,10 Metern acht Zentimeter zu Bronze.

Sieger und damit erstmals deutscher Meister wurde Dennis Lukas von der LG Idar Oberstein mit 19,82 Metern.

Tobias Dahm, der seine Leichtathletik-Karriere beim VfL Ostelsheim begonnen hat und inzwischen für den VfL Sindelfingen an den Start geht, hatte mit 20,42 Metern zwar die persönliche Freiluft-Bestweite aller acht Konkurrenten in der Bestenliste stehen, doch in diesem Jahr war der Olympiateilnehmer von 2016 in Rio de Janeiro noch nicht so richtig auf Touren gekommen.

Start knapp unter der 19-Meter-Marke

In Braunschweig blieb Tobias Dahm mit 18,91 Metern im ersten Versuch knapp unter der Marke von 19 Metern und hatte nach dem ersten Durchgang vier Konkurrenten vor sich. Daran änderte sich auch nach einem ungültigen zweiten Versuch und 18,88 Metern im dritten Durchgang zunächst nichts. Als der 34-jährige Neuhengstetter dann zum vierten Mal in den Ring ging, kam er auf 19,08 Meter, doch an der Platzierung änderte sich nichts. Zwei Zentimeter weiter flog die Kugel von Tobias Dahm im fünften Durchgang, doch die 19,10 Meter brachten den 2,03 Meter großen Modellathleten nicht weiter nach vorne. Seine neue Bestweite an diesem Tag war mehr oder weniger eine Bestätigung der bis dahin erzielten Ergebnisse.

Kampf um die Medaillenbis zum Schluss offen

Die Hoffnung auf eine Medaille war immer noch da, zumal der vor dem alles entscheidenden sechsten Durchgang auf dem Bronzerang liegende Dennis Lewke vom SC DHfK Leipzig mit 19,18 Metern und der Viertplatzierte Cedrik Trinemeier vom LV Erzgebirge mit 19,17 Metern nur knapp vor Tobias Dahm lagen.

Würde der Neuhengstetter vielleicht noch einen raushauen? Noch war zumindest Platz drei möglich. Doch er konnte sich nicht verbessern. Auf der Anzeigetafel leuchteten nach dem sechsten Versuch 18,85 Meter. Die Hoffnung, eine Medaille nach Hause bringen zu können, war endgültig dahin.

Seinen ersten Titel nationalen Titel holte sich etwas überraschend der Dennis Lukas von der LG Idar Oberstein, der die Abwesenheit von Seriensieger und Weltklasseathlet David Storl (SC DHfK Leipzig/Absage wegen Rückenproblemen) nutzte und in Braunschweig mit persönlicher Bestweite von 19,82 Metern den Sprung nach ganz oben auf das Siegerpodest schaffte. Der neue deutsche Meister hatte 2021 bis zu den Titelkämpfen eine Jahresbestweite von 19,22 Metern stehen, über 19,46 Metern war er bis dahin in einem offiziellen Wettkampf noch gar nie hinausgekommen.

Im fünften Versuch kam er mit 19,42 Metern ganz dicht an seine Bestweite heran, war damit aber immer noch Zweiter in diesem Wettbewerb. Wahrscheinlich hatte er es selbst nicht für möglich gehalten, doch mit seinem sechsten und letzten Versuch brachte er es auf 19,82 Meter. Das war der Sieg.

Entscheidung erst im letzten Versuch

Zweiter wurde Christian Zimmermann von Kirchheimer SC. Seine Tagesbestweite erzielte er im vierten Durchgang mit 19,62 Metern.

Ein fast schon einsames Rennen lief Carolina Krafzik vom VfL Sindelfingen über 400 Meter Hürden. Die Vereinskameradin von Tobias Dahm wurde mit 54,89 Sekunden gestoppt. So schnell war sie zuvor noch nie gelaufen. Christine Saltzerberg vom LT DSHS Köln kam in 58,04 Sekunden ins Ziel – mehr als drei Sekunden hinter der überragenden Siegerin, die aus Niefern-Öschelbronn kommt.

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