Der Übergabepunkt am Bürgerhaus steht bereits. Foto: Merz

Mit dem Ausblick auf schnelleres Internet beginnt im kommenden Jahr der Glasfaserausbau in Kippenheim. Die Deutsche Glasfaser hat in das Bürgerhaus eingeladen, um über die Baupläne zu informieren. Ende September will die Firma fertig sein.

Anfang 2024 soll es losgehen: Damit die Kippenheimer schnelleres Internet erhalten, beginnt die Deutsche Glasfaser (DG) Ende Januar mit dem Ausbau in der Gemeinde. Um sich über die Pläne der Firma und alles rund um das Projekt zu informieren, waren am Dienstagabend rund 90 Menschen ins Kippenheimer Bürgerhaus zur Infoveranstaltung des Unternehmens gekommen.

„Wir sind froh, dass wir vor zwei Jahren den Schritt gegangen sind“, erklärte Kippenheims Bürgermeister Matthias Gutbrod eingangs. Die Deutsche Glasfaser hatte den fünf Gemeinden Kippenheim, Kappel-Grafenhausen, Mahlberg, Rust und Ringsheim das Angebot gemacht, sie mit Glasfaser zu versorgen, wenn knapp ein Drittel aller Haushalte einen Vertrag abschließt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hatte schließlich auch Kippenheim die 30 Prozent erreicht. „Auch wenn man im Moment vielleicht zufrieden ist, in dem Bereich ändert sich viel sehr schnell“, so Gutbrod. „In Zukunft sind wir auf schnelles Internet angewiesen“, betonte er. Die beiden für den Ausbau mit Glasfaser nötigen Übergabepunkte – also die zentrale Verteilerstationen für alle Haushalte – stehen bereits: Von den beiden grauen Kästen am Kippenheimer Bürgerhaus und in der Weinbergstraße 4 in Schmieheim werden dann künftig die Glasfasern direkt in die Haushalte der Bürger verteilt. „Es geht los“, so der Rathauschef.

Bevor er Jochen Lorbach, Projektmanager bei der DG und zuständig in den Südgemeinden, zur Sprache kommen ließ, sprach Gutbrod den Elefanten im Raum an: „Wir haben alle von den Problemen gelesen“, sagte er und spielte damit auf den Ausbau in anderen Gemeinden – etwa in Neuried – an. Dort hatte Bürgermeister Tobias Uhrich wegen katastrophalen Zuständen der Straßen den Ausbau kürzlich gestoppt. „Der Wunsch ist, dass es in Kippenheim deutlich besser läuft“, so Gutbrod. Dass dieser Wunsch auch in Erfüllung geht, bleibt zu hoffen – immerhin handelt es sich laut Rathauschef um „eine der größten Umbaumaßnahmen“ in der Gemeinde. In nahezu jeder Straße werde es Bauarbeiten geben. „Ich hoffe, dass wir einen guten Ausbau hinbekommen“, betonte Gutbrod.

Andere Firma als im Ried

Entwarnung gab es anschließend von Lorbach: Man arbeite mit anderen Baupartnern zusammen, erklärte dieser. „TM Global“ heißt die Firma, wie in der Präsentation erkennbar war. „Wir werden die Straßen so schnell wie möglich wieder zumachen. Einhundert Prozent wird nicht klappen. Aber ich will 90 Prozent oder mehr“, so Lorbach, der gemeinsam mit drei Kollegen, Werbebannern, Infomaterial und einer Präsentation ins Bürgerhaus gekommen war. 2 213 Haushalte sollen in der Gemeinde einen Anschluss erhalten, erläuterte der DG-Projektmanager. Mit drei bis fünf Baukolonnen und rund 30 bis 40 Personen soll der Bau Ende Januar oder Anfang Februar losgehen. „Das hängt aber auch mit den Asphaltwerken zusammen“, hieß es. Diese könnten im Winter teilweise nicht arbeiten. Zuvor stehen bei allen Kunden jedoch die Hausbegehungen an. „Die Begehung ist enorm wichtig. Sie sollten dabei alles angeben“, so Lorbach. „Die Mitarbeiter müssen sich ausweisen können, das ist mir ganz wichtig“, betonte er zudem. Nach der Begehung werde ein Protokoll erstellt, das der Kunde erhalte.

Um sich den Fragen der Kippenheimer zustellen, hat die Foto: Merz

Bei den Arbeiten selbst stünden drei Verfahren zur Verfügung: Arbeit mit einer Fräse, eine traditionelle Bauweise oder das Spül-Bohr-Verfahren. Doch egal welches Verfahren, Lorbach versichert: „Danach gibt es eine Wiederherstellung auf den Ursprungszustand.“ Um diesen zu gewährleisten, soll es auch Begehungen und eine Abnahme mit der Gemeinde geben. Die erste Aktivierung plant die DG Ende Juni, der gesamte Ausbau soll – Stand jetzt – Ende September fertig sein. Es könne aber zu Verzögerungen kommen, etwa wenn es im März noch einmal kalt werde.

Servicepunkt geplant

Damit vor Ort ein Ansprechpartner bei Fragen zum Glasfaserausbau zur Verfügung steht, soll ein „Servicepunkt“ in der Stauferstraße 2 in Mahlberg eröffnet werden. „Ich hoffe, dass wir ihn noch im Oktober eröffnen, vielleicht im November“, stellte DG-Manager Jochen Lorbach in Aussicht.