Verbundenheit verleiht Flügel – so oder so ähnlich könnte man die Überraschung interpretieren, die Nicola Schurr (ganz links) zusammen mit dem Graffiti-Künstler Jonas Fehlinger (zweiter von links) anlässlich des Deutsch-Ukrainischen-Abends in der Neckarhalle vorbereitet hat. Foto: Rainer Bombardi

Beim zweiten Deutsch-Ukrainischen-Abend in der Schwenninger Neckarhalle prägten Lebenslust, Hoffnung und Zuversicht die Stimmung und das während eines kunterbunten Programms, bei dem das osteuropäische Land seine kulturelle Vielfalt lebte.

Einmal mehr hatten Ukraine-Fan Michael Hoyer und sein Team, die Initiativgruppe der „Ukrainer im Schwarzwald“ unter Mitwirkung von Nicola Schurr, Sprecher von „VS ist bunt“ und Stadtrat, eine Veranstaltung organisiert, an der rund 500 Gäste teilnahmen. Ein paar Stunden wurde hier Geselligkeit in vollen Zügen genossen.

 

Sie vertieften alte und schlossen neue Bekanntschaften. Wie schon während der Erstausgabe der Veranstaltung waren Ukrainerinnen und Ukrainer aus der Region zu Gast. Interkulturell und international war der Abend konzipiert. Dem Engagement von Irina Solowiejko war die Konzeption des Programms zu verdanken, welches aufgrund ihrer Verbindungen zu diversen Gruppen, Chören und Künstlern 90 Minuten kurzweilige Unterhaltung bot.

Das Publikum machte begeistert mit, nahm die einzelnen Punkte der Aufführungen konzentriert war und spendete reichlich Applaus. Lebensmut, Hoffnung und Zuversicht sprach aus ihren Gesichtern, von Resignation oder Skepsis war nichts zu spüren.

Ukrainische Spezialitäten und traurige Bilder

Im Foyer bot eine Gruppe auf Spendenbasis Borschtsch, Knoblauchtee und einen besonderen, aus Trockenfrüchten gebrauten Tee an, der in den heimischen Gefilden wohl mit einem Punsch vergleichbar ist. Auf der gegenüberliegenden Seite boten Frauen in landestypischen Trachten und aus winzigen Perlen hergestellte Souvenirs an. Aus Perlen waren auch die ausgestellten Bilder in der Neckarhalle hergestellt, die in ihrer Art an die gestickten Gobelin-Bilder in unseren Breitengraden erinnerten.

Ein paar Meter weiter waren erschütternde Fotografien aus den Kriegsgebieten zu sein. Doch es war erkennbar, dass sie nicht im Fokus stehen sollten. Das Augenmerk war auf Optimismus und die Hoffnung auf Frieden ausgerichtet.

OB Roth richtete lobende Worte an die Ukrainer

Zu Gast war auch Oberbürgermeister Jürgen Roth, der die vielfältigen künstlerischen Talente der Akteure auf der Bühne lobte. Er hob auch den Mut der Ukrainerinnen und Ukrainer hervor, deren Gefühlslage zwischen Hoffnung und Resignation das Ankommen erschwere. „Wir stehen den Menschen gerne zur Seite“, so seine Worte. Er sicherte zu, dass die Verwaltung so weit wie möglich ihre Hilfe anbiete und mit bürgerlichem Engagement eine Basis geschafft werde, die den Menschen aus der Ukraine einen sicheren Zufluchtsort bieten würde.

Zum Finale betraten noch einmal alle Akteure des Abends die Bühne, während Sänger Artem Dahnko mit dem – übersetzt lautenden – Liedtitel „Halte den Moment fest“ die Besonderheit des Abends hervorhob.

Von Nicola Schurr gab’s eine Überraschung

Eine Überraschung hatten sich auch der Graffiti-Künstler Jonas Fehlinger und Nicola Schurr ausgedacht. In den gelb-blauen Farbe der Ukraine hatte Fehlinger ein überdimensionales Bild eines Schmetterlings gemalt, auf dessen Flügeln ein V und ein S zu sehen war. Im übertragenen Sinne stand dieser Schmetterling für die Verbundenheit zum ukrainischen Volk.

Die Spenden des Abends gingen an eine ukrainische Gruppe der Lukas Gemeinde und ein Krankenhaus in der Ukraine. Doch sollte dieser Abend der letzte seiner Art sein? Vieles spreche dafür, dass sich Michael Hoyer und sein Team gerne bereit erklären werde, einen weiteren Deutsch-Ukrainischen-Abend zu gestalten.