Die Zukunft des sanierungsbedürftigen Musikschulgebäudes der Stadt Nagold ist ungewiss. Der OB fand dazu deutliche Worte – auch der einstige Schenker des Gebäudes äußerte sich.
„Lassen Sie die Musikschule nicht hängen“ – in diesem Satz gipfelten die mahnenden Worte von Nagolds Musikschulleiter Christian Pöndl, als er im Kulturausschuss der Stadt Nagold vor wenigen Wochen auf die dringende Sanierungsbedürftigkeit des Gebäudes hinwies.
Pöndl hatte damals unter anderem gewarnt: „Nicht, dass wir dort eines Tages wegen baulicher Mängel nicht mehr unterrichten können.“
Nun äußerte sich Nagolds Oberbürgermeister, der in der Ausschusssitzung verhindert war, zur Zukunft des Gebäudes. Im Nagolder Gemeinderat fand Jürgen Großmann deutliche Worte: „Jede 100 000 Euro, die Sie da reinstecken, ist verloren.“
Nagolds OB will temporär etwas unternehmen
Großmann erörterte, dass man an dem Gebäude nichts verlottern ließ, und man auch „temporär“ etwas unternehmen werde. Doch die Zukunft der städtischen Musikschule sieht er an einem anderen Ort.
Wobei auch Großmann an diesem Punkt vorsichtig formulierte. Im „Idealfall“ werde die Musikschule im Bildungscampus Stadtmitte in einem der schönsten historischen Gebäude der Stadt untergebracht. Damit meinte er das heutige OHG 2 – geschichtlich gesehen Nagolds alte Gewerbeschule. Nagolds OB legte aber auch gleich den Finger in die Wunde: „Wir haben nur ein Problem, da fehlt es uns an Geld.“
Ziel sei es dennoch, die Musikschule in der Innenstadt zu halten – zunächst aber steht der Neubau und die Sanierung der Zellerschule an, dann geht es an die Planung, Sanierung und Erweiterung des Gymnasiums – mit Aula und neuer Halle. Und dann erst an die Zukunft des heutigen OHG 2.
Großmann hofft auf eine üppige Städtebauförderung
Es kann also noch eine ganze Weile dauern. Nagolds Stadtoberhaupt ist überzeugt: „Es wird diese Lösung geben“, und er verweist auf den „vollen Kanister Städtebauförderung“, den es für den Umbau der Gewerbeschule zu einer Musikschule gebe. „Da bekommen wir 50 Prozent!“
Ganz vage formulierte Großmann zum zeitlichen Rahmen: „Wir warten auf den Tag, an dem wir das vielleicht hinbekommen.“ Aber im Moment sei das nicht möglich. „Bis dahin machen wir so weiter, dass die Musikschule nicht darunter leidet.“
Rolf Hinderer: „wenigstens das Notwendigste tun“
Das Musikschulgebäude im Glockenrain bekam die Stadt Nagold im Jahr 1994 von Rolf Hinderer geschenkt. Der langjährige Unterstützer der Musikschularbeit äußerte gegenüber der Redaktion sein Unverständnis, dass eine Schenkung, die ja weiter benötigt werde, so verkommen gelassen werde, dass es „reinregnet und der Bausubstanz schadet“.
Als „unwürdig“ gegenüber dem Schenker aber auch den Musikschülern bezeichnete Hinderer diese Vorgehensweise.
Dabei hat der unermüdliche Förderer der Musikschularbeit durchaus Verständnis, dass die Stadt derzeit der Musikschule keine neuen räumlichen Perspektiven bieten könne. Umso wichtiger sei es aber, am jetzigen Gebäude „wenigstens das Notwendigste“ zu erledigen.