Die von der Gemeinde Unterkirnach betriebene Kläranlage treibt durch den hohen Unterhaltungsaufwand die Abwassergebühr kräftig in die Höhe. Foto: Ulrich Schlenker

Der Unterhaltungsaufwand für die eigene Kläranlage ist hoch.

Kämmerer Bastian Pfliegensdörfer stellte dem Gemeinderat die aktuelle Kalkulation der örtlichen Abwassergebühr für das Jahr 2025 vor.

 

Seine Berechnung führt zu einer Erhöhung um 0,68 Euro pro Kubikmeter Schmutzwasser. Der hohe Unterhaltungsaufwand der in die Jahre gekommenen Kläranlage ist nach seinen Worten der Kosten- und Preistreiber. „Um 80 000 Euro steigen nächstes Jahr die Kosten im Vergleich zum Jahr 2024“, ließ Pfliegensdörfer wissen.

Große Posten sind dabei ein verschleißbedingter Austausch von Teilen in einem Nachklärbecken sowie die stark gestiegenen Personalkosten für das Betreiben des Klärwerks. Aber auch eine kameragestützte Kanaluntersuchung, die wegen der erforderlichen Eigenkontrolle im nächsten Jahr ansteht, trägt zum sprunghaften Kostenanstieg bei.

Erhöhung von etwa 34 Prozent

Damit eine Kostendeckung im Bereich des Schmutzwassers erreicht wird, muss nach der Berechnung des Leiters des Rechnungsamts die Schmutzwassergebühr auf 2,66 Euro pro Kubikmeter angehoben werden. Das entspricht gegenüber der bisherigen Gebühr einer Erhöhung von etwa 34 Prozent.

„Wir werden einen Antrag auf eine Verlängerung der wasserrechtlichen Erlaubnis zum Betreiben der Kläranlage um 15 Jahre stellen“, kündigte Bürgermeister Andreas Braun an. Deshalb müsse der Oldtimer Kläranlage sukzessive ertüchtigt werden, fügte er an und kündigte für die nächsten zehn Jahre Investitionen von jährlich rund 80 000 Euro an.

Leitung nach Villingen?

Gemeinderätin Sabine Wagner hatte hierzu Informationsbedarf. Sie sprach gesetzliche Verschärfungen für das Betreiben von Kläranlagen an und wollte die Kosten für den Anschluss des Unterkirnacher Abwassers an die Kläranlage von Villingen wissen. Nach der Vorplanung vor zwei Jahren gehe man für die Auslagerung der Abwasserreinigung nach Villingen von etwa 2,5 Millionen Euro aus, ließ Pfliegensdörfer wissen. Auch bei steigenden gesetzlichen Anforderungen gehe er von einem Bestandsschutz für die kleine Anlage in Unterkirnach aus, sagte Bürgermeister Braun.

Ertüchtigung der Kläranlage

Martin Kuberczyk sprach sich als Sprecher der CDU für die Ertüchtigung der Kläranlage aus. „Wir können Stück für Stück vorgehen“, hob er hervor. Patrick Seng von der Fraktion „Gemeinsam für Unterkirnach“ mahnte zur Eile. „Wann geht der Antrag auf die Verlängerung der wasserrechtlichen Genehmigung raus?“, wollte er wissen. Dies sei bereits in den nächsten Tagen der Fall, informierte Braun.

Erhöhung kommt ab Januar zur Anwendung

Der Beschluss zur Erhöhung der Schmutzwassergebühr um 0,68 Euro pro Kubikmeter erfolgte einstimmig. Die Erhöhung kommt ab Januar zur Anwendung. Die Gebühr für Niederschlagswasser bleibt mit 0,22 Euro pro Kubikmeter unverändert. Auch der Preis für Wasser ändert sich nächstes Jahr in Unterkirnach nicht.