Die späte Entscheidung am Sonntag: SC-Schlussmann Noah Atubolu streckt sich vergeblich, der Schuss von Ermedin Demirovic passt perfekt. Foto: dpa/Harry Langer

Auch in seinem vierten Derby für den VfB Stuttgart trifft Ermedin Demirovic gegen den SC Freiburg. Eine Serie, die Noah Atubolu kennt – und die dem Schützen „fast schon leid“ tut.

Sein Statement nach dem Spiel gegen den VfB Stuttgart begann Julian Schuster am Sonntagnachmittag mit einer Entschuldigung: „Das war eins drüber“, sagte der Trainer des SC Freiburg über die Szene kurz vor Schluss, die mit einer Gelben Karte für ihn, seinen Gegenüber Sebastian Hoeneß und VfB-Verteidiger Maximilian Mittelstädt endete.

 

Letzterer hatte beim Stand von 1:0 für die Gastgeber die schnelle Ausführung eines Einwurfs vor den Trainerbänken blockiert – sehr zum Missfallen von Schuster. Hoeneß kam ebenfalls dazu und verließ seine Coachingzone, weshalb am Ende die drei Akteure verwarnt wurden.

„Ich verlange von meinen Spielern, dass sie mit voller Energie auf dem Platz sind und alles reinwerfen. Dann kann ich nicht an der Seitenlinie stehen und zuschauen“, sagte Schuster. Er habe sich aber schon persönlich bei „Maxi und bei Sebastian“ entschuldigt. Und es spricht für alle Beteiligten, dass sie das Thema am Ende nicht größer machten, als es war. Und so blieb dieses Wortgefecht an der Seitenlinie nur eine Randnotiz in einem Derby, das am Ende durch einen Geniestreich des Ex-Freiburgers Ermedin Demirovic entschieden wurde.

2022 verschoss Demirovic den entscheidenden Elfmeter im DFB-Pokalfinale

Bis 2022 spielte der Stürmer für den Sport-Club, im DFB-Pokalfinale gegen RB Leipzig war er der tragische Held, der den letzten Elfmeter an die Latte setzte. Anschließend ging er – im Tausch mit Michael Gregoritsch – zunächst zum FC Augsburg, ehe er im Sommer 2024 zum VfB Stuttgart wechselte. Im Trikot mit dem Brustring hat er mit seinem Ex-Club SC Freiburg einen Lieblingsgegner, gegen den er bislang in allen vier Partien für den VfB traf: Mal per Seitfallzieher, mal mit der Hacke – und dieses Mal in der 90. Minute äußerst sehenswert aus 18 Metern in den Winkel.

Noah Atubolu spricht von einem „Traumtor“

Ein Treffer der Marke „Traumtor“, wie SC-Torwart Noah Atubolu am DAZN-Mikro sagte. Auch dem Schlussmann war bewusst, dass es nicht Demirovics erster Treffer gegen die Freiburger war. „Tut mir sogar fast schon leid“, sagte der Siegtorschütze im TV-Interview schmunzelnd zu seiner Serie an Treffern gegen die alten Kollegen.

Ermedin Demirovic trifft gerne gegen seine Ex-Kollegen des SC Freiburg. Foto: Harry Langer/dpa

Ansonsten gab sich Demirovic schon fast bescheiden: „Ich glaube, das ist das einzige, was man von mir erwartet, wenn ich in so einem Spiel rein komme: Dass ich den Ball über die Linie drücke“, sagte er zu seinem 50. Bundesliga-Tor. Dabei fast schon kurios: Es war das allererste Demirovic-Tor von außerhalb des Strafraums. „Ich habe das schon so oft gehört, deswegen war es heute mal ganz gut, dass er von außerhalb reingegangen ist“, sagte er.

SC Freiburg liegt zwölf Punkte hinter dem VfB Stuttgart

Viel entscheidender als diese Zahlenspielchen dürfte dem VfB Stuttgart jedoch das Polster in der Tabelle sein. Bereits zwölf Punkte beträgt durch den Sieg der Vorsprung auf den Südwest-Rivalen aus Freiburg, der derzeit auf Rang sieben steht. Der Abstand auf die Europapokal-Ränge wurde für den Sport-Club damit größer, Bayer Leverkusen hat – bei einem Spiel weniger – bereits acht Zähler mehr auf dem Konto als die Freiburger.

Beide Südwest-Teams wollen ins DB-Pokal-Halbfinale

Die Stuttgarter dagegen sind derzeit auf Kurs Champions League – wollten dieses Ziel jedoch nicht öffentlich aussprechen. Vielmehr legte Hoeneß bei der Pressekonferenz auf Nachfrage den Fokus aufs Pokal-Viertelfinale unter der Woche bei Holstein Kiel. Mit einem Sieg stünden die Schwaben bereits im Halbfinale. Genau dort will auch der SC Freiburg hin, spielt jedoch erst in der kommenden Woche in Berlin bei Hertha BSC um das Weiterkommen.

Stattdessen hat Schuster mit seiner Elf nach zuletzt drei englischen Wochen in Serie mal wieder eine „normale“ Woche. Erst am Samstag geht’s in der Bundesliga mit einem Heimspiel gegen Werder Bremen, das sich am Wochenende von Trainer Horst Steffen getrennt hat, weiter.