Ob Lukas Saueressig und der HBW den Göppinger Höhenflug – am Ball Nemanja Zelenovic – stoppen können? Foto: Eibner

Die Rollen vor dem Derby sind klar verteilt. Dennoch würde der HBW Balingen-Weilstetten am Donnerstag im Heimspiel gegen Frisch Auf Göppingen (19.30 Uhr, Sparkassen-Arena Balingen) nur zu gerne etwas reißen.

Es ist eine Begegnung, in die beide Mannschaften mit breiter Brust gehen werden, wobei jene der Göppinger noch ein paar Zentimeter an Umfang mehr haben dürfte.

Der HBW war zuletzt zweimal in Serie erfolgreich, sorgte zunächst bei der MT Melsungen für eine Überraschung (25:24) und löste anschließend die Pflichtaufgabe zu Hause im Kellerduell mit der HSG Nordhorn-Lingen mit einer Gala-Vorstellung (35:24). Aber Frisch Auf toppt das bei weitem. Das Team von Trainer Hartmut Mayerhoffer hat seine bisherigen acht Ligaspiele im Jahr 2021 allesamt gewonnen, dabei gleich zweimal die Rhein-Neckar Löwen geschlagen (34:32 und 32:31) und erst am vergangenen Sonntag mit den Füchsen Berlin (25:24) ein weiteres ambitioniertes Team bezwungen. Inzwischen hat sich Frisch Auf nicht nur auf dem fünften Tabellenplatz etabliert, sondern hat gar Rang drei im Blick.

Deshalb ist für HBW-Trainer Jens Bürkle vor dem Derby klar: "Göppingen ist der Favorit, da brauchen wir uns nichts vormachen. Die Mannschaft zieht ihr Ding konsequent mit Tempo durch, weil sie die Qualität dazu hat. Dabei ist es schon egal, wie viele Tage Pause sie davor hatte oder gegen wen sie spielt." Und dennoch hat der Sportwissenschaftler die Hoffnung auf etwas Zählbares. "Beide Teams treten mit gehörigem Selbstvertrauen an. Wenn wir mit dem gleichen Mut antreten wie gegen Nordhorn, bin ich mal gespannt, was passiert. Für uns geht es darum, zu Hause auch mal ein Kann-Spiel zu ziehen, um uns einen Puffer auf die Abstiegsplätze aufzubauen. Das wären richtige Big Points und wäre wichtige für den Gesamterfolg in dieser Saison. Auswärts sind solche Siege schon gegen ähnlich starke Gegner gelungen", so Bürkle weiter.

In der Vorrunde hatte der HBW in der Göppinger EWS-Arena bis zum 16:15 (36. Minute) die Nase vorn, musste eine Viertelstunde vor Schluss aber abreißen lassen und unterlag schließlich mit 23:28. "Damals hat sich schon eine der Hauptstärken gezeigt – Göppingen bestraft jeden Fehler extrem gut über den Gegenstoß", so Bürkle. Herausragend dabei ist Linksaußen Marcel Schiller, der die Bundesliga-Torjägerliste mit 158 Treffern anführt. Ob sein Nationalmannschaftskollege und Rückraum-Shooter Sebastian Heymann (99 Tore) – er ist zudem im Abwehr-Innenblock neben den Kreisläufern Kresimir Kozina und Jacob Bagersted ein wichtiger Faktor – im Derby dabei sein kann, ist ungewiss. Er verletzte sich gegen Berlin am Sprunggelenk, mit Tobias Ellebaek (Schulterprobleme) musste ein weiterer Rückraum-Linker passen. Für den an der Schulter operierten Janus Smarason verpflichtete der Altmeister im Januar Gunnar Steinn Jonsson nach.

Derzeit belegt der HBW, bei dem die verletzten Kreisläufer Kristian Beciri und Marcel Niemeyer fehlen, mit 15 Punkten und drei Zählern Vorsprung auf die Abstiegsplätze den 16. Tabellenrang. Ein dritter Sieg in Folge würde dem Bürkle-Team also bestens zu Gesicht stehen.

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