Ein Zweikampf, der am Sonntag in der Stuttgarter Porsche-Arena wieder so vorkommen kann – Balingens Kreisläufer Fabian Wiederstein im Clinch mit Patrick Zieker. Foto: Eibner

Dieses Derby hat Brisanz. Wenn der HBW Balingen-Weilstetten am Sonntag beim TVB Stuttgart antritt (Anpfiff: 16 Uhr), geht es für beide Handball-Bundesligisten um richtungweisende Punkte.

Der HBW reist nach dem jüngsten Heimsieg gegen Hannover-Burgdorf (28:26) mit einer 4:8-Bilanz in die Landeshauptstadt; die Gastgeber haben erst ein Spiel gewonnen, dabei aber mit einem satten 35:30 über die Rhein-Neckar Löwen überzeugt. "Beide Teams haben am Sonntag die Chance auf Punkte. Wenn wir gewinnen, können wir von einem guten Saisonstart sprechen", sagt HBW-Trainer Jens Bürkle, der nur wenige Kilometer von der Spielstätte entfernt aufgewachsen ist.

20/21 gab es nichts zu holen

"Wir wollen das gute Gefühl vom vergangenen Wochenende mitnehmen und natürlich das Spiel gewinnen", so Bürkle weiter. In der Saison 2020/21 gab es für die "Gallier von der Alb" gegen Stuttgart nichts zu holen. In der Balinger Sparkassen-Arena unterlag der HBW vor beinahe einem Jahr knapp mit 28:30, in der Rückrunde in Stuttgart dann mit 23:27.

Wiedersehen mit Sánchez

Es gibt so einige Besonderheiten, wenn der HBW Balingen-Weilstetten auf Stuttgart trifft. Der neue Coach des TVB, Roi Sánchez, war Co-Trainer von Bürkle bei der TSV Hannover-Burgdorf, ehe er in seine spanische Heimat zurückkehrte und dort die zweite Mannschaft des Weltklubs FC Barcelona betreute. Beide sind sehr gut befreundet. Dasselbe gilt auch für Bürkles Verhältnis zu TVB-Geschäftsführer Jürgen Schweikardt, der den Trainer-Posten vor der Saison an Sánchez abgetreten hat.

Viele Verbindungen

Zudem spielt mit Andri Mar Runarsson der Sohn des Bürkle-Vorgängers Runar Sigtryggsson und Bruder des früheren HBW-Spielers Sigtryggur Dadi Runarsson inzwischen für den TVB. Und seit vergangener Woche ist mit Benjamin Meschke ein weiterer Spieler mit HBW-Vergangenheit für die "Wild Boys" im Einsatz.

Verletzungssorgen auf beiden Seiten

Beide Mannschaften haben vor dem Duell Verletzungssorgen, die Balinger – Oddur Gretarsson und Marcel Niemeyer fallen wegen ihrer Knorpelschäden im Knie noch geraume Zeit aus, Linksaußen Patrick Volz hat sich am Daumen verletzt –, sind momentan in dieser Hinsicht etwas weniger gebeutelt als Stuttgart. Denn Sánchez fehlen Spielmacher Max Häfner (Bandscheiben-OP) sowie die beiden Rückraum-Rechten Viggo Kristjansson (Daumenbruch) und Jerome Müller (Knie-OP).

Bürkle setzt auf starke Abwehr

Doch Bürkle kennt die Kreativität seines spanischen Kollegen. "Da bin ich vielleicht etwas konservativer. Aber es gibt in unserer Arbeit viele Dinge, die sich überschneiden", sagt Bürkle. Mitentscheidend sei, das Zusammenspiel von Regisseur Egon Hanusz mit dem wurfstarken Adam Lönn im linken Rückraum in den Griff zu bekommen: "Und wir müssen der Variabilität, der Stuttgarter einfach gut begegnen. Wir brauchen eine starke Abwehr und die nötige Qualität im Angriff, denn im Gegenstoß ist der TVB sehr stark."