Lange Zeit war es rätselhaft, ob das Tier mit Reh im Maul wirklich ein Wolf war. Jetzt ist die genetische Auswertung da. Das sagt Wildtierbeauftragter Peter Daiker.
Jetzt herrscht endlich Gewissheit: Die DNA-Analyse des „Wolfs vom Waldachtal“ ist da.
Am 2. Mai fotografierte Timm Rössler zwischen Grünmettstetten und Tumlingen einen Wolf mit einem Reh im Maul. Wildtierbeauftragter Peter Daiker konnte kurze Zeit später auch einen Pfotenabdruck dokumentieren, ging damals von einem „gesicherten Wolfsbeweis“ aus.
Daiker gelang es auch, eine DNA-Spur zu sichern. Am 13. Mai wurde ein Reh gefunden. Mit Bissspuren. Der Wildtierbeauftragte Daiker wurde gerufen: „Im Verlauf der Untersuchung des Kadavers habe ich auch Genetikproben genommen. Die Art und Menge der Nutzung deuteten auf einen Wolf hin, die Todesursache war jedoch ein Autounfall in der Nacht zuvor.“
Das sagt die Gen-Analyse vom Reh
Daiker sagt: „Eine erste Probe wurde von der FVA (Forstlichen Versuchs-Anstalt, d. Red.) ans Senckenberg Zentrum für Wildtiergenetik gesendet. Die Untersuchung bestätigte den Wolfsverdacht und konnte einen Wolf mit dem Haplotyp HW22 feststellen. Eine Individualisierung war nicht möglich.“ Die Forstliche Versuchsanstalt hat noch zwei weitere Proben verschickt – doch auch hier konnte keine individuelle DNA-Spur gefunden werden.
Unter dem Wolf mit dem „Haplotyl HW 22“ wird eine Art „Stamm“ verstanden. Das sind typische DNA-Muster seitens der Mutter. Und: Dieser HW-22 Wolf kommt vor allem in Italien und im Alpenraum vor.
Und dieser Südländer ist offenbar neu im Waldachtal und im Schwarzwald.
Daiker weiter: „Der Haplotyp HW22 des am 13. Mai nachgewiesenen Wolfes unterscheidet sich zum Haplotyp HW02 des seit 2017 im Landkreis bekannten Wolfsrüden GW852m. Es handelte sich also um ein bisher im Landkreis nicht bekanntes Individuum.“
Ist der Neue weiterhin der Wolf vom Waldachtal?
Daiker sagt: „Das ist unklar.“ Am 12. Mai hatte eine Wildtierkamera den Wolf gut sieben Kilometer von der ersten Sichtung von Timm Rössler fotografiert – zwischen Salzstetten und Pfalzgrafenweiler. Am 13. Mai wurde das von einem Auto überfahrene Reh gefunden – auf der Straße zwischen Pfalzgrafenweiler und Unterwaldach. Von dem hatte Daiker die Genetikproben genommen.
Daiker weiter: „ Danach gab es keine mir bekannten Hinweise mehr auf diesen Wolf. Daher halte ich es für wahrscheinlich, dass das Tier weitergewandert ist.“