Das neu erschienene Buch „Genius Loci“ füllt eine Lücke in Königsfeld. Es wurde dieser Tage in Königsfeld vorgestellt.
„Genius Loci – Auf den Spuren von Albert und Helene Schweitzer in Königsfeld“ lautet der Titel des beachtenswerten Buches des Designers und Fotografen Günter Ludwig.
Es fügt einen Baustein in die Historie des heilklimatischen Kurortes und seines Ehrenbürgers sowie dessen Ehefrau ein.
Bei der Vorstellung im Haus des Gastes begrüßte Bürgermeister Fritz Link das Publikum, darunter Roland Wolf vom Deutschen Albert-Schweitzer-Hilfsverein, Präsident Christoph Wyss der Internationalen Albert-Schweitzer-Stiftung und Wolfgang Schaible, Vorsitzender des hiesigen Historischen Vereins.
Das Gemeindeoberhaupt hob auf das 25-jährige Bestehen des „Forums für Information und Kommunikation“ ab und skizzierte „den Geist des Ortes“, den die Familie Schweitzer lebensnah, atmosphärisch und mental erlebte.
Forschungsarbeit rund um Albert Schweitzer
Der Zufall wollte es, dass der Nordhesse Günter Ludwig im Schweitzer-Haus eine Wohnung sowie eine Initialzündung fand, sich einer literarischen und fotodokumentarischen Forschungsarbeit rund um Albert Schweitzer und Königsfeld zu widmen.
Link umschrieb die Lebensstationen der „Fichte der Vogesen“, des Friedensnobelpreisträgers, Philosophen, Theologen, Musikers und Mediziners, dessen Berühmtheit mit Lambaréné/Gabun verbunden ist. Schweitzer bekundete der Organistin Hilde Martin: „Die Zeit in Königsfeld war die schönste meines Lebens“.
Analoge Aspekte und Akzente fanden Eingang im „Genius loci“ – ein Potpourri in sieben Kapiteln von der Liebe der jungen Helene Bresslau, vom Hausbau 1923, dem Hauptteil „Stille Jahre“, der das Leben der kränkelnden Helene beschreibt, „Begegnungen“, denn die Schweitzers pflegten viele Kontakte zu Freunden und Bekannten und „Ruhm und Ehre“ des Musikers und populären Arztes, gipfelnd im Nobelpreis.
Der sechste Abschnitt beschreibt die späten Jahre der Helene Schweitzer, und etwas wehmütig klingt ein Brief an die Brüdergemeine, dass ihr Haus verkauft werden soll.
Schließlich wird die Einrichtung eines Museums angesprochen, das am Eckpunkt Schramberger Straße/ Albert-Schweitzer-Weg verwirklicht wurde.
Kleines Leiterwägelchen und mächtiger Schreibtisch
Günter Ludwig gelang ein abgerundeter Zusammenklang von Geschichte-Texten, Lebensstationen, Zitaten und Fotos. Die Bilder zeigen nicht nur das Albert-Schweitzer-Haus mit seinem Interieur oder Gebäude wie die Potsdamer Mendelssohn-Bartholdy-Villa und das Waldeck-Hotel, sondern kleine Erinnerungen, wie die Aktentasche des Doktors oder sein geliebtes, kleines Leiterwägelchen und seinen mächtigen Schreibtisch.
Fotos an der Königsfelder Orgel
Erinnerungsstücke sind auch ein Flußpferd-Schädel oder eine Transportkiste. Natürlich dürfen Familienfotos oder der Musiker an der Königsfelder Orgel nicht fehlen.
Der Autor würzte schließlich seinen Vortrag mit einigen Anekdoten, wie die vom „Rippenstoß“ oder von der Kuckucksuhr in Afrika.
Das Buch ist demnächst im Buchhandel, im Albert-Schweitzer-Haus und in der Tourist-Info zu erhalten.