Der Triumphator Foto: Melanie Geitlinger

Kurz vor der Sommerpause ballt es sich traditionell noch einmal in der Kommunalpolitik. Am Montag ging es bei der Sitzung des Lahrer Gemeinderats in der Halle im Bürgerpark nicht nur wetterbedingt heiß her. Geschlagene dreieinhalb Stunden kämpften sich die Frauen und Männer an den Ratstischen durch sage und schreibe 28 Tagesordnungspunkte.


Einen hielt es kurzzeitig nicht mehr auf dem Stuhl – keineswegs weil ihm das Sitzfleisch fehlt, nein, es ist anzunehmen, dass Guido Schöneboom schlicht einen Moment des Triumphes in Stille und für sich verbringen wollte.


Der Erste Beigeordnete hatte mit fünf Jahren Anlauf sein »Baby« ins Ziel getragen – das Sportstätten-Konzept. Rund um die Dammenmühle entsteht in den nächsten Jahren
nicht nur eine neue Kita, da werden auch die Spielfelder und Vereinsheime von Tausenden Aktiven neu aufgestellt. Fußballer, Leichtathleten, Tennis- und Hockeyspieler. Man kann sich unschwer den Aufwand ausmalen, den Schönebooms Mannschaft aufbringen musste, um alle Interessen unter einen Hut zu bekommen; die Stunden in Gesprächen mit den Beteiligten bleiben freilich ungezählt.


Und auch der Gemeinderat war am Ende überzeugt, machte die Schatulle weit auf und fast elf Millionen Euro locker. Mehr noch: Es gab von allen Fraktionen großes Lob für die Stadtverwaltung, ihr wurde der sprichwörtliche Lorbeerkranz des Gewinners aufgesetzt. War zuletzt nicht immer so.


Doch aufgepasst: Sportler wissen, dass die Last des Sieges mitunter schwer wiegen kann. Noch ist kein Spaten in die Erde gegangen, wurde nicht ein Samen Rasen ausgebracht. Die Zeiten sind unstet. Ob das verplante Geld in ein, zwei oder fünf Jahren wirklich da ist, um alle Wünsche wie versprochen zu erfüllen? Der Druck der Tausenden wird es definitiv sein