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Der Plastik-Flut entgegnen Experte rät zum regionalen Einkaufen

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Sie bringen viele zum Kopfschütteln: in Plastik verpackte Bananen. Foto: dpa

Eine Banane, die in Kunststoff verpackt ist. Sie ist das beste Beispiel für den "Wahnsinn, den wir haben". Das meint Verpackungsingenieur Gunther Merz aus Balingen. Er betont aber gleichzeitig: "Man kann nicht auf Kunststoff verzichten."

Das Thema Kunststoff beherrscht immer öfter die Schlagzeilen. Ein Beispiel: Ein Pottwal wurde tot vor der Küste Sardiniens entdeckt - er hatte mehr als 20 Kilogramm Plastik im Magen. Oder aber diese Meldung: Das EU-Parlament bringt ein Verbot von Einweg-Plastikprodukten auf den Weg

"Verpackungen mit Kunststoff haben Überhand genommen"

Vor dem Hintergrund solcher Nachrichten hat schwarzwaelder-bote.de mit dem Balinger Verpackungsingenieur gesprochen. Verpackungen mit Kunststoff hätten Überhand genommen, urteilt der Experte. "Man hat überverpackt." Gurken oder Bananen im Supermarkt seien da exemplarisch. Beide hätten eigentlich ihre natürlichen Schalen und könnten an der Kasse abgewogen werden. Stattdessen würden die Lebensmittel in Plastikschalen verpackt und so in bereits fertige Packeinheiten unterteilt. Das sei aber nicht alles. "Es gibt noch einen Berg Kunststoff, den wir als Endverbraucher gar nicht sehen." Bevor die Lebensmittel im Obstregal landen, haben sie bereits einen langen Lieferweg hinter sich. Und auch bei diesem kommen Verpackungen aus Kunststoff zum Einsatz. Etwa Stretchfolien zur Sicherung der Ware im Lastwagen. 

Aber warum wird eigentlich so viel Kunststoff, der das Ökosystem auf Jahrhunderte belastet, eingesetzt? "Das liegt an seinen technischen Eigenschaften", erklärt Gunther Merz. Kunststoff ist leicht - im Gegensatz zu Glas - und er dichtet ab. Bislang gebe es kein Material, das da mithalten könne. Allerdings finde in der Industrie derzeit ein Umdenken statt. Im Folienbereich würden beispielsweise Bio-Kunststoffe aus Maisstärke hergestellt. Diese seien von der Natur abbaubar. Firmen, die auf Kunststoff verzichten könnten, würden dies ebenfalls immer öfter tun. Möbel-Riese Ikea sei da ein Vorreiter. Der Einrichtungskonzern habe seine Verpackung wo es möglich ist auf Holz und Pappe umgestellt. 

Kunststoff generell zu verteufeln, hält Merz für den falschen Weg. Gerade im Medizinbereich sieht der Selbstständige keine Möglichkeiten, auf Kunststoffe zu verzichten. Handschuhe, Mundschutz - das seien Einmalprodukte aus Kunststoff, die wegen der Hygiene einfach nicht wegzudenken seien. Mit seinem Unternehmen Pacced hat Merz indes den Anspruch, keine Verpackungen zu entwickeln, die nicht notwendig sind. 

"Lokal einkaufen" bester Weg, Plastik zu reduzieren

Wo kann aber der Endverbraucher selbst ansetzen, um weniger Kunststoffe zu verbrauchen? "Lokal einkaufen", empfiehlt Merz, "daran führt kein Weg vorbei". Die Händler auf den Wochenmärkten benötigten die ganzen Umverpackungen nicht - ansonsten sei bei allen Händlern irgendwo in der Lieferkette Kunststoff im Einsatz. Denn: "Wenn wir frische Lebensmittel wollen, wird es schwer, auf Plastikverpackungen zu verzichten."

Der Balinger geht ferner mit der "To-Go-Mentalität" vieler Menschen ins Gericht. Hinter ihr stecke schlicht Faulheit und Bequemlichkeit. Er rät dazu, hier als Gesellschaft wieder einen Schritt zurückzugehen: Eine Orange, die geschält, geteilt und dann abgepackt wird - das hält der Balinger für unnötig. 

Dass Plastik und Lebensmittel eine problematische Kombination sein können, zeigt ferner die Zahl der Lebensmittelrückrufe. Sie hat sich in Deutschland in den letzten sechs Jahren mehr als verdoppelt. Der häufigste Grund der Rückrufe: mikrobiologische Verunreinigungen etwa mit Kolibakterien sowie enthaltenen Fremdkörpern wie Plastik- oder Metallteilen.

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