Geht es nach dem Ortschaftsrat Urach, könnte im Dorfgemeinschaftshaus ein Jugendraum entstehen. (Archivfoto) Foto: Hartmut Ketterer

Der Ortschaftsrat möchte diese Idee im Dorfgemeinschaftshaus umsetzen – stößt aber mit diesem Vorstoß bei der Stadt Vöhrenbach auf Skepsis. Das sind die Gründe.

Der Ortschaftsrat Urach befürwortet einen Jugendraum für den Ortsteil und hat einen entsprechenden Antrag nach der Sitzung im Januar an die Stadtverwaltung eingereicht. Nun führte eine eher kritische Stellungnahme der Stadtverwaltung zu größeren Diskussionen.

 

Angedacht wurde vom Ortschaftsrat, die obere der beiden Wohnungen im Dorfgemeinschaftshaus, die seit etlichen Jahren nicht mehr genutzt wird, als Jugendraum der Uracher Jugend zur Verfügung zu stellen. Die etwa 90 Quadratmeter große Wohnung biete ideale Voraussetzungen, da Strom, Wasser und Heizung vorhanden seien. Der Raum solle zu festgelegten Zeiten unter ehrenamtlicher Aufsicht geöffnet sein, sodass ein verantwortungsvoller Betrieb der Räumlichkeiten gewährleistet wäre. Ein solcher Raum biete viele Vorteile wie eine verbesserte soziale Integration, Prävention von Problemen und Stärkung der Gemeinschaft.

Fragen und Kritik

In der aktuellen Sitzung legte nun Ortsvorsteher Markus Dannecker eine umfangreiche Stellungnahme der Stadtverwaltung vor, die im Vorfeld der Gemeinderatssitzung zu diesem Thema kritische Anmerkungen und Fragen vorlegte. Diese Fragen wurden ausführlich diskutiert. Markus Dannecker will noch vor der Gemeinderatssitzung eine entsprechende, einstimmig beschlossene Stellungnahme des Ortschaftsrates vorlegen. Begrüßt wurde die Tatsache, dass es kein grundsätzliches Nein gebe. Aber man habe nicht den Eindruck, dass die Stadtverwaltung das Vorhaben unterstützen wolle. Ganz klare Forderung des Ortschaftsrates ist es, dass Stadtverwaltung und Gemeinderat nun klar Stellung beziehen: Wird es in Urach einen solchen Jugendraum geben oder nicht?

Angesprochen wurde von der Stadtverwaltung, dass diese Wohnung zur Unterbringung von Flüchtlingen, die nächsten Flüchtlinge sind bereits angekündigt, vorgehalten werden müsse. Allerdings, so der Ortschaftsrat, steht die Wohnung bereits seit etwa zehn Jahren leer. Bei einem tatsächlichen Bedarf sei es selbstverständlich, dass dann diese Räumlichkeiten wieder für die Unterbringung zur Verfügung stehen.

Gegenargumente stoßen auf Unverständnis

Unverständnis herrschte auch zum vorgebrachten Thema Fluchtwege: Waren diese bisher bei einer Flüchtlingswohnung nicht von Bedeutung? Ebenso sei es kein Argument gegen einen Uracher Jugendraum, dass nachfolgend eventuell auch Vöhrenbach oder Hammereisenbach ebenfalls Bedarf anmelden könnten. Die Frage, wie viele Kinder in den nächsten Jahren den Jugendraum nutzen würden, könne man natürlich nicht beantworten. Die Zahl der Kinder in Urach sei der Stadtverwaltung doch bekannt.

„Alternative teurer“

Problemlos werde es sein, in Eigeninitiative durch volljährige ehrenamtliche Helfer eine Betreuung des Raumes und der Jugendlichen nach einem konkreten Konzept sicherzustellen. Wenn tatsächlich für die Räume eine Nutzungsänderung vorgenommen werden müsste, wäre dies nach Meinung des Ortschaftsrates eine reine Formalie. Als Alternative zur Nutzung dieser Wohnung biete sich lediglich ein entsprechender neuer Bauwagen an. Doch mit der Anschaffung des Bauwagens und der Schaffung der Infrastruktur werde dies wesentlich teurer als die Bereitstellung einer vorhandenen, leerstehenden Wohnung. Daher sprach sich der Ortschaftsrat erneut für einen Jugendraum in der Wohnung im Dorfgemeinschaftshaus aus und forderte dazu nun eine klare Aussage, ob das realisiert werden kann und darf.