Bastian Bielendorfer ist wieder auf Tour – zum vierten Mal. Der bekannte Lehrersohn kommt am 15. Mai mit seinem Programm „Game Changer“ nach Offenburg.
Bastian Bielendorfer saß 2010 als Kandidat in der Quizshow „Wer wird Millionär?“ Moderator Günther Jauch gegenüber. Mit humorvollen Geschichten über seine Eltern, beide Lehrer, sorgte er dort für Lacher – und wurde über Nacht bekannt. Sein erstes Buch „Lehrerkind – Lebenslänglich Pausenhof“ erschien 2011. Daraus entwickelte sich eine Karriere als Autor, Comedian, Moderator und Podcaster. Ein „Game Changer“, wie seine neue Tour heißt, ist ein Wendepunkt oder ein Meilenstein.
Im Gespräch erzählt Bielendorfer, warum regionale Unterschiede beim Humor spannend sind und warum ihm die Bühne am meisten bedeutet. Im Vorfeld des Gesprächs bot er der Verfasserin an, sich zu duzen.
Bastian, du bist mittlerweile zum vierten Mal auf Tour. Bist du noch genauso aufgeregt wie zu Beginn deiner Karriere?
Ic h war nie aufgeregt, das ist mir von Natur aus nicht gegeben. Ich bin Westfale und habe einen Ruhepuls von 50 Schlägen. Manchmal schlafe ich vor den Shows im Backstage-Bereich noch ein. Wenn mich meine Auftritte in Nervosität versetzen würden, wäre das ein ziemlich schrecklicher Job für mich.
Du erzählst auf der Bühne sehr viel von deinem eigenen Leben. Hast du da noch genug Material?
Ja, auf jeden Fall. Das Leben geht ja immer weiter und es passiert recht viel bei mir. Ich habe eine neue Partnerin an meiner Seite, eine fröhliche Kolumbianerin. Sie wirbelt jeden Tag durcheinander und die deutsche Sprache in einer Art und Weise dehnt, dass jeder deutsche Literat vom Sessel fällt. Letztens sagte sie: „I bin so aufgeregt, i kann mich nit konzentrieren. Ich glaube ich habe ADAC.“ Das ist natürlich für einen Comedian auf dem Silbertablett präsentiert.
Wie verschmelzen Beruf und Alltag bei dir?
Mein Kopf arbeitet immer – ich denke ständig über neue Gags nach, auch beim Einkaufen oder im Auto. Gerade in schwierigen Zeiten merken die Zuschauer, wie wichtig Humor ist, um kurz abzuschalten. Trotz der langen Tournee – 71 Termine – bin ich dankbar: Ich habe einen wahnsinnig schönen Job.
Wie entsteht ein neues Programm?
Ich setze mich hin und schaue, was so in meinem Alltag vorgefallen ist. Also was Lustiges passiert ist, das ich den Leuten erzählen kann.Das ist keine Raketenwissenschaft. Ich beobachte, was in der Welt los ist, was skurril oder schräg ist. Ein „Game Changer“, der unser Leben verändert hat, ist Künstliche Inteligenz. Für mein aktuelles Programm nutze ich sogar KI-generierte Lieder, die auf jede Stadt zugeschnitten sind. In Offenburg wird die Show mit einem Lied über die Stadt eröffnet. Die meisten Leute sind überrascht, dass das einfach aus dem Computer kommt.
Ist dein neues Programm persönlicher als die vorherigen?
Ja, am Ende teile ich einen sehr privaten „Game Changer“, der mein Leben maßgeblich verändert hat. Oft sitzen die ersten Reihen dann mit Tränen in den Augen da. Ich will die Leute nicht nur zum Lachen bringen, sondern auch emotional berühren. Ich möchte die Menschen zu einer Art emotionalen Achterbahnfahrt mitnehmen.
Was sollen die Zuschauer nach deinem Programm mitnehmen?
Ich will niemanden über die geopolitische Lage aufklären. Mein Ziel ist, dass nach zwei Stunden alle lachend und glücklich nach Hause gehen. Besonders schön ist es, wenn Menschen mir schreiben, dass sie seit Langem wieder richtig gelacht haben – gerade in schwierigen Zeiten. Humor kann wie eine kleine Auszeit vom Alltag wirken.
Wie unterscheidet sich der Humor des deutschen Publikums von anderen?
Das deutsche Publikum ist moralischer als andere Länder. Während in den USA oder England böse Witze über die Besucher möglich sind. Dort werden die Leute teilweise vorgeführt. Das geht in Deutschland kaum. Es gibt mehr Grauzonen, die Menschen hier sind empfindlicher. Das ist auch in Ordnung so. Nur manchmal denke ich, ich würde gerne noch einen drauflegen. Aber dann lasse ich es lieber.
Gibt es regionale Unterschiede in Deutschland?
Ja, auf jeden Fall. Süddeutschland hat oft eine andere Humorkultur, ich bin gerne hier unterwegs. Die Leute haben von Anfang an richtig Bock. In Norddeutschland sind die Menschen zunächst etwas zurückhaltender, aber dann eskalieren sie.
Gibt es auch Unterschiede zwischen kleinen und großen Städten?
Ja, kleinere Städte haben den Vorteil, dass sie noch nicht kaputtgespielt wurden. In Berlin beispielsweise treten jeden Abend berühmte Künstler auf. In kleineren Städten bist du der große Zirkus – die Menschen freuen sich wahrscheinlich ein bisschen mehr. In Offenburg war ich allerdings noch nie. Ich bin sehr gespannt, wie es werden wird.
Wie wäre dein Leben verlaufen, wenn du nicht durch „Wer wird Millionär?“ bekannt geworden wärst?
Ich wäre Psychotherapeut geworden – das ist gar nicht so weit weg von dem, was ich heute mache, nur mit kleinerem Publikum. Ich liebe es, Menschen zu beobachten, ihre Reaktionen zu verstehen und auf sie einzugehen – nur eben auf der Bühne statt im Beratungszimmer.
Neben Tourneen machst du auch Podcasts, trittst im TV auf und moderierst. Was davon machst du am liebsten?
Die Bühne ist für mich das Schönste. Nichts ersetzt den direkten Kontakt zum Publikum. Auch der Podcast „Friends in Crime“ mit Sandra Sprünken macht Spaß. Wir betrachten True-Crime-Fälle aus humorvoller Perspektive. Aber das Wertvollste bleibt, die Menschen mit Humor zu erreichen. Wenn mir das gelingt, ist das unbezahlbar.
Info – Freikarten zu gewinnen
Unsere Zeitung verlost 3 x 2 Tickets für die Show von Bastian Bielendorfer am 15. Mail in Offenburg. Wer gewinnen möchte, schreibt bis Dienstag, 31. März, eine E-Mail mit dem Betreff „Game Changer“ und dem vollständigen Namen an gewinnen@lahrer-zeitung.de. Die Tickets werden unter allen Teilnehmern verlost. Viel Glück!