Hans Besch ist in seine Unterlagen vertief und blickt im Redaktionsgespräch mit viel Dankbarkeit auf über 40 Jahre, in welchen er sich nun schon für den Bau von Schulen in Bangladesch einsetzte. Foto: Cornelia Spitz

Gutes tun – gerade vor dem Weihnachtsfest nehmen sich das viele vor und werben Organisationen um Spenden und Engagement. Das ging 1979 auch Hans Besch so – und ließ ihn seither nie mehr los.

Von Berufs wegen ist Hans Besch Architekt. Aus Passion aber ist er nun schon seit 40 Jahren vor allem eines: der „Kinderschul“-Bauer im Schwarzwald-Baar-Kreis, auf den man voller Dankbarkeit im fernen Bangladesch blickt.

 

Wenn dieser Tage vor dem heiligen Fest Wohltätigkeitsaktionen ganz besonders im Fokus stehen, erinnert sich Hans Besch an diesen Abend Ende 1979 ganz lebhaft zurück: „Ich war in einem Diavortrag des Kinderhilfswerks Bergen.“ Der Referent sprach über die Arbeit in Bangladesch, nannte Zahlen, was hilft – „600 Mark für eine Bambushütte, 200 für einen Brunnen“, erinnert sich Hans Besch.

In dem Peterzeller rumorte es. „Es hat mich nicht mehr in Ruhe gelassen.“ Er wollte sich einbringen. Was er hörte, schockierte ihn nachhaltig: „Ich bin in großer Not“, erklärte der Referent und schilderte die schier ausweglose Lage: Amerikaner hätten zugesagt eine „Kinderschule“ zu bauen, die Fundamente seien ausgegraben worden, „und dann passierte nichts mehr“. Das war die Stunde, in der aus dem Peterzeller Architekt ein Wohltäter wurde: „Ich habe spontan gesagt, ’ich helfe Ihnen’.“ Und das tat Hans Besch.

„Hier dürfen alle hin“

Finanziell und ideell brachte er sich ein. Die Schule in Lumdonbok entstand. Und im Januar 1981 flog Hans Besch für drei Wochen nach Bangladesch, das Land, das auf der Fläche eines Drittels von Deutschland bereits vor vier Jahren 162 Millionen Menschen Heimat war. Mit eigenen Augen sah er, was er mit geschaffen hatte: eine „Kinderschule“, wie er es nannte, die damals 50 Schüler besuchten.

Geführt werde die Schule von christlichen Lehrern, denn bis zum fünften Schuljahr dürften die Kinder dort von Christen unterrichtet werden – christliche Missionare seien es überdies gewesen, die das Gesundheits- und Bildungssystem überhaupt erst in diese Länder gebracht haben, erläutert Besch.

Nach der fünften Klasse müssen die Moslems in die muslimische Staatsschule wechseln. Bis dahin lernten hier Kinder aus christlichen, muslimischen, hinduistischen und buddhistischen Schulen – „hier dürfen alle hin“, sagt er und bekräftigt das mit einem festen Nicken. „Die Kinder wohnen auch dort“, schildert Hans Besch im Gespräch mit unserer Redaktion und freut sich beim Blick auf die Zahlen: „Jetzt gehen dort über 120 Kinder zur Schule.“ Sechs Lehrer bringen ihnen alles bei – und der Erfolg gibt ihnen Recht: Die Schule sei in der Bevölkerung „hoch geachtet und geschätzt“, und ihre Schüler, wenn sie dann später mit anderen Kindern weitere Bildungseinrichtungen besuchen dürfen, zählten regelmäßig zu den besten, erzählt Besch.

„Papa Hans, ich brauch’ ein Foto von Dir“

Im März 2019 war Hans Besch zuletzt vor Ort – aber auf dem Laufenden und eng mit der Einrichtung verbunden ist er auch so. Lovely, die Schulleiterin vor Ort – übrigens selbst ein ehemaliges Patenkind – meldet sich häufig, schriftlich oder telefonisch bei ihrem „Papa Hans“.

„Papa Hans, ich brauch’ ein Foto von Dir“ hat sie unlängst gesagt. Seither begrüßt „Papa Hans“ die Besucher als gemaltes Wandbild am Eingang neben dem neuen Anbau mit einem strahlenden Lächeln.

Hier, in Deutschland, lächelt der Peterzeller beim Gedanken daran auch. 44 Jahre also, fast genau um diese Zeit, ist es her, dass der heute 84-Jährige – von dem Wunsch, zu helfen nicht mehr losgelassen – selbst aktiv geworden ist. Den organisatorischen Rahmen für sein Tun hat er ebenfalls selbst geschaffen: den Missions, Förder- und Freundeskreis e. V.

„Ein herzliches Vergelt’s Gott“

Eigentlich, erzählt Besch, habe er beruflich nicht Schulgebäude für Kinder in fernen Ländern, sondern vielmehr Bäckereien und Cafés gebaut. Einer Kundin erzählte er während eines solchen Projekts von seiner Arbeit in Bangladesch. „Dann hat sie mir spontan 2000 Mark in die Hand gedrückt.“ So groß wie die Verblüffung war damit die die Notwendigkeit, einen Rahmen zu schaffen, in dem sich andere für den guten Zweck anschließen können. „Vor ziemlich genau 40 Jahren“ habe er deshalb den Verein gegründet.

Der Kreis schließt sich – jetzt nämlich ist es Hans Besch selbst, der anderen in seinen alljährlichen Weihnachtsbriefen „ein herzliches Vergelt’s Gott“ sagen darf für die Mithilfe und Unterstützung – so wie er sie einst, im Jahr 1979, dem Referenten des Kinderhilfswerks Bergen die seine zugesagt hat.

Wer mithelfen und Hans Besch bei seiner Mission unterstützen möchte, kann das auch mit einer finanziellen Spende tun - das Spendenkonto: Hans G. Besch – Kinderhilfswerk, Sparkasse Schwarzwald-Baar, DE 66 6945 0065 0010 09, BIC: SOLADE1VSS