Auch weil ein Zuschuss für die Sanierung der Roggenbachschule später als vorgesehen fließt, nimmt Unterkirnach voraussichtlich noch in diesem Jahr einen Millionenkredit auf. Doch es gibt noch weitere Gründe. Foto: Ulrich Schlenker

Die Gemeinde Unterkirnach packt eine Million Euro Schulden in den Haushaltsplan 2025. Deshalb wird der Nachtragshaushalt notwendig.

Ein Zuschuss für die Sanierung der Roggenbachschule fließt später als geplant. Auch der Verkauf der Gewerbeflächen im Abendgrund ist noch nicht unter Dach und Fach.

 

Kämmerer Bastian Pfliegensdörfer führte für die nun doch etwas plötzlich kommende Notwendigkeit zu einem Nachtragshaushalt zwei Hauptursachen an. „Bei der Sanierung der Roggenbachschule gibt es Verschiebungen der Kosten sowie bei einem für dieses Jahr erwarteten Landeszuschuss. Ein Grundstücksverkauf ist zudem nicht wie geplant gekommen“, ließ der Leiter des Rechnungsamts wissen.

Ob es sich dabei um den geplanten Verkauf des Gewerbegrundstücks im Abendgrund handle, wollte Gemeinderat Thomas Rauer wissen. Pfliegensdörfer bestätigte das.

Verkauf an einen Recyclingbetrieb

Für den im September 2024 vom Gemeinderat beschlossenen Verkauf der großen Gewerbefläche an den Recyclingbetrieb Schlösser sollten rund 1,3 Millionen Euro in die Gemeindekasse fließen.

Bezüglich der Mittelverschiebung für die laufende Schulsanierung geht aus dem Nachtragshaushalt hervor, dass es sich um einen für dieses Jahr eingeplanten Landeszuschuss in Höhe von 880 000 Euro handelt. Bei den Baukosten für das große Sanierungsprojekt reduziert sich der anteilig für dieses Jahr eingeplante Betrag von einer Million auf 500 000 Euro.

Unterkirnach benötige vor diesem Hintergrund noch im Haushaltsjahr 2025 eine Kreditaufnahme von einer Million Euro, lautete die klare Botschaft aus dem Rechnungsamt an das Ratsgremium.

Beim Bauvorhaben Druck aufbauen

Patrick Seng von der Fraktion „Gemeinsam für Unterkirnach“ forderte, beim Bauvorhaben der Firma Schlösser Druck aufzubauen. „Wir können nicht unendlich darauf gucken und warten“, begründet er.

Querungshilfe zunächst verschieben

Zudem sprach er sich dafür aus, die vom Gemeinderat bereits beschlossenen Investitionen in eine Querungshilfe in der Talstraße sowie für die Projektplanung zur Nachnutzung vom Aqualino zunächst nicht zu realisieren. Das könne bei den kommenden Haushaltsberatungen besprochen werden, stimmten Susanne Ciampa und Martin Kuberczyk einer baldigen Thematisierung dieser Vorhaben zu. „Wir sollten aus dem Fehler bei der Einplanung von Grundstückseinnahmen lernen und diesen in Zukunft vermeiden“, ergänzte CDU-Sprecher Kuberczyk die Diskussion.

Bürgermeister Andreas Braun sprach von einer sehr herausfordernden Finanzlage im Zusammenhang mit der Schulsanierung. Schließlich zogen fast alle Gemeinderäte mit und stimmten mit großer Mehrheit dem Nachtrag für den Haushalt 2025 mit einer Kreditermächtigung in Höhe von einer Million Euro zu. Allein Cornelia Ries votierte dagegen.

Ein Hauch Optimismus

Einen Hauch an Optimismus ist dem nun beschlossenen Nachtragshaushalt aber auch zu entnehmen. Durch leicht verbesserte Erträge und leicht verringerte Aufwendungen werden die Mittel aus dem Ergebnishaushalt für die Finanzierung von Investitionen um 141 800 Euro auf nun 320 200 Euro aufgestockt.