Spendenaufrufe, Existenzängste und fehlendes Toilettenpapier bestimmten lange die Debatte. Die nun bekannten Zahlen verändern den Blick auf den Fall grundlegend, meint unsere Autorin.
Ja, der Fall Kikripp erschüttert. Angesichts des Kitaplatz-Mangels ist es geradezu absurd, wenn eine Kindertagesstätte in Insolvenz geht.
Es wurde alles versucht, zu Tränen gerührt, um Spenden gefleht. Nicht einmal mehr für Klopapier und Seife reiche das Geld, weil die Stadt auf Teufel komm raus auf die Rückzahlung von Zahlungen beharre, hieß es.
Man hätte meinen können, der Schwarze Peter läge tatsächlich alleine bei der Stadt. Doch tut er das, wenn eine Kommune in diesen Zeiten auf die Begleichung von Schulden beharrt, im Sinne der Gleichbehandlung Kitas mit Einheitsbudgets ausstattet und hier eine Sonderbehandlung verwehrt?
Und noch eine Frage drängt sich auf: Wie sind die Bitten um Spenden zu bewerten, wenn ein Kita-Betreiber nicht nur an der Betreuung der Kinder, sondern auch an den Mieteinnahmen sowie als Reinigungsdienst, fürs Schneeräumen und den Gründienst jeden Monat satte Beträge erhält?
Man mag meinen: Dann lief für diese lange Zeit alles wie geschmiert – und ein bisschen Seife für die Kita-Kinder hätte da doch drin sein dürfen, oder?