Joshua Kimmich bekam vor dem Spiel gegen den SC Freiburg viel Lob von Julian Schuster für seine Führungsqualitäten in der Nationalmannschaft. Foto: Robert Michael/dpa

Vor dem Spiel des SC Freiburg beim FC Bayern München sprechen beide Trainer voller Respekt vom Gegner. Schuster schwärmt dabei vor allem vom Bösinger Joshua Kimmich.

Es dauerte nicht lange auf der Pressekonferenz des SC Freiburg am Donnerstagmittag, bis Julian Schuster über den kommenden Gegner sprach und schon fast ins Schwärmen über den FC Bayern München in seiner aktuellen Form geriet. Vor allem zu einem Spieler des Rekordmeisters hatte der Chefcoach der Freiburger einiges zu sagen: Joshua Kimmich.

 

Der Mittelfeldspieler aus Bösingen (Kreis Rottweil) sei „sinnbildlich“ für die Überzeugung der Bayern in dieser Saison. „Es ist eine große Freude, wenn ich die Länderspiele anschaue, wie er die Mannschaft führt, das überträgt sich auf die Mitspieler“, sagte Schuster über Kimmich, der gegen die Slowakei trotz leichter Probleme im Sprunggelenk als Kapitän auf dem Feld stand.

„Wenn er spielt, dann ist die Nationalmannschaft oder der FC Bayern eine Mannschaft, die mit sehr viel Leidenschaft und Einstellung auf dem Platz steht, das zeigen sie nicht nur national, sondern auch international“, war der Freiburger Coach voll des Lobes für den Kapitän der deutschen Nationalmannschaft.

Joshua Kimmich vom FC Bayern München hat seine Verletzung auskuriert

Seine leichte Blessur, die ihn gegen Luxemburg zum Zuschauen zwang, hat der gebürtige Rottweiler vor dem Duell mit dem SC Freiburg überwunden. „Jo ist normalerweise hundert Prozent dabei“, bestätigte Bayern-Trainer Vincent Kompany am Freitag auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den SC Freiburg. Für den Coach, der seinen Mittelfeldstrategen selten auf die Bank setzt, sind das gute Nachrichten.

Wie auch sein Gegenüber Schuster äußerte sich Kompany vor dem Spiel auch zum Gegner – mit Lob und viel Respekt. „Freiburg ist eines der besten Beispiele für Konstanz. Ich bin ein großer Fan von Konstanz im Fußball. Sie haben einen Trainer, der früher schon Spieler dort war. Sie haben ihre Art und Weise nie richtig verändert, sondern immer nur kleine Anpassungen vorgenommen“, sagte Kompany auf Englisch.

Das sagt Vincent Kompany über den SC Freiburg

Damit bezog er sich auch auf das Scouting und das Verhalten auf dem Transfermarkt. „Sie wissen genau, welche Spieler zu ihrem Spiel passen. Spiele gegen sie sind nie einfach, sie können gegen jedes Team mithalten“, so der frühere Weltklasse-Innenverteidiger, der sich sehr auf das Spiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) freut.

In dieses gehen die Bayern – wie in der Bundesliga üblich – als Favorit. Und dennoch ist etwas anders. Denn erstmals in der Saison haben die Münchener das vorherige Spiel nicht gewonnen. Beim 2:2 bei Union Berlin musste Harry Kane, FCB-Torjäger vom Dienst und seit Wochen in bestechender Form, in der 90. Minute den Punkt retten. „Wir haben das letzte Spiel nicht gewonnen, das habe ich die letzten zwei Wochen nicht vergessen“, sagte Kompany und es klang schon fast wie eine Drohung.

Uli Hoeneß lobt, Vincent Kompany tritt auf die Bremse

Denn vor allem in der heimischen Allianz-Arena sind die Bayern in dieser Saison eine Macht und blicken wettbewerbsübergreifend auf eine perfekte Bilanz von sieben Siegen in sieben Auftritten zurück. Und auch auswärts – abgesehen vom 2:2 bei Union – läuft es so gut, dass Ehrenpräsident Uli Hoeneß schon vom „Idealzustand“ spricht. Eine Aussage, die Kompany am Freitag zumindest zum Schmunzeln brachte, ehe er antwortete. „Es gibt keine Perfektion. Und auch wenn wir es gut machen, beim FC Bayern wollen wir immer mehr.“

Es klang fast wie die nächste Drohung an die Konkurrenz. Klar ist aber zumindest: Der SC Freiburg wird es am Samstag in München extrem schwer haben. Denn der Champions-League-Kracher gegen Arsenal London am Mittwoch sei noch nicht in den Köpfen, so Kompany, der am Samstag auf den angeschlagenen Serge Gnabry und vielleicht auch den erkälteten Kapitän Manuel Neuer verzichten muss. In diesem Fall könnte Julian Schuster von der Seitenlinie aus zuschauen, ob Kimmich den FC Bayern gegen den SC Freiburg so führt wie die DFB-Elf gegen die Slowakei.