An Ostern feiern die Christen nicht nur die Auferstehung Jesu nach seinem Tod am Kreuz. Sie verschenken nach alter Tradition auch viele bunt gefärbte Eier. Für besonders hübsche Exemplare sorgt der Bittelbronner Elmar Hinger in seiner Firma BUWA in Empfingen.
Um Ostereier hat sich ein richtiger Kult entwickelt, man kann sie ganz einfach in Lebensmittel- oder Naturfarben (Rote Beete oder Kurkuma) tauchen und färben. Man kann Wachs auf sie auftragen und damit regelrechte Muster erzeugen. Es gibt auch ausgefeilte Kratz-Techniken. Solche Kunstwerke sind dann beispielsweise in der alljährlichen Ostereier-Ausstellung in Haigerloch zu bewundern.
Elmar Hinger jedoch geht einen völlig anderen Weg. Er nutzt bei der Herstellung seiner Ostereier hochmoderne Technologie: Mit einem hochpräzisen Laser zaubert er kleine Kunstwerke auf die Eier.
Hochpräzise Laser-Technologie im Einsatz
Doch von vorne: Eigentlich ist seine im Empfinger Gewerbegebiet ansässige Firma in einem ganz anderen Metier unterwegs. Sie stellt unter anderem Fußmatten für Autos her und bestickt oder graviert sie mit Schriftzügen der Hersteller oder von Autohäusern, sie stellt Schonbezüge für Autositze her und liefert in erster Linie Arbeitskleidung an Firmen und Vereine. Diese Textilien werden von dem Familienunternehmen bestickt, bedruckt oder auch graviert.
Das Know-how ist also vorhanden, aber wie kommt Elmar Hinger dazu, gravierte Ostereier herzustellen und zu vertreiben? Die Idee ist vor etwas mehr als zehn Jahren entstanden. Hinger hat nämlich eine hochpräzise Maschine, die er unter anderem für das Schneiden oder Gravieren von allerfeinstem Alcantara-Leder nutzt. Damit ließen sich doch auch alle möglichen Motive auf Eier produzieren, so der Ausgangsgedanke des mittlerweile 55-jährigen Unternehmers. Gesagt, getan: Nach den ersten Testläufen hat Elmar Hinger die fertig gravierten Eier ans Gesundheitsamt geschickt, damit dieses prüfen konnte, ob beim Lasern möglicherweise das Innere des Eis verletzt wird. Wird es nicht – und so konnte die Eierproduktion ihren Lauf nehmen.
Steinefurth-Hof bei Geislingen liefert die Eier
Die läuft folgendermaßen ab: BUWA bezieht die Eier (Güteklasse A) vom Steinefurthof bei Geislingen, der produziert sie selbst oder bezieht sie von regionalen Produzenten. Bevor die Eier aber in Empfingen landen, lässt Hofbetreiber Matthias Hölle die Eier in einer Färberei in Aulendorf in verschiedenen Farben bunt färben.
Hölle ist begeistert von dieser nicht alltäglichen Art der Zusammenarbeit mit dem Unternehmer aus dem Haigerlocher Teilort Bittelbronn.
Danach werden die Eier in BUWA in die Maschine eingesetzt, und dann fährt der Laser sie Stück für Stück ab und fräst das vorher einprogrammierte Motiv aus der fragilen Schale. Dabei wird nur die aufgetragene Farbe abgetragen, die Schale selbst bleibt unverletzt. Je nachdem, wie komplex das Motiv ist, braucht es etwa vier Minuten, bis ein Ei fertig gelasert ist. Etwa vier Wochen vor Ostern läuft die Produktion an.
2014 hat BUWA die ersten Eier an die Deutsche Bank ausgeliefert, inzwischen hat sich der Kundenkreis erheblich erweitert. Dieses Jahr gehörten zu den Abnehmern verschiedene Firmen aus Balingen, Bodelshausen und Hechingen, die Apotheke in Haigerloch, die Stadt-Apotheke Balingen, oder Wohn-Schick aus Owingen sowie die Sparkasse Zollernalb. Auch die Stadt Geislingen hat sich von BUWA mit Geschäftsführer Elmar Hinger schon exklusive Eier machen lassen.
Die Burg Hohenzollern hat schon gravierte Eier bestellt
Zum Kundenkreis zählte auch schon die Burg Hohenzollern. Sie überraschte die Gäste in ihrem Restaurant mit Ostereiern, auf denen ein sehr filigranes Motiv der Burg Hohenzollern abgebildet ist.
Eine nette Überraschung also für Kunden, Gäste oder Mitarbeiter zu Ostern. Doch nicht nur dann: Auch außerhalb der Osterzeit werden auf Bestellung Eier graviert und geliefert, zum Beispiel als hübsche Gadgets bei Messe-Auftritten. In diesem Jahr hat BUWA rund 10 000 Eier graviert. Es waren aber auch schon deutlich mehr. „Wir haben mal für allein für eine Firma in Nagold 15 000 Eier produziert“, erinnert sich der Geschäftsführer.