Die Deponie in Balingen (Luftaufnahme) Foto: Landratsamt Balingen

Die Wege sollen kürzer werden und die Umwelt besser geschützt: Die Deponien in Albstadt und Balingen werden erweitert. Künftig gibt es vier Deponieklassen – klassifiziert nach Schadstoffbelastung.

Die Deponien in Albstadt und Balingen werden größer. Seit 2018 ist der Zollernalbkreis Betreiber. Zuvor lag der Betrieb bei den jeweiligen Städten. Vor drei Jahren stellte der Kreis einen Planfeststellungsantrag zum Ausbau der Anlagen. Das Regierungspräsidium Tübingen hat jetzt grünes Licht gegeben.

 

Um das Grundwasser zu schützen, müssen je nach Klassifizierung Dichtungsbahnen auf Kunststoff unter der Entwässerungsschicht verbaut werden. In Albstadt wird es eine zusätzliche Dichtungslage aus aufbereitetem Schiefer geben.

Beide Deponien sind bislang in der Deponieklasse (DK) -0,5 klassifiziert. Dort darf gewachsener Boden entsorgt werden sowie natürliche Steine und Felsen. In der DK 0 können künftig leicht belastete Böden, Abraum auf Straßengräben oder leicht verunreinigter Bauschutt entsorgt werden. Die neue DK 1 ist zugelassen für zum Beispiel asbesthaltigen Bauschutt, Dämmmaterialien, Schlecken, Aschen Sandfangrückstände aus Kläranlagen oder Gleisschotter.

Die Deponie in Albstadt (Luftaufnahme) Foto: Landratsamt

In einer noch höheren Deponieklasse dürften stärker belastete Abfälle entsorgt werden. Die DK 2 gibt es an den beiden Standorten allerdings nicht. Dort dürften unter anderem teerhaltiger Straßenschutt oder teerhaltige Dachpappen, mit Öl belastete Böden, Brandschutt oder gipshaltige Abfälle gelagert werden.

Insgesamt belaufen sich die Kosten auf knapp 15 Millionen Euro. Für den ersten Bauabschnitt veranschlagt das Landratsamt für die Deponie Albstadt knapp sechseinhalb Millionen Euro und für die Balinger Deponie gut 8,2 Millionen Euro. Diese Kosten sollen komplett über die Deponiegebühren finanziert werden, die den Abfallerzeugern in Rechnung gestellt werden.

Laut Berechnungen des Landratsamtes auf Grundlage des vermuteten Abfallvolumens ergibt sich für den Standort Albstadt eine Deponielaufzeit von etwa 31 Jahren. Die Deponie in Balingen dürfte demnach in etwa 39 Jahren voll sein.

Mit dem Ausbau schaffe der Landkreis eine optimale Gebietsabdeckung. Wegen der zwei Standorte würden die Anfahrtswege für die Entsorger kürzer, es gäbe weniger Verkehr und die Umwelt werde weniger stark belastet. Landrat Günther-Martin Pauli meint dazu: „Der Ausbau der beiden Deponien in unserem Kreis ist ein zentraler und großartiger Baustein zur langfristigen Gewährleistung der Entsorgungssicherheit mit kurzen Wegen.“