Die Konradskapelle am Seelbacher Taleingang ist ein beliebtes Ausflugsziel – sowohl für Einheimische als auch für Gäste. Foto: Vögele

Das über Seelbach thronende Gebäude ist in die Jahre gekommen. So wurden etwa im Fundament Risse festgestellt, zudem rutscht der Hang ab.

Die Konradskapelle hoch über Seelbach ist seit 1937 ein markanter Bestandteil des Ortsbildes. Gut sichtbar am Taleingang gelegen, ist sie laut einer Mitteilung der Gemeinde Ausflugsziel für Einheimische sowie Gäste und für viele Menschen ein Ort der Einkehr, der Erinnerung und der persönlichen Verbundenheit.

 

Die Kapelle wurde privat von den Geschwistern Theresia Gäs und Josef Schuhmacher erbaut. Über Jahrzehnte wurde sie von der Familie gepflegt und unterhalten. Heute ist sie im Besitz von Manuela Müllerleile, Tochter des vormaligen Eigentümers Josef Schuhmacher und Enkelin der Erbauer. Müllerleile trägt laut Mitteilung die Verantwortung für den Erhalt dieses ortsbildprägenden Gebäudes und setzt die Pflege und Instandhaltung in Familientradition fort.

Kapelle steht seit 2012 unter Denkmalschutz

Aktuell sind umfassende Sanierungsmaßnahmen erforderlich. Der Hang rutscht ab und am Gebäude wurden Risse im Fundament festgestellt. Die größte bauliche Maßnahme wird die Hangsicherung sowie die Neuanlage des Kapellengeländes sein. Im Innenraum bestehen Schäden am Altar, am Boden und weiteren Bereichen, die fachgerecht instandgesetzt werden müssen.

Die Kapelle steht seit 2012 unter Denkmalschutz, betont die Gemeinde in ihrer Pressemitteilung. Diese Einstufung sei der Familie und der Eigentümerin bis zu Beginn der Sanierungsplanung nicht bekannt gewesen. Damit sind bestimmte Vorgaben für Materialien, Ausführung und Restaurierung verbindlich. Für die Umsetzung sind Gutachten und Restauratoren notwendig, um die Kapelle fachgerecht zu sichern und zu restaurieren.

Die denkmalrechtlichen Auflagen haben die ursprünglich kalkulierten Kosten erheblich erhöht. Nach aktuellem Stand belaufen sich die Gesamtkosten auf mehr als 30 000 Euro. Diese Summe lässt sich von Müllerleile privat nicht allein stemmen, heißt es in der Pressemitteilung der Gemeinde.

Setzen sich für die Kapelle ein (von links): Adalbert Kern, Foto: Gemeinde

Für die Besitzerin steht demnach fest: „Die Konradskapelle ist für mich eine Herzensangelegenheit und ein Stück Familiengeschichte, zugleich auch ein Stück Seelbacher Geschichte.“ Einen erheblichen Teil der Kosten übernehme sie selbstverständlich selbst. Durch die Auflagen des Denkmalschutzes sei die Sanierung jedoch allein privat nicht zu stemmen. „Die Konradskapelle bedeutet vielen Menschen etwas, und ich hoffe, dass wir gemeinsam dazu beitragen können, sie dauerhaft zu erhalten“, so Müllerleile weiter.

Mietzner: Kapelle muss langfristig erhalten bleiben

Im Austausch zwischen Bürgermeister Michael Moser, der Eigentümerin sowie Vertretern des Historischen Verein Mittelbaden wurde ein Weg entwickelt, wie die Mitfinanzierung über Spenden transparent und geordnet erfolgen kann, teilt die Gemeinde mit. Über den Kontakt zu Adalbert Kern kam demnach der Austausch mit dem Vorsitzenden Thorsten Mietzner zustande. Der Verein stellt, wie bereits erfolgreich bei der Sanierung der Hugenhofkapelle in Schuttertal, seine bewährten Strukturen zur Verfügung, übernimmt die Mittelverwaltung und unterstützt aktiv bei der Organisation der Spendenabwicklung.

Thorsten Mietzner erklärt: „Wenn privates Engagement und bürgerschaftliche Unterstützung zusammenkommen, können auch größere Herausforderungen gemeistert werden. Wir sorgen für transparente Abläufe und begleiten das Projekt organisatorisch. Die Konradskapelle muss langfristig erhalten bleiben“.

Erste Arbeiten sollen schon im Frühjahr starten

Bürgermeister Michael Moser betont, dass für ihn früh klar gewesen sein, dass die Mitwirkung am Erhalt der Konradskapelle ein wichtiges und unterstützenswertes Projekt sei. „Die Kapelle ist ortsbildprägend, identitätsstiftend und für viele Menschen emotional von großer Bedeutung“, wird er in der Mitteilung zitiert. Es gehe hier nicht um eine rein private Sanierung, sondern um den Erhalt eines Wahrzeichens, dass das Ortsbild und die Gemeinde seit Jahrzehnten mitpräge.

Mit der Pressemitteilung beginne der offizielle Spendenaufruf. Die Finanzierung soll über bürgerschaftliches Engagement erfolgen. Ein eigenes Spendenkonto wird unter dem Dach des Historischen Vereins Mittelbaden eingerichtet. Spendenbescheinigungen können ausgestellt werden.

Die ersten Maßnahmen, insbesondere die dringend erforderliche Hangsicherung, sollen bereits im Frühjahr umgesetzt werden. Die weiteren Arbeiten erfolgen dann schrittweise und sind abhängig vom Spendenaufkommen.

Info für Spender

Die Spende geht an den Kontoinhaber  Historischer Verein für Mittelbaden – Regionalgruppe Geroldsecker Land, Volksbank Lahr: IBAN: DE 02 6829 0000 0012 8395 02, Sparkasse Lahr – Offenburg: IBAN: DE 60 6645 0050 0004 8881 71.