Das Land will das alte Pfarrhaus in Langenbrand verkaufen. Die Vergabe eines Erbbaurechts ist jetzt vom Tisch. Foto: Thomas Fritsch

Seit einiger Zeit steht das alte Pfarrhaus in Langenbrand leer. Das Land kaufte das Gebäude einst von der Kirche. Jetzt hat sich das Land entschieden, wie es mit dem Gebäude weitergeht.

Das Gebäude Salmbacher Straße 34 in Langenbrand war früher ein Pfarrhaus. Inzwischen gehört es dem Land.

 

„Zwischenzeitlich war das Gebäude an die Gemeinde Schömberg vermietet“, teilte Christian Lindinger im vergangenen Sommer mit. Er ist Leiter von Vermögen und Bau Baden-Württemberg Amt Pforzheim. Das Amt untersteht dem Finanzministerium des Landes.

Gemeinde nutzte Gebäude als Flüchtlingsunterkunft

„Das Gebäude wurde als Flüchtlingsunterkunft angemietet“, teilte Stefanie Stocker, Pressesprecherin der Gemeinde Schömberg, im vergangenen Sommer auf Nachfrage unserer Redaktion mit.

Nach Stockers Worten mietete und nutzte die Kommune nicht das gesamte Gebäude, sondern nur ein Stockwerk und weitere, einzelne Zimmer. „Ein weiteres Stockwerk stand leer und weitere Teile nutzte die Kirchengemeinde“, war von Stocker weiter zu erfahren.

Der Mietvertrag der Gemeinde Schömberg begann im August 2015 und endete im August 2024, informierte Gemeindesprecherin Stocker seinerzeit.

Lindinger teilte im vergangenen Sommer auf Nachfrage unserer Redaktion mit, dass es bei dem leerstehenden Anwesen in bestimmten Intervallen Pflegemaßnahmen gebe und demnächst wieder aufgenommen würden.

Das alte Pfarrhaus in Langenbrand im vergangenen Sommer von der Ortsdurchfahrt aus gesehen Foto: Wolfgang Krokauer

Anlass der Nachfrage war eine Klage von Gemeinderat Tino Bayer (MUZ) in einer Gemeinderatssitzung im Juni des vergangenen Jahres.

Er hatte sich darüber beschwert, dass das Areal in einem verheerenden Zustand sei: „Das ärgert mich kolossal.“ Als dort noch Flüchtlinge untergebracht gewesen seien, habe er sich mit ihnen stets um ein ordentliches Aussehen gekümmert.

Bayer meinte, dass das Land eventuell einen Investor finde. Das Land beabsichtige, das Gebäude gegebenenfalls samt Grundstück zu verkaufen, teilte Lindinger zu den Zukunftsplänen des Landes im vergangenen Sommer mit.

Lindinger erwähnte seinerzeit auch die Vergabe eines Erbbaurechts. „In jedem Fall ist das Land dabei verpflichtet den Grundsatz der Wirtschaftlichkeit zu beachten.

Eine entsprechende öffentliche Ausschreibung wird noch dieses Jahr angestrebt“, machte er im vergangenen Sommer deutlich.

Erbbaurecht ist vom Tisch

Inzwischen ist die Entwicklung weitergegangen.

„Nach Abstimmung mit dem Ministerium für Finanzen sind wir unter Betrachtung fachlicher Gesichtspunkte zu der Entscheidung gekommen, auf die Vergabe eines Erbbaurechts zu verzichten und das Gebäude mitsamt des Grundstücks zum Verkauf zu bringen“, teilte Lindinger jetzt mit.

Öffentliche Ausschreibung wohl noch im ersten Quartal

„Eine entsprechende öffentliche Ausschreibung ist in Bearbeitung und wird voraussichtlich noch im ersten Quartal dieses Jahres erfolgen“, war von Lindinger zu erfahren.

Angesichts sinkender Mitgliederzahlen und damit abnehmender Steuereinnahmen prüfen die großen christlichen Kirchen weiter, welche Immobilien sie behalten und welche sie abstoßen.

Aufgrund dieser Situation ist es eher ungewöhnlich, wenn Kirchengemeinden