Im Tanzsaal des ehemaligen Gasthauses Krone und historischen Klostergärtnerei darf eine Wohnung eingerichtet werden. Foto: Bohnert-Seidel

Das frühere Gasthaus Krone in Schuttern darf laut Denkmalamt umgenutzt werden. Bei dem Anwesen handelt es sich um ein altes Gebäude aus der Klosterzeit.

Normalerweise wird aus einem ehemaligen Tanzsaal ohne große Umschweife eine Wohnung. Steht der Tanzsaal jedoch unter Denkmalschutz wirken andere Kräfte auf die Umnutzung ein und das Denkmalamt hat ein Wörtchen mitzureden. In der Sitzung des Friesenheimer Gemeinderats wurde die Nutzungsänderung des ehemaligen Tanzsaals in Schuttern „Im Oberdorf“ bekanntgegeben.

 

Bei dem Anwesen handelt es sich um ein Gebäude aus der Klosterzeit. Im Jahr 1726 wurde es erbaut. Im Gebäude und im Umfeld war die ehemalige Klostergärtnerei untergebracht. Zum Gasthaus Krone wurde es lange nach der Säkularisation umgemünzt.

Erster Kronenwirt war Paul Johann Baptist Enz um 1878, wie im Bürgerbuch von Schuttern beschrieben. Zweiter Kronenwirt war Sebastian Mast. In der Regel wurde nebenher noch eine kleine Landwirtschaft betrieben. Das Gasthaus wurde von Familie zu Familie weitervererbt (siehe Info).

2013 wurde eine historische Ortsanalyste erstellt

Für die historischen Gebäude von Schuttern wurde im Jahr 2013 eine historischen Ortsanalyse erstellt. Darin wird das Gebäude gemäß dem Denkmalschutzgesetz als Kulturdenkmal bewertet. Beschrieben wird es als ein Gehöft aus dem 19. Jahrhundert.

Im Volksmund der Schutterner wird das Gebäude auch als ehemalige Klostergärtnerei beschrieben. Das Gebäude mit Walmdach zeichnet sich durch einen zweigeschossigen Bau auf einem Kellersockel aus. Nördlich an das Wohnhaus schließt sich ein Ökonomiegebäude an.

Dieses gestaltet sich im Obergeschoss mit altem Fachwerk und Satteldach. Beide Gebäude richten sich zur Straße aus. Ein weiteres nördlich angrenzende Ökonomiegebäude ergänzt den Gebäudekomplex mit einem segmentbogigen Scheunentor. Südlich ist ein Stück ehemalige Klostermauer zu sehen. Eine weitere Betonmauer verweist auf den früheren Verlauf der Klostermauer.

Laut Denkmalschutzamt besteht an dem Anwesen als „Sachgesamtheit aus ortsgeschichtlichen Gründen ein öffentliches Interesse.“ Der ehemalige Tanzsaal soll als Wohnung umgebaut werden. Der Parkettboden und auch die Holzverkleidung am Rande bleiben ebenso erhalten wie die Fenster.

Geschichte

Vierter und letzter Kronenwirt war Richard Hermann Mast (1925 bis 2012) mit Ehefrau Irmgard Maria Breithaupt (1928 bis 2023). Viele Schutterner Familien erinnern sich bis heute gern an große Familienfeiern wie Hochzeiten, Geburtstage oder auch Vereinsfeste und die legendären Fasentsveranstaltungen. Ende der 1980er-Jahre wurde das Gasthaus endgültig geschlossen. Ortsvorsteher Jürgen Silberer erinnert sich gern an das Gasthaus Krone: „Als kleiner Bub habe ich hier meine erste Generalversammlung mit dem Musikverein erlebt.“