Im Baugebiet Hosenmatten 2 mehren sich die Verteilerkästen – zum Unmut von Anwohnern. Die Stadt teilt mit, dass man da nichts machen könne.
Oft übersieht man sie, die grauen Kästen am Straßenrand. Im Baugebiet Hosenmatten 2 ist das jedoch nicht möglich. Dort gibt es zahlreiche der mausgrauen Kabelverteilerkästen, an einer Stelle stehen sechs sogar direkt nebeneinander. Ein Leserin hat unsere Redaktion darauf aufmerksam gemacht – und sich beklagt: „Insbesondere an der Kreuzung Hosenmattenstraße/Rheintalstraße wurden in den letzten Monaten zahlreiche Schaltkästen unterschiedlichster Größe und Form aufgestellt – viele davon scheinbar ohne einheitliches Konzept oder ästhetische Rücksichtnahme.“
Mittlerweile habe sich eine regelrechte Ansammlung dieser Schaltkästen gebildet, wodurch das Straßenbild erheblich beeinträchtigt werde, moniert die Anwohnerin in ihrem Schreiben. „Erst kürzlich wurde ein weiterer Kasten eingebaut, die Entwicklung scheint ungebremst weiterzugehen“, so ihr Eindruck.
Ihr missfällt darüber hinaus, dass einige Kästen bereits mit Farbe besprüht sind – das könnte eine ungute Kettenreaktion auslösen, befürchtet sie: „Diese bereits angesprühten Kästen verleiten zum weiteren Besprühen, wodurch sich das Problem mit der Zeit noch verschlimmern könnte. Dies vermittelt einen ungepflegten Eindruck und passt nicht zur sonst modernen Gestaltung des Wohngebiets.“
Stadt, Vodafone, Telekom oder E-Werk – alle brauchen eigene Verteiler
Mit ihrem Ärger über die große Zahl an Stromkästen in den Hosenmatten 2 sei sie nicht allein, viele Anwohner würden sich daran stören, betont die Leserin. Sie habe in der Sache auch einen Beschwerdebrief an das Bürgerbüro gesendet. „Ich bitte Sie, die ästhetische und funktionale Gestaltung der Schaltkästen zu überdenken“, heißt es darin.
Doch Hoffnung auf Abhilfe besteht nicht: Die vorhandenen Schaltschränke dienten der Versorgung der Anwohner, „eine Reduzierung ist nicht möglich“, heißt es auf Nachfrage aus dem Lahrer Rathaus. Gleichzeitig hebt die Stadt hervor, dass nur zwei Verteilerschränke dort ihr Eigentum sind – sie würden zur Übertragung von Abflussdaten an die Fernwirktechnik der Kläranlage gebraucht. Alle weiteren Verteilerkästen in den Hosenmatten 2 gehörten diversen Versorgern, etwa dem E-Werk, der Telekom oder Vodafone.
Die Anordnung der Verteilerkästen erkläre sich auch durch technische Notwendigkeiten, so die Verwaltung. Denn sie dürften oft einen bestimmten Abstand zueinander nicht überschreiten, um die Signalstärken der Leitungen aufrechtzuerhalten. Ob in den Hosenmatten weitere Schaltkästen nötig werden, hänge vom Nutzungsverhalten und den Wünschen der Anwohner ab.
Einer der Schaltkasten neueren Datums diene der Versorgung der E-Bike-Leihstation sowie zweier Pkw-Elektro-Ladestationen an den öffentlichen Parkplätzen gegenüber des Kirschbaumplatzes, meint die Leserin. Allerdings fehle dort ein gekennzeichneter Behinderten-Parkplatz.
Bei diesem Anliegen signalisiert die Stadt Entgegenkommen: Parkplätze für Menschen mit Schwerbehinderung würde man pauschal ausschließlich in Ballungsräumen, etwa in der Innenstadt oder am Bahnhof, anordnen – ansonsten nur auf Antrag und nach einer Einzelfallprüfung. Anders könne der Bedarf nicht ermittelt werden. „Gerne können entsprechende Anträge bei uns gestellt werden“, so die Stadtverwaltung auch mit Blick auf die Wünsche aus den Hosenmatten.
Was steckt drin?
Kabelverteilerschränke sind wichtig für die städtische Infrastruktur. Sie beherbergen zum Beispiel technische Einrichtungen zur elektronischen Steuerung von Ampelanlagen und der Straßenbeleuchtung. Außerdem werden sie von Telekommunikations-Unternehmen genutzt, um Telefon, Internet und TV-Signale in die Häuser zu bringen. Vor allem dienen sie aber Energienetzbetreibern zur Absicherung und Verteilung der stromführenden Kabel, die zu den Hausanschlüssen führen. Ohne diese Kabelverteilung und -absicherung gäbe in Wohngebäuden oder Fabrikhallen keinen störungsfreien Stromfluss.