Kleine und große Besucher folgen dem Aufruf, Gläser zu beschriften. Foto: Stephan Hübner

Ein Zeichen für ein respektvolles Miteinander wird in Königsfeld gesetzt.

Zur Demo „Licht an für Menschlichkeit und Demokratie“ hatten am Freitag Elisabeth Kodweiß, Pfarrerin der Zinzendorfschulen, die Lehrerin Chris Boldt und Gemeindediakonin Gabriele von Dressler zum Zinzendorfplatz eingeladen. Zwei Wochen lang sind Menschen aufgerufen, Gläser zu beschriften und sie am Löschteich aufzustellen.

 

Ausgangspunkt waren laut Kodweiß Gespräche im Unterricht, in denen es um demokratisches Grundverständnis ging. Im Vorfeld der Wahl gehe es oft sehr respektlos zu, mit der Demo wolle man zeigen, dass viele Menschen für respektvollen Umgang miteinander stünden.

Es liege an jedem, ein Licht für Achtung, Verständnis und Menschlichkeit anzumachen. Demokratie lebe davon, dass man einander in seiner Unterschiedlichkeit respektiere. In einer Zeit in der Hetze, Pauschalisierung und Spaltung Schlagzeilen beherrschten entstehe der Eindruck, dass das Gute im Schatten verschwinde.

Viele Besucher folgen dem Aufruf

Die Gläser zeigten, dass man eine Gemeinschaft wolle, in der jeder Mensch unabhängig von Religion, Herkunft oder sozialem Status geachtet werde. Es gehe um Menschlichkeit und Solidarität. Den Respekt, den man selbst einfordere, müsse man auch anderen geben. Kodweiß wünschte sich „eine Gesellschaft, in der Ehrfurcht vor dem Leben lebendig ist“, Gespräche mit-, nicht gegeneinander das Dunkel von Hass und Ausgrenzung durchbrechen. Viele Besucher folgten dem Aufruf, Gläser zu beschriften.

Der Posaunenchor begleitete die Demo musikalisch. Foto: Stephan Hübner

Der Posaunenchor spielte Lieder wie „We shall overcome“. Gerade jetzt, da die demokratische Grundordnung gefährdet sei, brauche man so ein Mutmachlied, so Hans-Beat Motel für die Kirchengemeinde.

Für Christen hätten alle Menschen die gleiche Würde. Man solle Vorurteile ablegen, in besonderer Weise für Fremde sorgen. Demokratie bedeute, dass alle gleiche Rechte hätten, falle aber nicht vom Himmel. Man müsse sich gegen populistische, menschenverachtende Parolen und Falschinformationen wehren. Er rief dazu auf, bei der Wahl „ein Kreuz für Vielfalt und Toleranz zu setzen“.

Abschlussveranstaltung am 22. Februar

Die Aktion läuft zwei Wochen. Gläser, Kerzen und Stifte sind von 8 bis 18 Uhr im Vorraum des Kirchensaals zu finden. Die Gläser sollen beim Löschteich aufgestellt werden. Die Organisatorinnen betonen, dass sie täglich darüberschauen und aussortieren wollen, da sie weder Hassbotschaften noch Parteiparolen wünschen, sondern Aufschriften, die Menschenfreundlichkeit betonen. Am Freitag, 22. Februar, ist um 17 Uhr eine kleine Abschlussveranstaltung geplant.