Waltraud, Wilma und Bertha mit ihrem Hund Bellmondo sorgten in der Marktstraße für viel Aufmerksamkeit. Foto: Baublies

Das schlechte Wetter konnte weder den Künstlern noch den Besuchern den Spaß vermiesen. Der Andrang auf den einzelnen Plätzen der Innenstadt war am Samstag groß.

Der Kiepenkasper ist ein alter Bekannter: Das erste Mal ist er in Lahr auf der Puppenparade vor 20 Jahren aufgetreten. Um die Mittagszeit reiste die Handfigur vom Marktplatz aus auf den Meeresgrund und erlebte dort spannende Abenteuer – unter anderem mit einem Dämon, der einem Fahrradsattel ähnelte. Uwe Spillmann, der Künstler hinter der Figur, ist nach eigener Aussage „nur der Assistent des Kiepenkaspers“. Der Puppenspieler lobt ausdrücklich das Kulturamt und die Organisatoren der Ortenauer Puppenparade für deren Engagement. Er bedauerte am Samstag lediglich, dass er doch „kalte Füße“ bekomme habe – aber dies nur im eigentlichen Wortsinn.

 

Wie beliebt Spillmann und der Kiepenkasper sind, war bereits am Morgen, eine Viertelstunde vor dem ersten Auftritt am Marktplatz deutlich zu erkennen. Der Platz vor dem Zelt, wo der Kasper mit Kiepe vor dem Bauch samt dem „Assistenten“ Spillman auftreten würde, war zu diesem Zeitpunkt bereits belagert.

Der Hund Bellmondo treibt in der Markstraße gehörig Unfug

Neben Regenschirmen wurde auch der eine oder andere Friesennerz in der Lahrer Innenstadt gesichtet. Doch Regen hin oder her: Die Auftritte beim Open-Air auf den verschiedenen Plätzen der Stadt waren am Samstag alle ausnahmslos gut besucht.

Ein Clou der Lahrer Veranstaltung ist der sogenannte Walkact, also Künstler, die durch die Stadt ziehen. In diesem Jahr sorgten dabei Waltraud, Wilma und Bertha samt Hund Bellmondo für viel Spaß und Aufsehen. Dass das Damentrio in seinen besten Jahren samt des Hundes – vorschriftsmäßig an der Leine – heuer nur vom Alten Rathaus zum Rosenbrunnen und zurück spazierte, lag am lästigen Nieselregen.

Doch der hielt Bellmondo nicht davon ab, gehörig Unfug zu treiben. Die lebensgroßen Damen, deren grotesk verzerrte Gesichter auf Bauchhöhe angebracht waren – die Künstler unter den Masken konnten durch die überdimensionalen Hüte sehen –, machten schon alleine durch die ungewöhnliche Ansicht Eindruck auf die Zuschauer. Dabei waren es nicht nur die Kinder, die von den drei Auftritten begeistert waren. Besonders gut kam Bellmondo an. Er schnüffelte auf dem Boden und zerrte gelegentlich seine Begleiterin am Rock. Eine Überraschung waren die mutigen Sprünge, die das „Tier“ schaffte. Diese und zusätzlich das täuschend echte Gebell erschreckte den einen oder anderen Passanten etwas. So viel sei verraten: Gebellt hat Bertha. Wie die nach einer kurzen Weile klatschnasse Figur die Sprünge geschafft hat, erklärte Bertha lapidar: „Einfach aus dem Handgelenk“.

Märchen aus „1001 Nacht“ am Storchenturm

Die Künstler Dayoub und Naga samt einer Schlange sorgten am Samstag derweil am Platz vor dem Storchenturm unter anderem mit Szenen, die an die Märchen aus „1001 Nacht“ erinnerten, für viel Spaß und spannende Unterhaltung. Das galt auch für den ersten Open-Air-Auftritt des Theaters Knuth. Das Zelt, das die Besucher der Puppenbauwerkstatt vor dem Nass auf dem Schlossplatz bewahrte, war um die Mittagszeit ebenfalls gut besucht.

So geht’s weiter

Die Ortenauer Puppenparade läuft noch bis zum 29. März. Dabei stehen auch in Lahr noch mehrere Veranstaltungen an.  Am Donnerstag, 19. März, ist „Pieps! Lustige Tiergeschichten“ um 10 und 15 Uhr im Schlachthof zu sehen. Die Show „Murzarella – Bauchgesänge ... Best of!“ am Samstag, 21. März, im Stiftsschaffneikeller ist bereits ausverkauft. „Der Grüffelo“ läuft am Dienstag, 24. März, um 10 und 15 Uhr im Schlachthof. Weiter geht’s am Freitag, 27. März, ab 10 Uhr im Schlachthof mit „Das tapfere Schneiderlein“. Die Show „Der Fußmord und andere Liebesdramen“ ist am Freitag, 27. März, ab 20 Uhr im Schlachthof zu sehen.