Schon bald sollen die Schüler wieder ohne Maske lernen. Foto: dpa/Matthias Balk

An zahlreichen Schulen im Land wird die Maskenpflicht von Montag an gelockert, oder fällt. Das ist ein Fehler, kommentiert Christian Gottschalk. Nun braucht es im Kampf gegen Corona sehr viel Glück.

Stuttgart - Wer Augen hatte, zu sehen, der konnte im Frühjahr dieses Jahres erkennen, dass die britische Variante des Coronavirus im Anmarsch war. Die Politik im lockdown-müden Deutschland diskutierte da gleichwohl über Lockerungen der Schutzmaßnahmen. Nun bekommen Eltern im Land zehntausendfach die Briefe von Schulleitungen, in denen ein Ende der Maskenpflicht angekündigt wird, oder zumindest doch deren Lockerung. Das ist mit Blick auf dicke Luft in den überhitzten Klassenzimmern natürlich eine Wohltat. Mit Blick auf Großbritannien ist es ein Fehler. Die Delta-Variante hat dort die Herrschaft übernommen, es ist eine Frage der Zeit, bis ihr dies auch hierzulande gelingt.

 

Schüler trifft es besonders hart

Wie in Großbritannien wird diese mutierte Virusform die Schüler besonders treffen. Das ist logisch: an keinem anderen Ort sitzen so viele Ungeimpfte in geschlossenen Räumen zusammen. Da auf den Minimalschutz der Maske zu verzichten ist ein Fehler, den das Virus nicht verzeihen wird. Es ist ein Fehler, der in dieser Pandemie schon viel zu oft begangen wurde. Man schaut auf das Hier und Jetzt und vergisst, dass die Grundlagen für die nächste Welle bereits dann gelegt werden, wenn die See gerade ruhig ist. Mit etwas Glück kann der anstehende Mega-Lockdown „Sommerferien“ die menschgemachten Fehler mildern. Sich auf das Glück zu verlassen sollte aber nicht die weitere Strategie sein