Der Einsatz von Verteidiger Maxi Adam (Mitte) entscheidet sich kurzfristig.  Foto: Sigwart

Die Wild Wings peilen im Heimspiel gegen die Krefeld Pinguine (Freitag, 19.30 Uhr) ihren dritten DEL-Sieg in Folge an. Am Sonntag (19 Uhr) gastieren die Schwenninger in Augsburg.

Die beiden ersten Saisonsiege gegen Nürnberg (8:3) und in Bietigheim (3:2 nach Verlängerung) haben den Wild Wings gut getan. "Sie helfen uns auf unserem Weg weiter und geben uns noch mehr Selbstvertrauen – und auch eine gewisse Lockerheit", betont der Siegtorschütze in Bietigheim, Ken André Olimb. Und auch Cheftrainer Niklas Sundblad berichtet von einer konzentrierten und guten Stimmung in den Trainingseinheiten in dieser Woche.

Rollenverteilung ist klar

Für die Schwenninger geht es also nun gegen die sportlich angeschlagenen Krefelder, die wieder einmal am Tabellenende stehen und der erste DEL-Klub in dieser Saison waren, die vor zehn Tagen ihrem Coach (Clark Donatelli) den Laufpass gaben.

Von der Papierform her sind die Wild Wings am Freitag Favorit. Alles andere als ein Heimsieg gegen die Rheinländer wäre für die Neckarstädter (13. Platz/ 6 Punkte) wieder ein Rückschritt.

Effektive Balance

Niklas Sundblad setzt taktisch von Beginn an gegen die Pinguine auf eine effektive Balance: "Wir müssen sofort aggressiv, aber auch geduldig sein."

Der Wild-Wings-Coach erwartet eine "sehr defensive" Krefelder Mannschaft, die auf Konter setzt. "Wir dürfen uns von diesen nicht überraschen lassen. Wir sollten dieses Spiel unbedingt gewinnen", stellt der Schwede klar. Dies sieht Ken André Olimb genauso: "In dieser Saison, in der es erstmals auch wieder um den Abstieg geht, brauchen wir jeden Punkt."

Die beiden Siege gegen Nürnberg und in Bietigheim könnten dafür sorgen, dass die Wild Wings mit großem Rückenwind am Freitag ans Werk gehen.

Bessere Anfangsdrittel

Niklas Sundblad setzt außerdem darauf, "dass wir ab sofort wieder bessere Anfangsdrittel spielen, als dies am vergangenen Wochenende der Fall war. Da waren wie in den ersten 20 Minuten jeweils zu passiv und zu weit von unseren Gegenspielern weg", zeigt es der Schwenninger Trainer auf.

Hoffen auf Tylor Spink

Der Abschlusseinheit am Freitagvormittag kommt bei den Wild Wings eine besondere Bedeutung zu. Kurzfristig, so Sundblad, wird sich entscheiden, ob der lange verletzte Angreifer Tylor Spink gegen Krefeld sein Comeback feiert. Hinter dem Einsatz von Verteidiger Maximilian Adam, der sich im Derby eine schmerzhafte Steißbeinprellung zugezogen hat, steht ein Fragezeichen. Denkbar ist, dass sich die beiden Torhüter Joacim Eriksson und Marvin Cüpper am Wochenende die Arbeit aufteilen werden. Ebenfalls kurzfristig will Sundblad zusammen mit seinem Co-Trainer Gunnar Leidborg entscheiden, wie zwischen den Pfosten der "Schichtplan" aussieht. Für Cüpper wäre es dann sein zweiter Saisoneinsatz.

Fast jeden Tag ist Chaos

Über all das, was bei den Krefeld Pinguinen seit zwei, drei Jahren passiert, zu schreiben, würde einige Bücher füllen. Mit der Trainerentlassung von Clark Donatelli erreichte das hausgemachte Chaos bei den Krefeldern vor zehn Tagen den nächsten negativen Höhepunkt. Entlassen hatte ihn der erst 25-jährige Manager Sergey Saveljev ("Ich verlasse mich in erster Linie auf mich selbst"; O-Ton gegenüber der Fachzeitschrift "Eishockey News"). Saveljev macht inzwischen beim Traditionsklub fast alles: Manager, Sportlicher Leiter und auch Torwart-Trainer. Als Nachfolger von Donatelli bestimmte Saveljev den bisherigen Co-Trainer Igor Zakharkin, der prompt mit dem Team um den Ex-Schwenninger Alex Weiß dann gegen Iserlohn (4:3) den ersten Saisonsieg einfuhr.

Wirbel um Lessio

Aber von wegen Ruhe einkehren. In der Nacht auf Mittwoch war Angreifer Lucas Lessio in der Krefelder Innenstadt in einen Verkehrsunfall verwickelt und daraufhin offenbar von einem jugendlichen Passanten ins Gesicht geschlagen worden. Denkbar, dass Lessio in Schwenningen nicht spielen kann.