Im Dekanat Zollern der katholischen Kirche gibt es Stand 2024 31 706 Katholiken. Foto: Moser

Der neue Papst Leo XIV. warnte bereits vor einem „Glaubensverlust“. Dieser deutet sich ob der Kirchenaustritte auch im Dekanat Zollern an. Unsere Redaktion kennt die Zahlen.

Mit seinen Worten bei der ersten Predigt hat der neue Papst Leo XIV. eine Sorge seinerseits deutlich gemacht und damit die derzeitige Lage in der katholischen Kirche beschrieben. Das neue Oberhaupt der Katholiken warnte vor einem „Glaubensverlust in der heutigen Zeit“ mit „oft dramatische Begleiterscheinungen“.

 

Dieser „Glaubensverlust“ lässt sich auch im Dekanat Zollern der Erzdiözese Freiburg anhand von Kirchenaustritten und Gottesdienstbesuchen belegen. Zum Dekanat Zollern gehören die KirchengemeindenHechingen-St.-Luzius, Eyachtal-Haigerloch St.-Anna, Burladingen-Jungingen, Bisingen-Grosselfingen-Rangendingen und Empfingen-Dießener Tal. Jährlich veröffentlicht die Erzdiözese Freiburg statistisches Zahlenmaterial im Bistumsatlas für die einzelnen Dekanate, den unsere Redaktion ausgewertet hat.

510 Austritte im Jahr 2024

Im Dekanat Zollern verzeichnete die Erzdiözese Freiburg im Jahr 2024 31 706 Katholiken. Demnach gab es 2024 510 Kirchen-Austritte; in die Kirche eingetreten sind in diesem Zeitraum zwei Personen, sechs Wiederaufnahmen wurden verzeichnet. Auf die einzelnen Kirchengemeinden verteilen sich die Austritte wie folgt: Hechingen-St.-Luzius (115 Austritte), Eyachtal-Haigerloch St.-Anna (116), Burladingen-Jungingen (96), Bisingen-Grosselfingen-Rangendingen (126) und Empfingen-Dießener Tal (57). Übrigens: Im Jahr 2004 waren noch 44 472 Katholiken im Dekanat Zollern gemeldet.

In absoluten Zahlen ist der Rückgang der Katholiken im Dekanat Zollern im Vergleich zu anderen Dekanaten gering. Das Dekanat Konstanz meldete beispielsweise 2024 1098 Austritte. Blickt man auf den prozentualen Anteil der Austritte von der Gesamtanzahl der Katholiken, liegt das hiesige Dekanat mit einem Austrittsanteil von 1,61 Prozent aber im Durchschnitt der Erzdiözese.

Kein Vergleich der Dekanate

Nina Leimgruber, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit im Dekanat Zollern, sagt zum Vergleich mit anderen Dekanaten auf Anfrage: „Nein, es findet kein Vergleich statt. Der Rückgang der Katholiken ist nicht schön, allerdings konzentrieren wir uns in erster Linie auf das Bestehende.“ Zum einen möchte man die Engagierten in ihrem Tun unterstützen und bestärken. Zum anderen sollen die noch nicht Engagierten aus der Reserve gelockt werden. „Wenn wir diesen Spagat gut schaffen, hoffen wir, dass sich der Rückgang der Katholiken nicht erhöht und im besten Fall sogar vermindert beziehungsweise die Anzahl der Katholiken wieder steigt“, erklärt Nina Leimgruber weiter.

Die Kurve zeigt nach unten: Im Dekanat Zollern der Erzdiözese Freiburg werden die Mitglieder der katholischen Kirche weniger. Foto: Hürster

Die Statistik weist neben den Kirchenaustritten auch noch andere interessante Zahlen aus – beispielsweise die Zahl der Gottesdienstteilnehmer. Im Dekanat Zollern waren dies 2024 1128; 2004 waren es noch 5485.

Durchschnittsalter 49 Jahre

Und: Obwohl die Zahl der Katholiken rückläufig ist, ist deren Anteil an der Bevölkerung nach wie vor hoch. 44,3 Prozent der Menschen, die im Einzugsbereich des Dekanats Zollern leben, sind Katholiken. Das Durchschnittsalter der Mitglieder liegt bei 49 Jahren, was den Eindruck bestätigt, dass vor allem ältere Menschen am kirchlichen Glauben festhalten.

Bestätigt wird diese These vom Jugendanteil unter den Katholiken, der bei 14,1 Prozent liegt. Hinsichtlich des Geschlechts der Kirchenmitglieder ist das Verhältnis im Dekanat Zollern ausgeglichen. 49,2 Prozent sind Männer und 50,8 Prozent Frauen.

„Kirche ist weiter wichtig“

Informationen gibt die Erzdiözese auch über die Kasualien. 410 Katholiken wurden 2024 bestattet, 223 feierten die Erstkommunion und 200 Taufen standen an. Es gab 162 Firmungen und 59 Trauungen.

Zur Statistik der Erzdiözese Freiburg betont deren Generalvikar Christoph Neubrand: „Auch wenn die Mitgliederzahl sinkt, ist die katholische Kirche im Südwesten weiter stark und wichtig.“

Der Bistumsatlas mit dem statistischen Material ist im Internet unter https://freiburg.bistumsatlas.de/statistik/ zugänglich.